[Rezension] Badass: Eine Cyberpunk Hommage (Roman)

© Tredition

Falk Hummel verrät natürlich nichts über sich, lässt lieber seine Geschichte sprechen, die sich als Hommage an das Cyberpunk-Genre sieht. Aber „Badass“ hat allein schon von den Beschreibungen schon mehr von „Shadowrun“, einem „Pen & Paper“-Rollenspiel, dem er vermutlich nur all zu gerne gefrönt hat.

INHALT
Black City im Jahr 2066. Alabama ist ein waffengeiles Miststück, eine Bitch, die gerne herumballert und sich von niemandem etwas sagen lässt. Bonecrusher ist ihr Partner, ein hammerharter Ork-Fiesling. Sie bilden den Kern des Teams „Badass“, das im Moment noch in der zweiten Liga spielt.

Das könnte sich ändern, als Yamamoto-san den beiden einen Auftrag erteilt, für den sie noch ein paar andere Spezialisten brauchen, um überhaupt erst an ihr Ziel zu kommen. Da die beiden Geld brauchen, machen sie sich an die Arbeit … wohl wissend, das der Job wahrscheinlich nicht so einfach ist, wie behauptet.

MEDIADATEN

…Autor: Falk Hummel
…Verlag: Tredition
…Format: broschiert (alternativ: Gebunden, eBook)
…Seiten: 524
…Erschienen: Mai 2020
…ISBN 13: 978-3347070295
…Preis: 14,93 EUR

MEINE MEINUNG
Die Handlung ist eigentlich simpel und gleicht dem vieler Romane und Abenteuer aus der „Shadowrun“-Welt. Aber daraus macht der Autor auch keinen Hehl. Er konzentriert sich eher auf die Figuren und die Atmosphäre.

Und die hat es in sich, denn er befleißigt sich auch in den Beschreibungen einer Underground-Sprache, die sich gewaschen hat. Man fühlt sich in die entsprechenden Comic-Welten versetzt, in denen auch nur herumgehurt oder gemetzelt wurde und mit Flüchen garnierte Sprache Umgangston war.

Manchmal ist das allerdings ein wenig zu viel des Guten, wird man doch das Gefühl nicht los, das der Hintergrund und die Geschichte der Stadt viel zu schwammig bleiben, eigentlich nur Fassade sind, um die Figuren durch ihr Alltagsleben stolpern zu lassen.

Immerhin lässt sich die Geschichte ganz gut lesen, ab und an ist sie sogar ganz witzig, aber man muss schon offen für Fäkalsprache und derbe Beschreibungen sein oder das Buch nur in kleinen Häppchen lesen.

Die Figuren selbst entsprechen mehr oder weniger den Archetypen, die man aus den entsprechenden Werken kennt, wirkliches Eigenleben entwickeln sie nicht, was sie diesmal auch nicht müssen, transportieren sie doch in erster Linie das, was der Autor vermitteln will – eine schräge, satirisch böse Hommage, die nicht verhehlen kann, welche Wurzeln sie eigentlich hat. Und wer weiß, vielleicht wurden auch eigene Erlebnisse in den Rollenspielrunden in der Geschichte verarbeitet.

„Badass“ ist eine satirisch-böse Hommage an das Cyberpunk-Genre, allen voran wohl das „Shadowrun“-Rollenspiel, für das man schon offen sein muss, denn manchmal schießt die Geschichte durch ihr Underground-Comics-Gehabe ein wenig über das Ziel hinaus. Viel Handlung sollte man nicht erwarten, nur eine intensiv schmutzige und derbe Atmosphäre.

MEINE WERTUNG
3 von 5 Punks

von: Kris

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