[Rezension] In der Waldklause – Märchen für kleine und große Kinder

© Mantikore Verlag

„In der Waldklause“ ist sicherlich kein Buch, dass man vom Mantikore Verlag erwartet, aber eines, mit dem Verleger / Herausgeber Nicolai Bonczyk eine sehr persönliche Geschichte verbindet. Das Buch kennt er durch seine Großmutter, die es selbst als Kind hatte. Und wie sie müssen auch ihn die „Märchen für kleine und große Kinder bis zu 80 Jahren und darüber“ verzaubert haben, so dass er einfach eine illustrierte Neuausgabe der in den 1930er Jahren erschienenen vier Bände präsentiert. Die Texte stammen von Augustin Wibbelt (1862-1947) einem westfälischen Pfarrer und Theologen.

INHALT
In einer verwunschenen Kate inmitten eines dichten Forsts lebt der Waldbruder, ein gottesfürchtiger und bescheidener Mann, der die Natur ehrt und mit Tieren wie auch Pflanzen per du ist. Weil er sich ganz ihr widmet, bekommt er so einiges mit und ist für die vielen kleinen Erlebnisse und Abenteuer bereit, die der Wald für ihn bereit hält. Neben den Tieren besuchen ihn aber auch immer wieder magische Gestalten und erzählen ihm von all den wunderschönen Dingen, die Gottes Schöpfung bietet – und die man erkennt, wenn man nur offenen Auges in der Natur einher geht. Auch die dunklen Seiten kommen zum Tragen, denn ein jedes Wesen folgt dem, was ihm bestimmt wurde.

Gelegentlich besuchen ihn auch Prinzen und Königinnen aus der Märchenwelt.

MEDIADATEN

…Autor: Augustin Wibbelt
….Textbearbeitung: Jan Enseling, Anja Koda
…Zeichnungen: Hauke Kock
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: gebunden, illustriert
…Seiten: 542
…Erschienen: November 2020
…ISBN 13 : 978-3961881123
…Preis: 19,95 EUR (eBook: 9,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Wie man sich denken kann sind die hübschen kleinen Texte erbaulich und ein wenig christlich verbrämt, aber nicht so sehr, wie man es denken mag. Der Autor erzählt liebevolle kleine Märchen, die teilweise auf denen der Gebrüder Grimm basieren, mit denen er vermutlich selbst aufgewachsen sind, aber auch verträumte Alltagsgeschichten und versucht seinen jungen Lesern die Augen für die Natur und die Schöpfung zu öffnen.

Natürlich gibt es auch dunkle Momente – Reinecke Fuchs und seine Nachfahren können es nicht lassen, auch ihrem Hunger nach zu gehen, aber in erster Linie sind die Geschichten lebensbejahend und fröhlich, einfach gestrickt und doch mit einem liebenswerten Augenzwinkern erzählt.

Die naiven Erzählungen sind entschleunigt, sanft und magisch, auch wenn sie auf den ersten Blick für heutige Leser langweilig erscheinen müssen – aber sie sind dennoch etwas ganz Besonderes.

Sie öffnen den Blick für Werte, die heute fast vergessen sind, die kaum noch gelebt werden und die Erwachsene auch bei der Erziehung ihrer Kinder gerne übersehen. Sie regen zum Nachdenken und Träumen ein, hinterlassen ein wohliges Gefühl.

Letztendlich ist der Band ein kleiner Schatz und eignet sich wunderbar zum Vorlesen oder als gute Nacht Geschichte für all die Kinder, die noch an das Schöne an der Welt glauben und das Kleine inmitten des Großen wahrnehmen. Und auch Erwachsene können vielleicht den ein oder anderen Moment der Entschleunigung erleben

„In der Waldklause“ ist daher eine nette kleine Sammlung erbaulicher Märchen und Alltagsgeschichten, die zwar ein wenig Bereitschaft fordern, sich darauf einzulassen, aber dennoch viel Lesefreude für Jung und Alt bieten können, wenn man den naiven Charme der warmherzigen kleinen Geschichten zu schätzen lernt.

MEINE WERTUNG
4,5 von 5 Klausnern

von: Kris

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