[Rezension] Flippermania (Roll and Write, Brettspiel, Würfelspiel)

Flipper oh da kommen viele tolle Spieleerinnerungen hoch. Immer wieder gav es mak Tische die mir etliches an Taschengeld abgeluchst haben. Oder aber die coolen Nächte vor der ein oder anderen elektrischen Computermaschine. Bevor ich nun zu tief in Retrogequatsche verfalle, schnell weiter.

DAS SPIELMATERIAL
Ihr wollt wissen, was in dieser fetzig bunten Schachtel alles enthalten ist, auf der mir zuerst ein John Travolta mit abgefeilter Seriennummer, ein Morgenstern schwingender Kleriker, eine cyberpunkige Runnerin auf einem lila Akira-Motorrad und ein Zirkusdirektor straight outta Monopoly anlächeln?

Das ist schnell gesagt. Neben der Anleitung sind 4 „Flippertische“ für je 4 Spieler*innen mit Anzeigetafel enthalten, dazu 2 Würfel, 8 Flipper(halb)kugeln und 4 Blackboardmarker.

Die Flippertische sind in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade eingeteilt: Carniball (Einfach), Drachentöter und Cyberhack (Fortgeschritten) und Disco Fever (Profi).

Interessant aufgemacht ist die Anleitung, die in zwei Richtungen zu lesen ist. In eine Richtung erfahre ich alle Regelbasics, drehe ich sie um und lese sie von hinten, bekomme ich eine Erklärung der Besonderheiten der vier Flippertische.

Gut, gehen wir sofort rein ins Spiel und schauen doch mal, ob die Rasanz eines echten Flippers auch nur annähernd reproduziert werden kann.

DAS SPIELPRINZIP
Das Grundprinzip ist einfach. Ich schieße meine Kugel in den Flipper, würfle zwei Würfel, nehme einen der beiden Werte und markiere ein Ziel, das ich mit dem Stift markiere. Für etliche dieser Ziele gibt es Punkte, die ich auf meiner Anzeige notiere. Anschließend wird die Kugel zum neuen Ziel gelegt, um anzuzeigen, wo es gerade hoch her geht. In jeder Spielrunde wird nun gewürfelt, ein Würfel ausgewählt und ein Ziel markiert, das normalerweise in einem weiter unten liegenden der drei Bereiche auf dem Brett liegen muss, es sei denn, ich könnte in derselben Zone ein Ziel erreichen, das durch bunte Pfeile mit dem aktuellen Ziel verbunden ist. In der untersten Zone kann ich dann nur mit den Pratzen (äh … „Flipperfingern“) verhindern, dass die Kugel verloren geht, denn im schlimmsten Fall geht sie mir zentral durch die Lappen oder verschwindet über die Out Lane. Ist das passiert, kommt die nächste meiner drei Kugeln ins Spiel, ich darf alle Ziele löschen (ausradieren), die eine gestrichelte Linie haben und los geht’s!

Dazu gibt es noch einen Tilt-Mechanismus wie an jedem guten Flippertisch. Aber übertreibt es nicht mit dem Rütteln am Tisch, sonst ist die Kugel schneller weg, als ihr „Flippediflipp“ sagen könnt.

Prima. Das waren die Grundregeln. So weit so gut.

Und alleine funktioniert das dann auch sehr gut, wenn ihr euch langsam die Tische der Schwierigkeit entsprechend hochspielt – mein Favorit ist ja erwartungsgemäß der Drachentöter – aber hey, Flipper ist einfach ’ne Ein-Personen-Kiste und ich habe es einige Male zu viert gespielt und das ist schon nervtötend, wenn Leute wirklich, wirklich lange an der optimalen Strategie feilen. Da geht jegliche Rasanz flöten und ich bin mir auch nicht ganz sicher, dass es da bei allen am Tisch mit rechten Dingen zugeht. Also müsst ihr euch schon gegenseitig sehr vertrauen und es hilft, wenn alle gut eingespielt sind und nicht unter allzu schlimmer Nachdenkerei leiden.

Das war aber auch schon mein Hauptproblem (Hihihi, jetzt hatte ich doch tatsächlich „Hautproblem“ getippt!) mit dem Spiel, denn solo macht es wirklich Spaß und geht flott von der Hand, wenn auch natürlich der Nervenkitzel des schnellen Reagierens und die klassischen Begleitgeräusche fehlen, die für mich zu einem Flipper dazugehören.

Aufgefangen wird das alles aber dadurch, dass die Tische sich wirklich wunderbar unterschiedlich spielen, ihre ganz besonderen Eigenheiten haben und ihr in der Mitte des Regelheftes eure ganz eigene Highscoreliste eintragen und pro Tisch bis zu vier Achievements freispielen könnt. Solche kleinen Details beeindrucken mich ja immer mehr als sie sollten und ringen mir noch 0,25 Punkte mehr ab, als ich eigentlich verteilen wollen würde.

MEDIADATEN

…Autor: Geoff Engelstein
…Verlag: Pegasus Spiele (Frosted Games, Wizk!ds)
…Spieleranzahl: 1-4
…Spieldauer: 20-40
…Alter: 10+
…Genre: Roll and write, Flipper
…EAN: 4-250231-727818
…Preis: ca. 25 Euro

MEINE MEINUNG
Okay. Fasse ich es nochmal kurz und knackig zusammen. Flippermania ist ein wirklich gut durchdachtes Roll and write-Spiel mit einem Thema, was mir bisher noch nicht so oft (noch nie?!?) am Brettspieltisch untergekommen ist. Es ist durch die unterschiedlichen Tische zunehmend herausfordernd und sieht einfach toll und thematisch passend aus, könnte aber im Mehrspieler*innen-Spiel etwas an Rasanz verlieren. Durch die freizuspielenden Achievements und die Jagd nach Highscores ist die Langzeitmotivation auf jeden Fall gegeben.

MEINE WERTUNG
4,25 von 5 Terminator-Flippertischen

von: Moritz

L I N K S

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