[Rezension] Spiele-Comic Noir: Loup Garou

© Pegasus

Das Feld der Solospielbücher ist schon abgegrast, neue Formate schwierig geworden, da sich vieles mittlerweile wiederholt – aber es gibt immer noch die ein oder andere Idee, die noch nicht oder kaum ausprobiert wurde – so wie der Versuch, das Spiel in einen Comic zu verpacken. Ein solches Experiment ist „Loup Garou. Ein Spiele Comic Noir“.

INHALT
Du bist Eoras der treue Lehrling des Magiers, Alchimisten und Heilers Theocred und lebst mit ihm in der kleinen Gemeinde Trübenthal bei der Ortschaft Weißendorn. Werwölfe und Vampire sind dir nicht fremd, und wenn man gewisse Spielregeln einhält, kommt man gut mit ihnen aus.

Als du für deinen Meister in der Dunkelheit noch ein paar Alraunen besorgen willst, wirst du von einem Werwolf angegriffen und fortan von einem mordlüsternen Jäger angegriffen. Und dann ist auch noch dein Meister verschwunden …

Das sind ideale Ausgangsvoraussetzungen für ein kleines aber feines Abenteuer, denn nun ist es an dem Spieler, der in Gestalt von Eoras nicht nur mit dem Werwolfkeim in seinem Blut zurechtkommen muss, sondern auch noch nach dem geschätzten Meister suchen. Denn der ist entführt und die Hütte verwüstet worden. Doch warum und wieso?

Es ist an der Sache des Spielers das heraus zu finden und sich anhand der angegeben Stationen durch das Buch zu arbeiten. Mal ist es von Vorteil, ein Mensch zu sein, dann wieder kann es auch hilfreich werden, sich willentlich in einen Werwolf zu verwandeln.

Das Spielbuch macht es sich diesmal einfach – die Regeln werden nicht alle auf einem Haufen, sondern innerhalb des Buches erklärt – gerade die Kampfregeln sind sehr geschickt eingebaut.

Das relativ dünne Buch versteckt sehr viele Szenen in seinem Inneren – denn der Held kommt nicht nur mit anderen Menschen und Werwölfen in Kontakt, sondern auch mit den Vampiren, scheint es doch, dass genau sie die Drahtzieher des ganzen sind. Aber wie so oft ist der Schein trügerisch.

Diese Dinge kann man aber erst heraus finden, wenn man sich alles genau anschaut, vielleicht sogar nochmals besucht, mit den Menschen und anderen Wesen interagiert, sofern diese es zulassen. Denn nur so bekommt man die notwendigen Mosaiksteine zusammen, um am Ende das Gesamtbild zu haben und das richtige tun zu können.

Bilder erklären mehr als Worte – das besondere ist, dass man die Panels sehr genau studieren sollte, denn manche der Wegstationen sind bei schlechten Lichtverhältnissen nur schwer zu erkennen, heben sich die Nummern gelegentlich nur schwach vom Hintergrund ab.

Auch ist eine gewisse Entwicklung zu erkennen, die Geschichte bietet dem Helden neben kniffeligen Rätseln und sehr interessanten Funden auch Kämpfe, die sich in ihrem Schwierigkeitsgrad steigern, so dass man nicht glauben darf, so einfach durchkommen zu können. Dann wird auch die Ausrüstung wichtig, die man sich im Verlauf der Geschichte zusammengesammelt hat.

Das Konzept geht jedenfalls auf. Es ist weniger anstrengend, sich durch das Buch zu lesen, die wichtigen Informationen werden einem in entsprechenden Textblasen geliefert und ein Lesebändchen kann benutzt werden, um die richtige Seite wiederzufinden.

Wie auch schon bei anderen Rollenspielbüchern gibt es auch hier einen Charakterbogen. Dieser kann wie auch die Würfelscheibe auf der Homepage des Verlages heruntergeladen werden, so dass man das Buch nicht beschädigen muss.

Alles in allem ist der Band eine runde und unterhaltsame Sache, tragen die Zeichnungen doch auch zu der intensiven Atmosphäre mit bei.

MEDIADATEN

…Autor: Moon
…Verlag: Pegasus Spiele
…Format: Hardcover
…Seiten: 144
…Erschienen: Oktober 2018
…ISBN: 978-3957892195
…Preis: 14,95 EUR

MEIN FAZIT
Erfrischend anders, weil verspielt und einmal mehr auf Bilder setzend kommt das „Spiele Comic Noir: Loup Garou“ daher und bietet ein Abenteuer, das es sowohl von der Konzeption als auch vom Inhalt her in sich hat und den Spieler herauszufordern weiß, auch wenn es zunächst simpel aussieht. Aber man hat mehr von dem dünnen Buch als gedacht, auch wenn man manchmal etwas genauer hinschauen muss.

MEINE WERTUNG
4,5 von 5 Werwölfen

von: Kris

 

WEITERE INFOS

 

 

 

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