[Rezension] Barbaricum (FATE, Abenteuerwelt)

© Uhrwerk Verlag

Obwohl die beiden Regelwerke „Fate Core“ und „Turbo-Fate“ englischsprachigen Ursprungs sind, scheinen die deutschen Macher bei der Veröffentlichung von dazu passenden Spielwelten mehr auf eigenproduzierte Hintergründe zu setzen. Denn offensichtlich entsprechen sie dem deutschen Geschmack mehr. So ist auch „Barbaricum“ wieder ein Angebot aus deutscher Feder, was man auch an der Gestaltung des Hintergrunds merkt.

INHALT
Mittel- und Südeuropa zu Beginn des fünften Jahrhunderts. Das Römische Reich ist bald Geschichte, die letzten Patrizier versuchen es noch, so gut es eben geht zusammen zu halten, ehe es unter dem Ansturm barbarischer Horden zusammenbricht.

Die Hunnen haben viele germanische Stämme vor sich her getrieben, was nun zu einem sehr angespannten Machtgefüge in der Region führt. Zwar bestehen Bündnisse, dienen Germanen in der römischen Armee, aber es kriselt allerorten und langsam aber sicher schleichen sich Veränderungen ein. Da kann es auch die überlegene Dampf-Technologie der Römer nicht verhinder, dass es mit ihrem Reich abwärts geht, denn die Barbaren sind alles andere als dumm und rückständig.

MEDIADATEN

…Entwickler/Autoren: Leopold von Bonhorst
…Verlag: Uhrwerk Verlag
…Format: Softcover, A5, farbig
…Seiten: 100
…Erschienen: Oktober 2018
…ISBN: 978-3958671560
…Preis: 14,95 EUR

MEINE MEINUNG
Die Spielhilfe verknüpft die Ereignisse, die die Völkerwanderung erst so richtig in Gang gebracht haben, mit einem Steampunk-Fantasy, so dass eine alternative Epoche entsteht, in der die Karten immer wieder neu gemischt werden.

Rom hält unter der Diktatur des Feldherrn Aetius zwar noch seinen Status, gerade weil man sich mit den Hunnen verbündet hat – aber wie lange wird das noch gut geht? Denn in beiden Reichen bildet sich langsam aber sicher Widerstand gegen die Herrscher … teilweise im Adel, der selbst an der Macht bleiben will – aber nicht mit einem Herrn, der sie gängelt. Und im Volk kommen Gedanken von Freiheit und Gleichheit auf, so dass es gerade in den unteren Gesellschaftsschichten brodelt.

Dazu kommen die germanischen Völker, die auf ihre Art und Weise um die Macht in der Region schachern – die einen dienen immer noch mehr oder weniger Rom, deren Anführer lauern aber auf eine Chance, um das Reich an sich zu reißen.

Und die Spieler stehen irgendwo dazwischen, können sich aussuchen, welchen der Stämme sie unterstützen und mit wem sie arbeiten wollen. Dafür können sie in alle möglichen Rollen schlüpfen, die Spielhilfe gibt nur ein paar Hinweise und überlässt es in erster Linie den Gruppen selbst, wie sie ihre Kampagnen ausrichten wollen.

Da der Hintergrund komplexer ist, kommen hier vor allem die „Fate Core“-Regeln zum Einsatz. Magie spielt keine Rolle, das übernimmt dann schon eher die Wissenschaft, die einfach die Ansätze und Ideen weiterspinnt, die antike Erfinder schon hatten, die aber noch nicht umgesetzt werden konnten.

Letztendlich kann man mit dem Szenario alles durchspielen, was man möchte – angefangen von Schlachtengetümmel mit ordentlich Dampf und Schwarzpulver dahinter – bis hin zu höfischen Intrigen, mörderischem Geplänkel auf diplomatischem Parkett oder auch der Entfesselung einer frühen Form der französischen Revolution.

Da die germanischen Stämme etwas kürzer umrissen sind, wird es sich wohl wirklich anbieten, als Schauplatz Norditalien zwischen Rom und Ravenna zu wählen, um dortige Abenteuer möglichst abwechslungsreich zu machen.

Wer historisch genauer arbeiten möchte, sollte seinen Spieler entsprechende Informationen liefern, ansonsten kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen. Letztendlich kommt es hier ja auch nur auf die Interaktion der Spieler an, die sich entscheiden können, ob sie sich lieber auf die Intrigen oder handfestere Missionen einlassen wollen. Erfahrung ist auf jeden Fall beim Spielleiter von Nöten, die Spieler sollten allerdings auch keine blutigen Anfänger sein, und um die Konsequenzen ihres Handelns wissen.

„Barbaricum“ ist eine interessante Spielhilfe, greift sie doch auf eine bisher wenig behandelte Epoche der europäischen Geschichte zurück und erlaubt mit Hilfe der Steampunk-Elemente eine ganz eigene Parallelwelt zu erschaffen, in der ganz unterschiedliche Abenteuer möglich sind – je nach Lust und Laune der Gruppe.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Römern

von: Kris

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