[Rezension] Ace in Space (Roman, SF)

© Ach je Verlag

Judith und Christan Vogt teilen schon lange die Leidenschaft für phantastische Themen. Während sie vor allem schreibt, bringt er als Physiker auch immer wieder die naturwissenschaftliche Seite mit ein, was vor allem ihren Science-Fiction-Romanen und Rollenspiel-Hintergründen zugute kommt. „Ace in Space“ ist der begleitende Roman zu ihrem Pen-und-Paper-Rollenspiel „Aces in Space“, in dem es um Fliegerasse im All geht, die in erster Linie für Spaß und Ruhm fliegen und nicht für einen Konzern oder eine Regierung.

Nach Jahren im Dienste ihres Heimatkonzerns „Hadronic Inc.“ kehrt die Pilotin Danai diesem desillusioniert den Rücken, ja sie desertiert sogar und nimmt auch ihren Raumjäger mit sich. Zuflucht findet sie bei der Jockey-Gang ihrer Mutter, die als „Deardevil“ mit ihren Jungs und Mädels wilde Rennen fliegt und ihre Stunts und nicht ganz legalen Aktivitäten ins Datennetz streamen.

Popularität verschafft ihnen nicht nur Ruhm, sondern auch Sicherheit. Sie haben Millionen von Followern, die davon träumen so zu sein wie die verwegenen Fliegerasse, sind wichtige Werbeträger und Stil-Ikonen. Das passt Danai zunächst gar nicht – aber hat sie eine andere Wahl als eine öffentliche Person zu werden, wenn sie überleben will?

Doch dann gerät sie in einen Gewissenskonflikt, denn all das aktuelle Theater dient in erster Linie dazu, eine Kolonie auf einem Planeten zu evakuieren, den „Hadronic Inc.“ gerade zugrunde richtet …

MEDIADATEN

…Autoren: Judith und Christian Vogt
…Verlag: Ach je Verlag
…Format: broschiert
…Seiten: 466 
…Erschienen: Juni 2020
…ISBN : 978-3947720477
…Preis: 16,99 EUR (Kindle: 12,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Mit „Ace in Space“ und dem dazu gehörigen Rollenspiel leiten die Vogts eine neue Ära im Umgang mit Raumpiloten ejn. Sie sind nicht länger nur aufrechte Soldaten oder Konzernangestellte, kriminelle Gauner und Schmuggler aus der Halbwelt, sondern öffentliche Persönlichkeiten, Stars wie moderne Sportler, die Millionen von Fans haben und diese sogar auf gewisse Weise beeinflussen.

Die Geschichte spielt mit dem Bild, das wir schon heute von Influencern kennen, die ihr ganzes Leben im Netz ausbreiten, nur um beachtet zu werden, die ihren Followern alltäglich eine Show bieten, damit diese bei ihnen bleiben.

Es ist natürlich sonnenklar, dass Danai erst einmal in diese Welt hinein wachsen muss, zumal sie lange Jahre für einen Konzern gearbeitet hat, der ihr finanzielle und soziale Sicherheit bot, aber auch die Aufgabe ihres Gewissens verlangte.

Es wird spannend in Szene gesetzt, wie sie die Szene langsam kennen lernt, sich zumindest halbwegs mit ihrer Mutter arrangiert und an dem Leben in der Öffentlichkeit Spaß findet, das keineswegs so vergnüglich und inhaltsleer ist, wie es scheint. Denn die Glücksritter haben auch ein gutes Herz.

Die Autoren bieten eine rasante Handlung, mit Action, wilden Exzessen und auch der ein oder anderen Sexszene, betten dieses in einen Kontext, der aktiven Benutzern sozialer Medien nur all zu vertraut ist und bringen daneben auch ein ernstes Thema ein, dass in unserer Gegenwart ähnlich präsent ist wie in der Fiktion.

Wie man sich denken kann, benutzen sie auch vertraute Klischees, aber das macht es um so leichter, in die Handlung einzutauchen und die bunte Welt der Jockeys und ihrer Rennen um so mehr zu genießen.

Der abenteuerliche Trip gelingt und ist auf keiner Seite langweilig, man kommt auch mit den vielen fremden Begriffen und der quirligen Erzählweise gut zu recht, wenn man sich voll und ganz darauf einlässt. Und am Ende wünscht man sich als Leser, dass es ruhig noch mehr Abenteuer aus dieser Welt geben könnte, die einerseits so vertraut ist, andererseits aber auch futuristisch spannend.

„Ace in Space“ macht einfach nur Spaß. Der Roman ist ein rasanter Trip durch eine bunte und actionreiche Welt, die mit vielen vertrauten Versatzstücken spielt und diese in einen frischen Kontext bringt, der von Anfang bis Ende spannend erzählt wird und den Leser mitzureißen vermag. Das Rollenspiel dazu muss man nicht kennen, das Buch steht gut für sich allein und kann sogar Lust auf mehr machen.

MEINE WERTUNG
4,75 von 5 Sparrows

von: Kris

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