[Rezension] Shadowrun: Nachtmeisters Erben (Roman)

© Pegasus Press

Bernd Perplies hat sich mittlerweile zu einer festen Größe in der deutschen Phantastik etabliert. Was 2008 mit »Tarean – Sohn des Fluchbringers« begann, erstreckt sich derzeit über diverse Romanreihen. 2020 verfasste der gebürtige Wiesbadener mit »Nachtmeisters Erben« seinen ersten Shadowrun-Roman.

INHALT
Glück im Unglück könnte man sagen, als die beiden Mainzer Überlandexpressfahrer Cowboy und Nitro völlig überraschend einen über allen Maßen gut bezahlten Auftrag erhalten: Sie sollen in aller Diskretion einen hochgradig wertvollen Transport von Berchtesgaden nach Groß-Frankfurt durchführen. Für den Überlandexpress normalerweise täglich Brot, abseits der bekannten ADL-Routen und unter dem Radar heiße Ware zu befördern. Doch den beiden Transporteuren wird alsbald bewusst, was sie da überhaupt befördern: Ein mächtiges Artefakt des getöteten Drachen Nachtmeister, des nunmehr toten Kopfes des Frankfurter Bankenvereins. Das wissen aber anscheinend auch andere Mächte, die sich sofort an die Fersen der beiden Fahrer heften und alles dafür tun, das Artefakt in ihre Hände zu bekommen. Für Cowboy und Nitro geht es plötzlich um Leben und Tod…


MEDIADATEN

…Autor: Bernd Perplies
…Verlag: Pegasus Press
… Format: Taschenbuch
…Seiten: 342
…Erschienen: 2020
…ISBN: 978-3-95789-335-2
…Preis: 14,95 EUR

MEINE MEINUNG
Politik, Intrigen und reichlich Action – so könnte man »Nachtmeisters Erben« am besten beschreiben. Obwohl Cowboy und Nitro die beiden Hauptcharaktere dieses Romans darstellen, sind es doch andere, die ihre Geschicke lenken und ihnen sogar ein Stück weit die Show stehlen: Lofwyr, Großdrache und unangefochtener Herrscher über den deutschen Megakonzern Saeder-Krupp, und Monika Stüeler-Waffenschmidt, der Erbin des von Lofwyr getöteten Vorsitzenden des Frankfurter Bankenverbandes, dem Großdrachen Nachtmeister aka Gideon Schreiber, die selbst eine Drake ist.

Bei solch mächtigen Kontrahenten besteht immer die Gefahr eines Deus-Ex-Machina-Effekts, der die anderen Charaktere obsolet macht. Zwar spielen die Drachen eine durchweg wichtige Rolle in diesem Roman, doch lassen sie den »schwächeren« Charakteren den Vortritt, denn ihre Geschichte und die Beziehungen zueinander sind nicht minder spannend.

Bernd Perplies bedient sich knapper Sätze und ufert selten aus, was den verschiedenen Erzählsträngen und dem Lesefluss zwar zugutekommt, aber oft auch recht plump klingt. Trotzdem sind die politischen Spielchen, die im Hintergrund gespielt werden, komplex genug, um ihnen eine gewichtige Basis zu geben. Allein der Kampf zwischen Nachtmeister und Lofwyr und die darauffolgenden politischen und ökonomischen Beben werden anschaulich beschrieben – nicht zu umständlich, um ihnen nicht mehr folgen zu können, aber auch nicht zu stumpf um einfältig zu wirken. Aber diesen Ton trifft Perplies nicht immer.

Für kurzweilige Unterhaltung ist dieser Roman dennoch zu empfehlen, insbesondere für die Personen, die schon längst im Schatten zuhause sind.

MEINE WERTUNG
3 von 5 magische Schwerter

von: Christophorus

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