[Rezension] Mörderische Renovierung (Roman, Fantasy)

© Golkonda Verlag

Der Golkonda-Verlag hat sich auf die Fahnen geschrieben, Romane zu veröffentlichen, die sich abseits des Mainstream bewegen, sei es nun inhaltlich oder durch die Form. „Mörderische Renovierung“ von Edgar Cantero gehört dazu – ein Buch, dass nicht in linearer Form geschrieben sondern ganz anders präsentiert wird. Zugleich ist es das erste Werk, dass der katalanische Autor in Englisch geschrieben hat.

INHALT
Völlig überraschend erbt ein junger Europäer ein Haus in den Vereingten Staaten und beschließt es in seinem jugendlichen Übermut in Besitz zu nehmen, auch wenn sich – wie er erst von den Nachbarn und Einwohnern des nahegelegenen Ortes erfährt, dass das „Axton House“ eine sehr düstere Geschichte hat. Von einem wahnsinnigen Sklavenhändler ist die Rede, der sich selbst durch seine Experimente sein Grab schaufelte, von den Geistern der Verlorenen die dort umgehen und einem Fluch, der jeden Erben aus der Wells Familie um sein fünfzigstes Lebensjahr herum zu Tode bringt. So ist auch der vorherige Besitzer Ambrose Wells eines Nachts aus seinem Fenster gesprungen ohne das Fenster vorher zu öffnen.

Neugierig wie er ist, und beseelt von den Geschichten Lovecrafts, die er so sehr schätzt, versucht A. zusammen mit seiner Freundin Niamh hinter das Geheimnis des Anwesens zu kommen. Das sind nicht nur geheimnisvoll verschlüsselte Briefe, die sein entfernter Cousin hinterlassen hat, sondern auch immer heftiger werdende Träume, die den jungen Mann immer mehr in den Wahnsinn zu treiben drohen. Ist an dem Fluch also etwas Wahres?

MEDIADATEN

…Autor: Edgar Cantero
…Übersetzung: Thomas Görden
…Verlag: Golkonda Verlag
…Format: gebunden
…Seiten: 412
…Erschienen: Oktober 2018
…ISBN: 978-3946503491
…Preis: 19,90 EUR (eBook: 12,99 EUR)

MEINE MEINUNG
„Mörderische Renovierung“ ist kein Roman im üblichen Sinne, sondern eine Zusammenstellung von Tagebucheinträgen, Briefen, Protokollen von Video- und Tonmitschnitten sowie Mitteilungen der stummen Niamh, die sich nur durch Schreiben, Gesten und kleine Laute artikulieren kann.

Allerdings stört diese besondere Form der Erzählung nicht – sie ist sogar noch unmittelbarer und lässt den Leser gleich an dem Geschehen teilhaben, das die beiden Protagonisten in Gang setzen, weil sie einfach nicht anders können.

Der deutsche Titel ist zwar etwas irreführend, denn die beiden Hauptfiguren renovieren das Haus nicht, sondern stellen es eher auf den Kopf, haben ihren Spaß daran in den zahlreichen Räumen und der umfangreichen Bibliothek zu stöbern, um mehr über das „Axton House“ heraus zu finden.

Nach und nach schält sich so ein immer klareres Bild heraus, neben der durchaus vorhandenen übersinnlichen Ebene scheint auch noch mehr zu passieren – auch der verstorbene Verwandte seine dunklen Geheimnisse zu haben.

Der Autor jedenfalls zieht alle Register und hat seinen Spaß daran, seine Figuren wie auch die Leser nach und nach an die wahren Geheimnisse des Hauses heran zu führen und dabei mit allem zu spielen, was Spukhäuser so an sich haben und dann auch noch ein paar andere bekannte Grusel-Elemente einzubringen. Gelungen ist aber vor allem der Twist gegen Ende, der die bisher eher ruhig verlaufende Geschichte in einen Action-Thriller vom Feinsten verwandelt und gerade durch die letzten Seiten besonders überrascht.

Der Roman ist jedenfalls keine Geschichte von der Stange, hier werden alle Erwartungen, die man ein ein solches Thema hat auf den Kopf gestellt, so dass man auch als anspruchsvoller Leser am Ende angenehm überrascht wird, zumal man auch vorher schon immer dazu eingeladen wird, bei dem ganzen Drama mitzurätseln.

Es lohnt sich also durchaus, einen Blick in „Mörderische Renovierung“ zu werfen, denn der Titel bietet unter dem Buchdeckel mehr als er auf den ersten Blick verspricht und ist nicht nur stilistisch anders als die üblichen Spukhaus-Romane.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Renovierungen

von: Kris

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