[Rezension] Mortal Engines: Krieg der Städte (Roman, SciFi, bald im Kino)

© FISCHER Tor

Seit vielen Jahren ist Philip Reeve in seiner Heimat England ein erfolgreicher Autor, der vor allem durch sein „Mortal Engines“-Quartett die Aufmerksamkeit der Leserschaft gewann. Die Romane erschienen bereits Anfang des Jahrtausends in einem deutschen Verlag, dürften aber erst jetzt die breite Masse interessieren, da der erste Band „Krieg der Städte“ von Peter Jackson verfilmt wurde und diesen Dezember in die Kinos kommt.

INHALT
In einer fernen Zukunft ist die Erde verwüstet. Die Menschheit hat zwar überlebt, die meisten fristen aber ein eher elendes Leben in den wandernden Städten, die von gigantischen Motoren angetrieben werden. Man macht Jagd aufeinander, um an Nahrung und Rohstoffe zu kommen – nur wenige suchen in den Resten der Zivilisation nach diesen Dingen.

Die berühmteste und gefürchtetste der Städte ist London. Angeführt von einem skrupellosen Bürgermeister vereinnahmt sie jede andere wandernde Siedlung und pflegt eine strenge Hierarchie.

Eingebunden in diese ist auch der fünfzehnjährige Tom, der bisher nur ein Gehilfe ist, aber davon träumt, eines Tages in die Fußstapfen von Thaddeus Valentine zu treten, dem berühmtesten Sohn der Stadt und Chefhistoriker.

Doch als ein Mädchen mit einer tiefen Narbe im Gesicht sein Idol angreift und er dem Mann auch noch das Leben rettet, wird das Leben des Jungen auf den Kopf gestellt. Denn anstatt ihm zu danken, landet Tom dort, wo auch das Mädchen ist – in einem Müllschacht, der beide in die apokalyptischen Außenlande transportiert … und ein Abenteuer beginnt, dass es in sich hat.

MEDIADATEN

…Autor: Philip Reeve
…Übersetzung: Nadine Püschel, Gesine Schröder
…Verlag: FISCHER Tor
…Reihe: Mortal Engines, Band 1
…Format: broschiert
…Seiten: 333
…Erschienen: Oktober 2018
…ISBN: 978-3596702121
…Preis: 12,00 EUR (eBook: 9,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Die ersten Romane des Quartetts, zu dem es auch noch drei Prequels und eine Kurzgeschichtensammlung gibt, erschienen bereits Ende des 20. Jahrhunderts, als postapokalyptische Welten gerade erst wieder in Mode kamen und das Interesse der Leser weckten.

Philip Reeve verbindet dies aber auch mit einem sehr interessanten Setting, das auch Steampunk-Elemente aufweist und nicht nur in einer apokalyptischen Endzeit spielt. Denn die Menschen der wandernden Städte beherrschen die Technik lange nicht mehr so gut wie ihre Vorfahren, einige Bereiche müssen auch erst wieder erkundet und entschlüsselt werden. Doch selbst dann …

Die Geschichte ist als Jugendbuch konzipiert, das merkt man einerseits an der Gestaltung der Figuren und des Hintergrunds, aber auch an der verwendeten Sprache. Handlung und auch Erzählweise sind klar und überschaubar gehalten, viele technische Entwicklungen werden einfach als vorhanden und verwendbar vorausgesetzt.

Der Autor spart sich in einigen Bereichen einfach die Erklärungen und konzentriert sich mehr auf das Abenteuer, welches die Helden durch eine sterbende Welt führt, in der sich jeder selbst der nächste ist, Piratenstädte andere überfallen, berauben und die Bewohner entweder zu Sklaven machen oder umbringen. In London nehmen derweil die Intrigen weiter Lauf, die auch viel mit der Vergangenheit des narbigen Mädchens namens Hester und Tom zu tun haben, so dass der Autor am Ende auch wieder sauber die Fäden zusammenfügen kann.

Auch die Figuren sind eher simpel gestrickt, die meisten von ihnen auf ein paar Facetten reduziert, durch die sie genug Profil erhalten, um ihre Rolle in der Geschichte einzunehmen. Dabei wird auch mit Klischees nicht gespart.

Die Handlung wartet mit erstaunlich vielen Brutalitäten auf, auch wenn die Grausamkeit der Menschen nicht all zu explizit ausgeführt wird. Der Autor bleibt aber konsequent, was den Darwinismus angeht, der den Hintergrund durchzieht und lässt gerade einmal seine Helden überleben, damit die auch noch weitere Geheimnisse ihrer Welt ergründen können, denn das Abenteuer findet zwar einen vorläufigen Abschluss, viele Fragen bleiben aber offen.

Erzählt wird das ganze in einem flotten Stil, der nicht lange um bestimmte Sachen herumredet und oft gleich zur Sache kommt, so dass auch durch ihn und nicht nur einige böse Wendungen genug Spannung entsteht, um auch ältere Leser bei der Stange zu halten.

„Krieg der Städte“ bietet einen so dramatischen wie auch phantasievollen Auftakt des „Mortal Engines“-Quartetts. Die Geschichte bietet ein abwechslungsreiches, für jüngere Leser ab zwölf Jahren gut überschaubares Abenteuer vor einer Kulisse, die gekonnt Elemente aus gleich mehreren Genres miteinander vermischt, so dass auch erwachsene Fans ihren Spaß haben und bestens unterhalten werden.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Städte

von: Kris

 

Und bald auf der Leinwand !!!

 

 

 

 

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