[Rezension] Shadowrun: Der vitruvianische Moment (Roman, Rollenspiel)

© Pegasus Press

„Shadowrun“ hat auch in Deutschland eine lange Geschichte und den Wechsel von einem Verlag zum anderen hinter sich. Aber das Setting ist reizvoll genug, um eine neue Generation an den Spieltisch zu fesseln. Ein Zeitsprung ermöglichte dabei neue Entwicklungen und Anpassungen, die auch Martina Nöth in ihrem Roman „Der vitruvianische Moment“ berücksichtigt.

INHALT
Datenextraktionen sind sein Ding, ansonsten liebt Riggs doch eher die einfachen Dinge des Lebens, angefangen mit Actionfilmen aus dem letzten Jahrhundert bis hin zu Aldi-Burgern bei denen das extra Röstzwiebelaroma nicht fehlen darf.

Deshalb glaubt er auch nicht an Stress, als er einen Auftrag im Süden Deutschlands annimmt und sich mit ein paar Leuten zusammentut, um den Run durchzuführen. Doch er wird schnell eines besseren belehrt, als die Sicherheitsmaßnahmen des Museums, in das sie einbrechen doch besser sind, als erwartet.

Sein ganzes Team kommt ums Leben und er gerade noch so davon. Und es scheint, als würde ihn diese Pechsträhne weiter verfolgen, denn auch der nächste Run fordert Opfer und Verluste. Seinen Auftraggebern scheint das egal zu sein, deshalb horcht Riggs auf und kommt bald einem Nest aus Intrigen auf die Spur, in das er tiefer verstrickt ist, als er ahnt …

MEDIADATEN

…Autorin: Martina Nöth
…Verlag: Pegasus Press
…Reihe: Shadowrun
…Format: Taschenbuch
…Seiten: 324
…Erschienen: Oktober 2018
…ISBN: 978-3957892164
…Preis: 12,95 EUR

MEINE MEINUNG
Es ist ja fast schon normal, dass Shadowrunner ihren Auftraggebern nicht unbedingt trauen sollten, vor allem nicht, wenn sie bewusst irgendwelche Mittelsleute einschalten, die erst einmal auch nur die Hälfte sagen, obwohl dadurch wichtige Informationen vorenthalten werden … aber das für das Spiel und die bisher entstandenen Romane auch normal.

Martina Nöth verpackt ihre erstaunlich geradlinige Handlung in sehr viel Atmosphäre, denn sie spickt die Handlung mit kleinen aber feinen Details, durch die die Leser ein stimmungsvolles Bild von Süddeutschland im Jahr 2078 bekommen, das sich natürlich auch mit den Beschreibungen in den Quellenbüchern deckt. Fans des Spiels können so vieles wiederentdecken, und Neueinsteiger eine Ahnung bekommen, was sie erwartet.

Immerhin wird auch kurz erwähnt, wie die Metamenschen aka Orks und Zwerge entstanden sind und was mystische Wesen wie Elfen und Drachen dazu bewogen hat, wieder auf zu tauchen. Deshalb sollte man sich auch nicht wundern, das eines der Themen der Geschichte auch eher mystisch-magischer als wissenschaftlicher Natur ist.

Die Autorin verbeugt sich augenzwinkernd vor den gängigen „Shadowrun“-Klischees und spinnt eine Handlung, die zwar in groben Zügen vorhersehbar ist, aber immer noch in Kleinigkeiten überraschen kann.

Erst am Ende muten einige Entwicklungen mehr als überhastet an, so dass der gute Eindruck den die ersten zwei Drittel des Buches machten, eher schwindet. Und auch das Ende könnte den ein oder anderen Leser enttäuschen. Denn nun wird man das Gefühl nicht los, dass die eigentliche Geschichte erst anfängt.

„Der vitruvianische Moment“ ein unterhaltsames und kurzweiliges „Shadowrun“-Abenteuer zum Schmökern, das Neueinsteiger und altgediente Fans gleichermaßen unterhalten kann, wenngleich die Handlung auch zum Ende hin den ein oder anderen anspruchsvolleren Leser enttäuschen kann. Ein guter Einblick in die Mechanismen des Spiels und das Ambiente des Settings wird aber auf jeden Fall geboten.

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 Momenten

von: Kris

 

 

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