[Rezension] Schnutenbach – Siebenbrucken: Die Toten ruhen nicht (Fantasy, Rollenspiel)

© Mantikore Verlag

Mit Siebenbrucken schiebt Schnutenbachautor Karl-Heinz Zapf bei Mantikore eine SpinOff-Kampagne, welche mit dem „Silbernen Stephan“(Preis) ausgezeichnet wurde, mit Horror-Elementen an, die an anderem Ort aber in der selben Welt spielt. In Siebenbrucken – erinnert nicht umsonst an Siebenbürgen vom Klang – sind Untote, Nekromantie und Flüche ab der Tagesordnung.

Das Abenteuer startet in Augenburg, eine Großstadt, die man leicht gegen eine andere der eigenen Spielwelt tauschen kann. Dort stolpert man über einen alten Bekannten, der von maskierten Fremden gejagt wird. Er fürchtet um die „Sieben Bücher des unsterblichen Nekromanten Nikolai Koschtschai“ und dass diese in falsche Hände geraten. Grund genug eine Gruppe Helden zur Burg Bluthorn auszusenden, welches durch das Sumpfland Siebenbrucken zu erreichen ist. Es entspinnt sich ein relativ lineares Reiseabenteuer (in dem Fall nicht unbedingt negativ zu verstehen) mit zahlreichen Begegnungen, Gefahren und -verfolgern. Neben den festen Begegnungen würfelt man auf eine W100-Tabelle mit etwa netto 40 Seiten und ca. 70-80 Begegnungen, viele dann individuell, aber nur dann einmalig, wenn man sie auch abgeschlossen hat. Sonst kann ihnen potenziell nochmal begegnen – hervorragende Idee. Zwar braucht es so nicht zwingend eine Karte, mich als Fan von Kareten und haptischen Handouts stört ihr Fehlen schon. Immerhin die Burg am Ende hat einen Raumplan abbekommen, allerdings auch wenig spektakulär. Zwar ist die Welt von Warhammer inspiriert, allerdings gibt es hier kein System oder Werte, da muss der SL aktiv werden. Z.B. erfahren wir über Jadwiga, die Sumpf-Vettel, dass sie Hexerei beherrscht, ihre Haut das Äquivalent einer Lederrüstung ist, ihre Krallen giftig und lähmend sind sowie sie innerhalb des Sumpfes über Regeneration. In einigen Systemen leicht umzusetzen, in anderen nimmt man halt die Vettel aus dem Monsterhandbuch und pimpt sie ggf., aber in manchen wird das ne Heidenarbeit sein. Für eine 2%ige-Zufallsbegegnung. Da gefallen mir im Zweifelsfall Universalabenteuer besser, die schon Werte für drei Systeme anbieten. Oder zumindest Prozentwerte wie im Schnutenbach-Grundbuch.

MEDIADATEN

…Autor: Karl-Heinz Zapf
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: Softcover
…Seiten: 176
…Erschienen: 05.2020
…ISBN: 978-3961881260
…Preis: 19,95 EUR (als Hardcover 24,95 EUR)

Das Heft hat im Inneren einen durchgehend gelungen Rahmen, verzweifelte, untote Fratzen, sich streckende Hände, ein Friedhofsfeld. Die Illus, meist Portraits sind sehr klein, decken aber einen Großteil der im Buch verhandenen Protagonisten ab, weitere Illus finden sich kaum. Bei mir kommt oft das Gefühl einer Bleiwüste auf, besonders unverständlich, da gleich zwei Zeichner am Ende Werbung machen. Auch eine W100-Tabelle mit ausführlich beschriebenen Zufallsbegegnungen als zweite Spalte im Infokästchen zu setzen, ist bei 2 oder 4 Seiten Okay, aber es sind über 80 Seiten (!!!). Das wirkt unglücklich und ist unübersichtlich – und unpraktisch.                                                                                    Allein schon die Grundtabelle auf einer Doppelseite böte eine Übersicht, um von dort aus dann, ggf. mit Seitenverweis, zu den Begegnungsbeschreibungen zu blättern. Das Cover ist übrigens ziemlich schick, sw-Zeichnung eines alten Dorfes mit krummen Hausbalken, darüber ein paar rote Blutstropfen gesprengselt.

MEIN FAZIT
Auf knapp 200 Seiten gibt es eine kleine Kampagne mit Schwerpunkt Sumpf und Horror sowie einigen echt krestiven Begegnungen, die leider etwas unübersichtlich, karten- und wertelos ist. Andererseits auch als großer Ideenbruch für Sumpfabenteuer verwendbar, was für den Preis von 20 Euro fast ein Geschenk ist. (Mehr und größere) Bilder hätten das ganze aufgehübscht, aufgelockert und lesefreundlicher gemacht. Insgesamt aber ein gelungenes Werk für die Reihe!

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Sumpfbegegnungen

von: Greifenklaue

 

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