[Rezension] Mörderspiel (Roman, LARP-Krimi)

© Mantikore Verlag

Kriminalgeschichten gibt es wie Sand am Meer, aber nur wenige Autoren würden vermutlich auf die Idee kommen, die in einem Setting anzusiedeln, das vielen Lesern fremd ist. Daniela Beck beweist nun mit ihrem Buch „Mörderspiel“, dass sie nicht nur ziemlich mit dem vertraut ist, über das sie schreibt, sondern die sich daraus ergebenden Besonderheiten auch Neulingen nahe bringen kann.

INHALT
Lilli und Markus sind ein perfektes Paar. Sie harmonieren in so ziemlich allen Bereichen, nur an das seltsame Hobby, das ihr Freund pflegt, muss sich die junge Frau noch gewöhnen. Deshalb bleibt sie zunächst auch erst einmal ziemlich skeptisch, als er sie einlädt, an einem solchen Wochenende teilzunehmen, das von einer Bekannten organisiert wird und in kleinem Rahmen abläuft. LARP, oder besser „Live-Action-Roleplaying“, ist das für erwachsene Menschen nicht ziemlich albern?

Sie muss in die Rolle einer jungen Frau aus den 1960er Jahren schlüpfen, die in einem alten Herrenhaus zu Besuch ist und dort ein Verbrechen aufklären soll. Zunächst ist sie skeptisch, doch schon bald, nach dem Fund eines alten Tagebuchs leckt sie Blut und ist mehr oder weniger Feuer und Flamme.

Schon bald taucht sie ganz ein in ihre Rolle, Die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschwimmen, denn schon bald zeigt sich, das hinter den ganzen Hinweisen und Andeutungen eine grausame Wahrheit verbirgt.

MEDIADATEN

…Autor: Daniela Beck
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: broschiert
…Seiten: 278
…Erschienen: August 2018
…ISBN: 978-3961880546
…Preis: 13,95 EUR (eBook: 9,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Die Handlung selbst mag eher überschaubar gestrickt sein, wird aber spannend präsentiert, denn die Autorin springt gekonnt zwischen den Ebenen hin und her, um ihre Hinweise zu verstreuen und die Handlung voran zu treiben. Auf der einen Seite ist da das Tagebuch einer verstorbenen Frau namens Charlotte, die von dem seltsamen Verhalten einiger Personen in ihrem direkten Umkreis und das in der Mitte der 1950er Jahre berichtet, dann die reale Welt, in der Lilli erst Bedenken hat und immer wieder die Erlebnisse mit ihrem Freund und den anderen Mitspielern bespricht – und schließlich das fiktive Szenario, in dem sie als Ermittlerin auch ihren Freund ganz neu kennen lernen muss, aber schon bald in Gefahr gerät, weil jemand verhindern möchte, dass das Geheimnis ans Licht kommt.

Der Wechsel kommt nicht abrupt, da man durch die Kapiteltitel genau weiß, ob die Ich-Erzählerin jetzt sie selbst ist oder eben gerade in ihrer Rolle steckt. Auf spielerische Weise wird dem Leser, der sich nicht mit der Szene auskennt, so nach und nach diese Form des Rollenspiels vorgestellt, Fans, die selbst schon in andere Rollen geschlüpft sind, werden so manches wieder erkennen.

Natürlich hat die Autorin alles ein wenig begrenzt und auch die Figurenanzahl auf das Wesentliche beschränkt, folgt teilweise klassischen Handlungsmustern aber die Geschichte verfehlt ihre Wirkung dennoch nicht.

Obwohl die Figurenzeichnung eher oberflächlich bleibt, nimmt man doch Anteil am Wirken, Denken und Handeln der Charaktere und entwickelt Sympathien. Noch viel wichtiger ist das Ambiente, dass sehr glaubwürdig vermittelt wird und vielleicht bei dem ein oder anderen die Lust weckt, selbst einmal an so etwas teil zu nehmen. Die Mission des Buches wird damit mehr als erfüllt.

Alles in allem ist „Mörderspiel“ eine unterhaltsame und spannende Einführung in die LARP-Szene, die für Fans und Neueinsteiger gleichermaßen interessant ist, da man sich wie die Heldin nach und nach in diese ganz eigene Welt einfindet, in der es möglich ist, für eine gewisse Zeit in ein anderes Leben zu schlüpfen. Leichtfüßig erzählt die Autorin einen vielleicht nicht innovativen, aber sehr stimmungsvollen Krimi.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Mördern

von: Kris

Nerd-Gedanken hat „Mörderspiel“ ebenfalls rezensiert.

 

 

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