[Rezension] Fantasy AGE Bestarium (Rollenspiel)

© Truant Spiele

Das Grundregelwerk von Fantasy AGE ist nun schon eine Weile – genauer Sommer ’16 – erschienen und enthielt einige rudimentäre Monster, die als Beispiele für einige selbstgebastelte Abenteuer ausreichen sollten. Andererseits ist ja der Kniff der Engine der sogenannte Dragon Die und die damit verbundenen Stunts. Vorgestellt werden im Bestarium rund 70 Monster, die einen zweistelligen Vorstellungsformat folgt: Eine halbe Seite stellt die Monster, ihre Biologie und Ökologie vor, der Rest der Seite ist einem Bild, einer Ingame-Stimme und einigen weiteren, besonderen Fakten gewidmet. Auf der zweiten Seite sind auf ca. einer Viertel bis zu einer halben Seite die Monsterstats zu finden, die bevorzugten Stunts und einige Abenteueraufhänger.

INHALT
Gucken wir uns das mal für einige bekanntere und unbekanntere Monster an.

Greife z.B. werden als Schatzwächter beschrieben, als Symbole von Königen, welche ihnen ein Schmuckstück anvertrauen können. Andererseits ist ihre Herkunft unbekannt, chimärische Experimente werden vermutet. Im Gebirge nistend jagt er in der Ebene bevorzugt Pferde und Bisons, auch wenn er sich gegen Bären oder Yetis zu wehren weiß. Einige Mutige wollen ihn reiten und domestizieren, landen aber häufig als schneller Happen vor den Jungen des Greifen …  Die weiteren Fakten beleuchten (besonders) intelligente Greifen, die sprechen oder gar mental kommunizieren können. Es wird angedeutet, dass es Greifenreiter gab und noch geben könnte und die Variante des Hippogreifs (Pferdegreifs) wird erwähnt (inkl. regeltechnischer Modifizierung). Es folgt der Statblock, ein Regelblock zum Abrichten und Fliegen eines Greifens sowie drei Abenteueraufhänger: Es wird dringend ein Greif für die Tierschau des Kaisers gesucht, zum anderen geraten die SC durch Zufall in die Bruthöhle eines Greifen und zum dritten gilt es, einem Greifen Opfergaben zu bringen, obwohl das Dorf so gut wie nix übrig hat.

Ein beeindruckendes Bild liefert der Nachtfetzer, im Prinzip ein Hai, der nachts den Nachthimmel statt die heimischen Gewässer durchstreift. Vielleicht die Brut eines Haigottes, gezüchtete Kriegsbestien oder das Ergebnis eines magischen Experiments jagen sie Menschen als auch ihr Vieh. Allerdings gibt es uch riesige Exemplare, die z.B. Drachen jagen – genau das zeigt die Illu eindrucksvoll. Die Fähigkeit Verschlingen kann für 5 Stunpunkte aktiviert werden, was mir gut gefällt (also kreaturenspezifische Sonderaktionen über die Stunpunkte abzubilden). Auch hier waren neben den Stats drei Abenteueraufhänger: einmal geht es um primitive Humanoide, die den Nachtfetzer als Gott in der Tiefe anbeten, einmal lockt das Kopfgeld einer friedlichen Gnomen- und Halblingssiedlung und beim dritten will eine Rotte Nachtfetzer einen verstorbenen, legendären Drachen verspeisen, etwas, was ungeahnte Auswirkungen haben könnte.

Nach den zahlreichen Monstern werden noch einige Tiere – zu Land, zu Wasser und in der Luft – vorgestellt, wobei man sich hier auf Stats und kurze Beschreibungen setzt und so 19 Tiere unterbringt. Zum Abschluß folgt noch die Erklärung zahlreicher allgemeiner Monsterfähigkeiten und ihrer regeltechnischen Auswirkung sowie ein Index.

MEDIADATEN

…Autoren: Chris Pramas u.a.
…Illustrationen: Diego Gisbert Llorens, Hal Mangold, u.a.
…Verlag: Truant Spiele
…Format: Softcover A4
…Seiten: 140
…Erschienen: November 2018
…ISBN: 978-3934282834
…Preis: 34,95 EUR

MEINE MEINUNG
Das Monsterformat ist gut gelungen, gerade in Anbetracht, dass viele sich mit Fantasy AGE etwas eigenes bauen. Die zahlreichen Abenteuerideen liefern kleine, stimmige Encounter bis hin zu Aufhängern für größeres. Auch, dass nicht die ultimative Wahrheit über die Herkunft hierdrin zu finden ist, trägt zur Stimmung bei und lässt den interessierten Spielleiter einigen Raum, wenn seine SC fleißig Wissen: Monster würfeln oder anderweitig an Schwachstellen der Kreaturen gelangen wollen. Rassen zu modifizieren oder Gegner aus einem anderen Grund verstärken zu Elite, Heroisch oder Episch, wird schon eingangs erklärt: einfach die Eigenschaften etwas aufgemübelt, Gegnerfoki, Talente und ein paar Lebenspunkte hinzu und schon wird aus dem 6m-Fetzer das drachenjagende 25m-Ungeheuer.

Chris Pramas und seine Mitautoren präsentieren hier ein tolles Bestarium, viele unterhaltsame Beschreibungen, die auch spielweltrelevant werden können, und vor allem unzählige Abenteuerideen, die durchaus was taugen. In dieser Form braucht man die Konkurrenz an Monsterkompendien nicht fürchten.

MEINE WERTUNG
5 von 5 monströsen Begegnungen

von: Würfelheld & Greifenklaue

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