[Rezension] Broken Sword – Das zerbrochene Schwert (Roman, Fantasy)

© Mantikore Verlag

Poul Anderson (1926-2001), faszinierte seine Leser vor allem zwischen den fünfziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts durch seine Science Fiction-Romane um Dominic Flandy. Aber er verfasste auch einiges an Fantasy, vor allem begeisterten ihn die Mythen und die Geschichte der Heimat seiner Vorfahren, wie sein bekanntester Roman „Broken Sword – Das zerbrochene Schwert“ beweist, das erstmals 1971 unter dem Titel „Das geborstene Schwert“ auf Deutsch erschien.

INHALT
Schon seit langer Zeit liegen Elben und Trolle im Krieg miteinander. Die einzige Waffe gegen die Feinde ist ein altes, zerbrochenes Schwert, das Fürst Imric und seine Mannen aber nicht führen können, weil sie die Eisenwaffe genau so töten könnte.

Also nutzt der Elbenherr die nächste sich bietende Gelegenheit, um ein Menschenkind in sein Reich zu entführen und es gegen ein Wechselbalg auszutauschen. Während der sterbliche Junge unter dem Namen Scafloc sorgenfrei und unbeschwert unter den Unsterblichen zu einem klugen und abenteuerlustigen jungen Mann aufwächst, erweist sich sein Wechselbalg-Bruder unter den Menschen mehr oder weniger als Monster.

Valgard wird schließlich sogar zum Mörder, erfährt durch eine Hexe auch noch von seiner Herkunft, als er bereits auf der Flucht ist – und genau das löst eine Kette von Ereignissen aus, die nur in einem enden kann: Dem Krieg.

NEDIADATEN

…Autor : Poul Anderson
…Übersetzer: Jan Enseling
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: Paperback
…Seiten: 360
…Erschienen: September 2019
…ISBN: 978-3961880966
…Preis: 13,95 EUR (eBook: 9,99 EUR)

MEINE MEINUNG
„Broken Sword“ erschien fast zeitgleich mit dem Herrn der Ringe. In seinen Vorwort hebt gerade Michael Moorcock die Unterschiede hervor, und wer dessen Elric und Corum kennt, wird ahnen, warum der Autor mit Begeisterung von der Geschichte spricht, die durchaus an alte nordische Sagen  anknüpft und viel mit diesen gemein hat.

Wie immer erweisen sich die unsterblichen Wesen als kaltherzig und grausam, betrachten die Menschen mehr oder weniger als Spielzeuge und tragen bewusst auch eine ganz andere Moral zur Schau. Deshalb führt das für Scafloc, der in der freieren Welt der Elben aufgewachsen ist, auch später zu einem sehr interessanten Konflikt.

Die Geschichte spart nichts aus, was zu einer richtigen Saga dazu gehört – selbst die Götter sind gelegentlich präsent, stellt doch ein geheimnisvoller Wanderer die Weichen für das Schicksal eines Helden, der zugleich mit einem anderen Gott ein dramatisches Abenteuer auf Hoher See erlebt.

Auch sein Bruder erfüllt die Rolle, die ihm bestimmt ist – erst als Mörder seiner eigenen Sippe, was ihn unter den Menschen ehrlos macht, dann aber zum Volk seiner Mutter treibt und damit den letzten großen Kampf in die Wege leitet.

Die Geschichte wird klassisch erzählt, mit heroischen Taten, Männern und Frauen, die über sich und ihre ehemaligen Rollen hinaus wachsen und einem Schwert, das einen bitteren Fluch in sich trägt und die Verdammnis zu all seinen Trägern bringt.

Immerhin tauchen bei Anderson auch Frauen auf, teilweise in überraschend aktiven Rollen und nicht nur am Rande. Dennoch sollte man ebenso wenig wie bei den Männern auf eine ausgefeilte Charakterzeichnung setzen. Dazu ist die Geschichte zu sehr auf Abenteuer und Action bedacht, bleiben die Helden die Figuren, die einfach ihre Rollen ausfüllen. Auch die Geschichte macht keinen Hehl daraus, dass sie erschreckend vorhersehbar und überschaubar ist.

Dennoch gehört der Roman zu den Klassikern der Fantasy-Literatur, schlägt er doch eine Verbindung von den alten Mythen und Sagen mit all ihren Motiven bis hin zu den Romanen, die auch heute noch erscheinen. Für den ein oder anderen Autor – eingeschlossen Michael Moocock, dürfte die Geschichte sogar Inspiration zu den eigenen Werken gewesen sein.

Gerade als Fantasy-Fan der actionreiche Abenteuer mag, sollte man „Broken Sword“ gelesen haben, denn der Klassiker von Poul Anderson mag auf den ersten Blick zwar noch so vorhersehbar sein, enthält aber viele Motive und Elemente, die sich auch heute noch in der Fantasy wiederfinden und sich teilweise direkt auf dieses Werk und seine Inspirationsquellen zurückführen lassen und wird zugleich in einem flotten und kurzweiligen Ton erzählt, den andere Werke wie „Der Herr der Ringe“ eher vermissen lassen.

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 Schwertern

von: Kris

 

 

 

 

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