Der nerdige Trashtalk #36: Urban Legends

Vier Monate sind in der schnelllebigen Zeit von Social Media und Influencer*innen, und da zähle ich auch mal Podcasts & Youtube-Channes dazu, eine Ewigkeit. Aber genau so lange ist es her, dass Elea das letzte Mal beim nerdigen & niveauvollen Trashtalk-Podcast dabei war!

Zwischendrin ist so viel passiert, beispielsweise ist die vierte Staffel gestartet (mit meiner Wenigkeit als Co-Moderator) und wir haben ganze fünf Trashtalks (sogar sechs, wann man die lange Bonusfolge von letzter Woche mitzählt) hinter uns gebracht. Wer sich noch an die letzte Folge mit Elea erinnert, oder überhaupt an Elea selber (das war die Kriminalpsychologin, mittlerweile mit Mann & Doktortitel, die seit Staffel 2 dabei ist), der weiß vielleicht noch dass die Folgen mit ihr in der neuen 4. Staffel zurück zu den Wurzeln sollten: Keine Spielvorstellung, das mache ja ich mittlerweile, sondern ein Hauptthema, über das dann referiert wird. Und das hat sie diesmal wieder gemacht, und zwar ausgiebig. Aber hört nicht auf mich, sondern hört auf den Gast-Preview-Rezensent Jörg Benne, der uns brühwarm seine Meinung aufdrückt

Die neue Folge des niveauvollen Trash-Talks könnte man eigentlich mit vier Worten zusammenfassen: Elea ist wieder da! Das eingespielte Team ist endlich wieder vereint und plaudert locker flockig und fundiert über phantastische Themen. Bevor es dazu kommt, wird zur Feier von Eleas Rückkehr aber erstmal ein Sekt verköstigt/bewertet und ausgiebig Anything geasked. Man könnte dabei den Eindruck gewinnen, dass Philipp der Sekt zu Kopfe gestiegen ist, denn er redet sich hin und wieder beinahe um Kopf und Kragen, was Elea aber gewohnt eloquent einzufangen weiß. Nach einer Reportage zur DreieichCon incl. interessantem Interview sowie der Bekanntgabe der Gewinner des Goldenen Stephan ist diee Folge zunächst eher literarisch geprägt, auch was die Medienschauen angeht. Im Hauptthema referiert Elea dann über Urban Legends, von der Spinne in der Jukka-Palme bis hin zu QAnon und weiß dabei auch ihren psychologischen Background einzubringen. Hier wird dann auch noch der Bogen zum Rollenspiel geschlagen, wo und wie man Urban Legends dort einsetzen kann.

Fazit: Vom Informationsgehalt vielleicht nicht die stärkste Folge, aber hey: Elea is back! Man merkt, wie Philipp sich darüber freut, und das färbt auf die Folge ab, sodass man knapp zwei Stunden gut unterhalten wird, selbst wenn einen die Themen nicht 100%ig abholen.

Okay, aber die Tradition verlangt es, ich muss auch was dazu schreiben. Und außerdem, Elea ist wieder da, da kann man auch mal mit zwei Meinungen feiern. Also legen wir mal los: Nach einem kurzen Update, warum Elea so lang verschwunden war, wird erst einmal mit Sekt angestoßen. Den hab ich gesponsert und wie man so hört, waren die beiden sehr angetan. Dann direkt ab ins Ask Me Anything, diesmal in einer XXL-Version, sowie gleich drei Themen vor dem Thema, also ebenfalls XXL. In der folgenden Medienschau ist diesmal nichts für Rollenspiel-Fans dabei, aber wer sich für Literatur in Form von Romanen & Hörbüchern (Queer*welten #9, Aurora Erleuchtet, Dämonengrab), Comics (RUNA, Ladies with Guns) oder Filmen (Guillermo del Toro’s Cabinet of Curiosities, Enola Holmes 2) interessiert, wird gut bedient sein. Und dann sind wir nach über einer Stunde beim eigentlichen Thema, nämlich Urbanen Legenden. Was ist das, wo kommt das her, kann das weg?

Kommen wir zu meiner Meinung, und ich würde lügen, wenn ich bestreiten würde, dass ich mehr als nur zwiegespalten bin. Denn was wir in dieser 36. Episode bekommen ist weniger eine klassische Trashtalk-Folge als
vielmehr eine Elea-Soloshow. Aber das muss ja nicht schlecht sein, im Gegenteil. Wobei die Rollen am Anfang noch recht ausgeglichen sind, vielleicht sogar mit einem kleinen Überhang auf Philipps Seite. Denn klar, der hat mit gleich zwei Event-Berichten eine Menge zu erzählen, und der Sekt hat seine Zunge offensichtlich wirklich gelockert. So undiplomatische Sätze wie beispielsweise über die Hintergründe des PEN&P beziehungsweise Goldenen Stephans (Stichwort: Speichellecker-Bubble) hört man von ihm, der seine Worte ja häufig mit Bedacht wählt, sehr selten. Sicherlich übertreiben Elea & Philipp bewusst damit, wenn sie von Cancel Culture reden, aber ob die Comic Con nächstes Jahr noch ein Presse-Ticket rausrückt, würde ich nach dieser Folge doch in Abrede stellen… Aber klar, wenn jemand mit Leidenschaft dabei ist, dann ist das meistens sehr unterhaltsam, und so vergehen die Ask Me Anything Fragen (mit einigen guten Serientipps) und die Themen vor dem Thema (dank der Rants) wie im Flug.

Bei der Medienschau verlangsamt sich das Tempo etwas, wobei das so ein Interessending ist. Zumindest kann ich der Dämonengrab-Review zustimmen, da hatte ich auch eine sehr positive Besprechung hier im Blog (https://wuerfelheld.wordpress.com/2018/02/16/rezension-legenden-von-nuareth-2-daemonengrab-roman-fantasy/), und der Wester-Comic im Stil von Quentin Tarantino klingt auch ganz spannend. Bemerkenswert fand ich, aber das ist nur eine Randnotiz, dass die kurzen Medienschau-Updates jeweils viel länger waren als die eigentlich umfangreicher konzipierten „normalen“ Medienschauen. Sagt ja auch was aus…

Nun kennen wir Philipp alle schon seit einigen Jahren und wissen, dass er im Podcast bei alkoholischen Getränketests immer wieder betont, dass er überhaupt keinen Alkohol verträgt. Langsam fange ich an ihm das zu glauben, denn wenn nach deutlich über einer Stunde das
Hauptthema beginnt, schläft er scheinbar einfach ein. Ab hier beginnt die Elea-Soloshow, die aber einen immerhin unterhaltsamen Vortrag über Urbane Legenden hält. Gern hätte man hier noch ein paar mehr Rollenspiel-Bezüge nehmen dürfen, gern auch mit guten Medientipps für Rollenspiele und Abenteuer. Das ist mein größter Kritikpunkt, denn generell macht sie schon Lust darauf mal solche Themen ins Rollenspiel zu integrieren.

Was bleibt mit also rückblickend zu sagen? Jörg liegt völlig richtig, das Thema der Folge lautet nicht „Urbane Legenden“, sondern „Elea ist  wieder da!“. Das wird sehr vielen Fans gefallen, aber auch dass Philipp alkoholbedingt zwischendrin die Contenance schleifen lässt ist durchaus unterhaltsam. Daher meine Empfehlung, hört ab Mitte der Woche mal rein!

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Diese Preview habe ich in Zusammenarbeit mit Jörg Benne erstellt. Dafür vielen Dank.


L I N K S


8 Kommentare zu „Der nerdige Trashtalk #36: Urban Legends“

  1. Dass der Jörg mal wieder aus seinem Keller rauskommt, um was über Rollenspiele zu schreiben, und sei es nur eine Podcastrezi, und dann auch noch mit Lob, zeigt schon wie gut diese Folge ist.

    Gefällt 1 Person

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