[Rezension] Shadowrun: Orks weinen nicht (Roman)

© Pegasus Spiele

Es ist nun schon über zehn Jahre her das Jan-Tobias Kitzel mit „Flammenmeer“ das erste Mal die Leser in die Schatten entführte. Seitdem hat sich Kitzel anderen, durchaus empfehlenswerten Werken gewidmet. Nun kehrt er mit „Orks weinen nicht“ in die Schatten zurück. Ohne zu viel zu verraten, diese Comeback kann man mehr als gelungen bezeichnen.

INHALT
Rex lebt im Rhein-Ruhr-Plex, der vor Leben brodelnden Metropolregion, die sich aus den alten Industriestädten entwickelt hat, aber durch die günstige Lage immer noch vielen Konzernen einen interessanten Stadtort bietet. Er schlägt sich so durch, wie nicht wenige, die keinem geregelten Job nachgehen. Immerhin gehört sein Runnerteam zu den Aufstrebenden der Region und kann eine gute  Bilanz vorweisen.

Zugleich ist Rex aber auch ein Familienvater. Während er sich um seine Kinder keine Sorgen mehr machen muss, leidet seine Frau an einer schweren Lungenerkrankung, die sie umbringen wird, wenn sie nicht endlich operiert werden kann. Aber genau das kostet eine Stange Geld, das er nicht vorzuweisen hat.

Doch dann scheint sich ein Lichtstreif am Horizont aufzutun. Der nächste Run wirkt nicht nur einfach, er bringt auch gutes Geld. Doch im Verlauf des Jobs zeigt sich, dass Rex dafür andere Dinge aufgeben müsste, die ihm genau so wichtig sind – nämlich seine moralischen Grundsätze.

MEDIADATEN

…Autor: Jan-Tobias Kitzel
…Verlag: Pegasus Press
…Format: Taschenbuch
…Seiten: 283
…Erschienen: Juli 2018
…ISBN: 978-3957891785
…Preis: 12,95 EUR

MEINE MEINUNG
Der Roman erfindet nun wirklich das Rad nicht neu, folgt die Handlung doch einem klassischen Schema, das auch in den meisten Abenteuern gang und gebe ist. Denn wie immer stellt sich der Auftrag, den die Helden annehmen als nicht ganz so einfach heraus, wie man ihnen gerne vorgaukeln will und am Ende ist Improvisationstalent gefragt, wenn man überhaupt davonkommen will – oder eben auch Opferbereitschaft.

Die Gruppe um Rex entspricht auch mehr oder weniger den üblichen Archetypen, die in den Rollenspielrunden verwendet werden, diesmal sogar in einer guten Mischung aus Männern und Frauen verschiedener Rassen.

Das aber was die Geschichte ausmacht sind die Charaktere. Der Autor versucht nicht originell zu sein, er nimmt sich aber die Zeit, den Runneralltag in Szene zu setzen – die vielen kleinen Aufgaben, die zumindest ein paar Kröten in die Tasche fließen lassen, aber dafür auch keine besonders großen Gefahren bergen. Dazu kommt auch ein interessanter Blick auf den Alltag der Helden. Gerade Rex ist nicht der Typ „Einsamer Wolf“, sondern ein Familienvater, dem auch wichtig ist, das seine Söhne weiterhin zu ihm stehen, der froh darüber ist, dass sie immer noch sehr eng zueinander stehen, auch wenn die beiden jungen Männer einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen haben.

Er wirkt sympathisch durch seine Grundsätze, die auch auf seine Kameraden ausstrahlen und die Gang deshalb zu einem eingespielten Team machen, das zusammenhält, wo es kann.

Das Geschehen wird zudem sehr lebhaft und unterhaltsam erzählt – es kommen keine Längen auf, auch wenn die Action einmal zurückgeschraubt wird. In dieser Hinsicht ist das Buch nicht spektakulär, aber man wird gut mit den Figuren warm und folgt deshalb auch gerne ihren Abenteuern, auch wenn man die ein oder andere Wendung vorausahnt.

„Orks weinen nicht“ gehört zu den interessanteren Shadowrun-Romanen, weil Jan-Tobias Kitzel viel richtig macht – er konzentriert sich bewusst auf seine Figuren, schafft Ambiente durch Alltagsschilderungen und sorgt so für die Spannung, die das eigentliche Abenteuer nicht ganz erbringen kann. Der Roman ist rund, man wird schnell mit den Figuren warm und ist, wenn man sich auf diese einlässt, gefesselt bis zum Ende. Lesevergnügen ist also nicht nur für Schattenläufer garantiert.

MEINE WERTUNG
4,5 von 5 Tränen

von: Kris & Würfelheld

 

 

2 Kommentare zu „[Rezension] Shadowrun: Orks weinen nicht (Roman)“

  1. Klingt nicht schlecht. Insbesondere das Stadtsetting und die moralischen Konflikte innerhalb des Protagonisten scheinen interessant. Schade nur, dass es keine eBookversion zu geben scheint.

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