[Rezension] OZ – Ein Fantasy-Spielbuch

© Mantikore

Seit einigen Jahren wächst das Interesse an Fantasy-Abenteuer-Spielbüchern wieder. Und dabei legt man nicht mehr nur die Klassiker auf, auch neue Autoren drängen auf den Markt und greifen dabei auch Klassiker auf. Hierzulande dürfte „OZ“ eher durch den Spielfilmklassiker aus dem Jahr 1939 bekannt sein. In Amerika gehört die Reihe von Frank L. Baum zu den Kinderbuchklassikern, die fast jeder kennt. Jonathan Green erzählt nun aber nicht die Geschichte nach, sondern präsentiert eine moderne und zeitgemäße Fortsetzung.

INHALT
Wieder einmal ist es ein Wirbelsturm, der Dorothy Gale zurück in das zauberhafte Land OZ verschlägt. Auf der Suche nach ihren Hund Toto und einem Weg nach Hause muss sie aber feststellen, dass das Gesicht des Landes stark verändert wurde – und zwar nicht zum Guten. Eine unheilvolle Macht hat nach dem Weggang des weisen und gütigen Zauberers die Macht in der Smaragdstadt an sich gerissen und sie ist gefährlicher als alle Hexen zusammen.

Schon bald trifft Dorothy auch wieder auf ihre Mitstreiter – die Vogelscheuche, den Löwen und den Zinnmann. Gemeinsam versuchen sie das Unheil aufzuhalten und müssen doch immer mehr gegen die bizarren Kreaturen kämpfen, die das Land heimsuchen.

MEDIADATEN

…Autor: Jonathan Green
…Übersetzer: Alex Kühnert
…Illustrationen: Kev Crossley
…Verlag: Mantikore-Verlag
…Format: gebunden
…Seiten: 340
…Erschienen: 16. August 2021
…ISBN: 978-3961881147
…Preis: 19,95 EUR

MEINE MEINUNG
Anders als in vielen anderen Spielbüchern kann man tatsächlich in vier verschiedene Rollen schlüpfen wenn man möchte – und wenn man am Ende noch Lust dazu hat, sogar in zwei mehr. Die Geschichte hat nur deshalb so viele Stationen, weil jeder der Helden seinen eigenen Weg, seine Stärken und Schwächen hat.

Für die Leser macht der Autor keinen Hehl daraus dass Steampunk und noch höher entwickelte Technik Einzug in das magische Land gehalten hat. Aber er versucht das ganze aus der Sicht der Figuren zu schildern, die entweder nur die Zauberkunst kennen oder aber einfachere Formen des Fortschritts.

Grob gesehen folgt er dem Weg, den Dorothy und die anderen schon einmal gegangen sind, allerdings sind die Gefahren anders – und dadurch nicht immer unbedingt kindgerecht geschildert. Auch sind die Hinweise und Andeutungen eher ein Genuss für erfahrene Leser und vor allem Fans des gotisch angehauchten Steampunks, denn manchmal kann es recht gruselig werden.

Der Aufbau des Buches ist klassisch gehalten, denn es gibt wie immer eine Einführung, dann die Vorstellung der Charaktere, die man spielen kann und nicht zuletzt der Regeln. Außerdem macht es sinn, das auszufüllende Charakterblatt zu kopieren und sich Stift, zwei sechsseitige Würfel oder 52 Spielkarten bereit zu legen.

Die Einführungen in das Abenteuer sind natürlich unterschiedlich gehalten, wie im Klassiker finden die Figuren erst später zusammen und müssen auch schon einmal getrennt agieren. Besonders interessant ist wohl später, dass man zudem in Charaktere schlüpfen kann, die man nicht so erwartet hat.

Alles in allem fängt der Autor aber den Charme des Klassikers ein und verbindet ihn mit einer etwas erwachsener wirkenden Fantasy-Atmosphäre. Das Buch ist zwar nicht unbedingt so komplex gehalten wie andere, bietet aber dennoch reichlich Abwechslung und lässt „Das Zauberhafte Land“ in einem ganz anderen Licht erscheinen. Um mit der Materie vertraut zu werden, ist es sicherlich ratsam, vorher den gleichnamigen Film zu schauen – es kann nicht schaden, um noch mehr Bilder vor Augen zu haben.

„OZ – Ein Fantasy-Spielbuch“ greift einen Klassiker der amerikanischen Kinderliteratur auf und spinnt die Geschichte modern und auch für Erwachsene interessant weiter. Der Autor bietet viele Wahlmöglichkeiten, die das Spiel auch in mehrfacher Hinsicht interessanter machen. Um in die Geschichte hinein zu kommen ist es allerdings für deutsche Spieler sinnvoll, zumindest „Das zauberhafte Land“, den Spielfilm von 1939 zu kennen, denn der hilft ungemein, um sich in der Welt wohlzufühlen und Figuren wieder zu erkennen, die der Autor nicht mehr erklärt, weil er sie als bekannt voraus setzt.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Zinnmännern

von: Kris & Würfelheld

L I N K S

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