[Rezension] NSA: Nationales Sicherheits-Amt (Roman, Alternative Weltgeschichte)

© Bastei Lübbe

Der 1959 in Unna geboren Andreas Eschbach, welcher Luft- und Raumfahrttechnik studiert und aktuell im Software-Umfeld tätig ist, hat es geschafft, über Jahre hinweg, immer wieder SciFi-Werke zu verfassen die vielen Lesern tolle Lesestunden bereitet haben. Nun hat sich Eschbach einer Fiktion angenommen, die nicht unbedingt Neu erscheint und auch nicht ist, aber doch einen gewissen Reiz in sich trägt. So nimmt Eschbach als Handlungsort die Zeit des Dritten Reiches und mischt dieses mit den aktuellen technischen Errungenschaften wie etwa Internet, E-Mail, usw.

INHALT
Helene hat sich während ihrer Schulzeit zu einer der besten Programmstrickerinnen im Deutschen Reich entwickelt. Sie beherrscht Komputer im Schlaf und kann Sachen die Andere nie erreichen werden. So ist es auch kein Wunder, das sich nach Helenes Schulabschluss direkt das „Nationale Sicherheits-Amt“ standesgemäß per Elektrobrief bei ihr meldet. Dabei handelt es sich um einen Geheimdienst, welcher besonderen Wert auf „Geheim“ legt und nicht vielen Leuten bekannt ist.

Während ihrer Tätigkeit lernt Helene Eugen kennen, dieser ist als Datenanalyst fürs Amt tätig. Beide haben sich schnell in ihren Jobs verloren und arbeiten stupide einfach ihren Stapel ab. Bis sich eines Tages hoher Besuch, nämlich Heinrich Himmler – Reichsführer SS ankündigt, um sich ein genaues Bild vom NSA zu machen und dessen weitere Zukunft zu bestimmen. Dies scheint eine einmalige Chance zu sein und so legen sich die Mitarbeiter ins Zeug und präsentieren Himmler nicht nur eine Datenflut, sondern zeigen ebenfalls was man mit den gesammelten Einzeldaten über jeden Bürger herausfinden und somit entsprechende Maßnahmen beschließen kann. Helene wird durch diese Präsentation förmlich aus ihren Träumen gerissen und versteht erst nach und nach für welches System sie sich hat instrumentalisieren lassen.

MEDIADATEN

…Autor: Andreas Eschbach
…Verlag: Bastei Lübbe
…Format: Hardcover
…Seiten: 600
…Erschienen: September 2018
…ISBN: 978-3785726259
…Preis: 22,90 EUR (eBook: 16,95 EUR)

MEINE MEINUNG
Mit „NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ serviert Andreas Eschbach uns Lesern einen gut sechshundertseitigen Brocken welcher es trotz seiner Mischung schafft einen aktuellen Eindruck, durch die gesellschaftlichen Entwicklungen, zu hinterlassen.

Eschbach gelingt die Mischung aus Dystopie, Historie und Thriller zwar und das gebotene Setting, welches sich stark an die Geschehnisse in den 1930+1940 anlehnt, gemischt mit der technischen Entwicklung von heute, bringt doch erschreckendes hervor und man stellt sich öfters die Frage „Was wäre, wenn…“.

Die beiden Protagonisten Helene und Eugen treiben die Story konstant voran, allerdings verliert sich Eugen nachher ein wenig und ich stellte mir öfters die Frage, worum man diesen Charakter so sehr ins Buch verwoben hat um ihn dann so zu vernachlässigen.

Die Rasanz der Story nimmt stetig zu, und man merkt förmlich wie man auf das Finale zusteuert, es wird zu schnell, zu viel. Am Anfang und in der Mitte des Buches hat man eindeutig zu viel Platz für, aus meiner Sicht, belanglose Beschreibungen verloren. Diese Beschreibung hätte nicht sein müssen, da ich mir sicher bin, das ein Großteil der Leserschaft weiß was manch technische Errungenschaft ist. Dies nervt nach einiger Zeit, nicht nur weil es da ist, und plump einen anderen Namen verpasst bekommen hat, sondern weil es den Anschein der Oberlehrerhaftigkeit hat.

Auch wenn ich letztlich einen Artikel zu politischen Aussagen in der SciFi und Fantasy gelesen habe und da Zustimme, dass dies in den letzten Jahren immer weniger der Fall ist, schafft es Eschbachs Werk schon durch das Cover für Aufmerksamkeit und Diskussion zu sorgen. Allerdings schwingt bei mir das Gefühl nach, dass man sich für dieses Cover nicht bei einem neuen Autoren entschieden hätte.

Alles in allem ist „NSA – Nationales Sicherheits-Amt“ ein guter Versuch, reißt mich aber nicht vom Hocker wie andere Eschbach-Werke. Schade!

MEINE WERTUNG
3 von 5 Überwachungsm

von: Würfelheld

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