[Rezension] Fuk! Das System (Universalsystem)

© Mannifest Games

Sehr witzig. Zu Beginn des Nerdpol-Forums habe ich mitbekommen wie ein User damals an diesem System gewerkelt hat. Zu Beginn waren es ein paar Seiten ohne Layout, die beschrieben, wie man mit Hilfe von Karteikarten ein sehr Vampire: The Masquerade-ähnliches Rollenspiel spielen konnte. Später dann druckte er selber eine kleine Auflage im Notizbuchformat, die schon wirklich etwas dahermachte und von der ich zwei Kopien im Regal stehen habe. Jetzt – etwa 5-6 Jahre später – bekomme ich ein schickes kleines und farbiges Büchlein vom Würfelheld zugeschickt, um es mir mal genauer anzusehen. Witzig, wie klein die Welt ist.

… fast so klein wie dieses Regelwerk.

INHALT
Sehr sympathisch. Schon die Rückseite des kleinen Hardcovers erzählt mir die wichtigsten Dinge, die ich zum Spielen dieses Systems benötige und worauf ich mich einlasse. Wir haben es also mit einem „freien, flexiblen, unkonventionellen, Kreativität belohnendes und kartenbasierten Universalrollenspielsystem“ zu tun. Wow. Das ist nicht nur FUK, sondern Doppel-FUK! Und um den Witz endlich aus dem System zu haben: Ich freue mich sehr auf die englischsprachige Umsetzung: „FUK – The system“!

Zum Spielen benötigen wir wohl nur 13 Karteikarten pro Nase, einige vulgäre sechsseitige Würfel, ein wenig Kreativität und Kommunikationsbereitschaft sowie 1-6 weitere Spieler*innen. Außerdem wird hier das Setting „Unicorn PD“ vorgestellt, an dem die Regeln nach und nach vorgestellt werden.

Schauen wir also mal rein, in das kleine Ding. Nett. Wir werden freundlich von Jamie begrüßt, der Punkerin, die wir auch schon vom Umschlag her kennen. Sehr gut. Ich mag ja wiederkehrende Personen in Regelwerken. Beim weiteren Durchblättern fallen mir dann direkt das riesige Plus und das kleine Minus des Bandes auf. Mich hat tatsächlich etwas gestört, dass es den einen oder anderen Hacker in Sprache und Rechtschreibung gibt – aber der wird locker ausgeglichen durch ein wirklich großartiges Layout. Alles ist zwar bunt, wirkt aber extrem aufgeräumt und die meisten Dinge, gerade im Regelbereich, werden ikonografisch gut unterstützt. Das ist echt tolle Arbeit. Respekt!

Was aber macht den Regelkern von FUK! Aus? Schauen wir uns mal dieses „kartenbasiert“ an. Das beginnt bei der Charaktererstellung. Hier werden auf 12 Karten Fertigkeiten des Charakters notiert – frei von dem*r Spieler*in gewählt. Diesen Fertigkeiten wird nun je eines der Attribute Intelligenz, Willenskraft, Wahrnehmung, Charisma, Geschick, Beweglichkeit, Stärke oder Konstitution zugeordnet. Außerdem wird jede Fertigkeit um einen begründeten Satz ergänzt. Auf eine dreizehnte Karte kommen nun die 8 Attribute und jedes Attribut erhält einen Punkt, sowie zusätzlich so viele Punkte, wie es dazu passende Fertigkeiten gibt. Anhand dieser Attributswerte kann man dann problemlos abgeleitete Werte ausrechnen für Angriff, Fernkampf, Verteidigung, Spezial und Mana.

Okay, nun ist der Charakter mehr oder weniger fertig, schauen wir uns doch mal die Grundmechanik des Spiels an: Erste Regel – Proben gibt es nur dann, wenn es relevant ist. Schonmal sehr sympatisch. Aber wie funktionieren diese Proben? Okay, wir haben es mit einem klassischen Pool-System zu tun, in dem auf W6 eine 5 und ein 6 Erfolge sind. Die Spielleitung weist der geplanten Aktion eines oder zwei passende Attribute zu und in den Würfelpool wandern so viele Würfel wie die Attribute gemeinsam ergeben. Finde ich als Spieler*in eine Fertigkeit, die mit der Aktion zu tun hat, so kann ich je nachdem, wie gut die Fertigkeit passt, dem Pool zwischen 2 und 5 Würfel hinzufügen. Nun weist die Spielleitung der Aktion eine Schwierigkeit von Leicht (0 Misserfolge) bis Übermenschlich (5 Misserfolge) zu. Nach dem Wurf werden die Misserfolge von den Erfolgen abgezogen. Sind dann noch Erfolge übrig, war die Aktion erfolgreich. Bäm! Fertig!

Wie bei jedem guten System gibt es selbstverständlich vergleichende Proben und natürlich auch Schicksalspunkte, die hier  FUK-Punkte heißen. Benutze ich sie vor der Probe, sind alle 4er, 5er und 6er Erfolge, tue ich es danach, so kann ich alle Misserfolgswürfel erneut würfeln.

Auch die Kämpfe sind schnell abgehandelt. Hier wird die Initiative ermittelt und dann haben alle am Kampf Beteiligten pro Runde eine Aktion. Im Angriff wird Angriffswert plus eventuelle Bonuswürfel gegen Verteidigung plus eventuelle Bonuswürfel gewürfelt. Gehen Erfolge durch, so wird Schaden, eventuell reduziert durch Rüstung, verursacht. Durch den Fernkampf müsst ihr euch selber durchwursteln, das kaue ich euch jetzt nicht auch noch vor. Oh, sorry! Der flapsige Tonfall des Regelwerks färbt langsam ab.

Die komplette zweite Hälfte des Buches besteht aus Ausrüstungstabellen für die unterschiedlichsten Welten und Technik-Niveaus sowie der Vorstellung des Settings: Uniform Police Department. Da, äh, will ich euch nichts zu viel verraten. Aber es ist auf jeden Fall in etwa so wie alle anderen Settings, die ihr bisher in Rollenspielwerken gesehen habt. Nicht. Absolut nicht. Keine Ahnung, ob man das spielen kann, oder ob es einfach nur ein netter Gag ist. Egal.

Zusätzlich zu dem eigentlichen Regelwerk gibt es noch kleine farbige Karteikärtchen: Auf der einen Seite gibt es Platz für Fertigkeiten, inklusive kurzer Beschreibung und passendem Attribut – auf der anderen Seite sind es Charakterkarten mit Raum für alle spielrelevanten Werte.

MEDIADATEN

…Autor: Manfred Altenschmidt nach einer Idee von Johannes Burckhardt
…Verlag: Mannifest Games
…Format: A5, gebunden, Lesebändchen
…Seiten: 60
…Erschienen: 2019
…ISBN: 9-781234567897
…Preis: 17,95 Euro

MEINE MEINUNG
Das kann ich kurz machen. Das System ist eingängig. Das System ist kurz. Das System sieht toll aus. Das System ist gut vorgestellt. Das System ist liebevoll aufbereitet. Das System ist einfach FUK!

MEINE WERTUNG
4 von 5 Karteikärtchen

von: Moritz

 

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