[Rezension] Starship: Verloren im Weltraum (Roman, Science-Fiction)

© Mantikore Verlag

Der 2017 verstorbene Brian W. Aldiss gehört zu den großen Science-Fiction-Autoren der 1960er bis 1980er Jahre und gewann viele Preise, vor allem für sein Spätwerk, die „Helliconia“-Trilogie. Zu den etwas weniger beachteten Früh-Werken gehört „Starship – Verloren im Weltall“, ein Roman von 1958, den der Manticore-Verlag nun wieder aufgelegt hat.

INHALT
Roy Complain kennt kein anderes Leben als das eines Jägers und Sammlers auf den Ebenen des riesenhaften Raumschiffes, in dem mutierte Pflanzen alles überwuchert haben und die Menschen dazu zwangen, in eine primitivere Zivilisationsstufe zurück zu fallen.

Doch nach dem Tod seiner Frau hat er jedes direkte Lebensziel verloren und schließt sich seiner, von Priester angeführten Expedition an, um die Geheimnisse zu ergründen, die ihre Ahnen hinterlassen haben und auch herauszubekommen, woher die Fremden eigentlich stammen, die sie immer wieder unterwandern.

Das Unternehmen ist gefährlich führt aber schon bald zu überraschenden Entdeckungen, die Complains gesamtes Weltbild auf den Kopf stellen – und nicht nur das Seine. Denn auch eine andere – höher entwickelte Gruppe weiß noch nicht alles – und findet mit den Suchern noch so einiges mehr heraus.

MEDIADATEN

…Autor: Brian Aldiss
…Übersetzung: Andrea Blendl
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: broschiert
…Seiten: 340
…Erschienen: Mai 2018
…ISBN: 978-3961880171
…Preis: 13,95 EUR

MEINE MEINUNG
Die Handlung von „Starship“ ist eigentlich recht simpel. Die Bewohner dieser in sich geschlossenen Welt sind die Nachfahren von Weltraumreisenden und sich durchaus bewusst, dass sie auf eine Arche leben, einem Generationenschiff in dem einiges aus dem Ruder gelaufen ist.

Deshalb scheint es mehr als legitim, nach dem legendären Kontrollraum zu suchen und vielleicht etwas zu tun, um damit die noch legendärere Erde zu erreichen, zumal es den Menschen überhaupt nicht passt, dass sie von Fremden unterwandert werden.

Mit jeder Ebene die sie erkunden, gibt es neue Antworten, aber auch eine ganze Menge Fragen kommen hinzu. Am Ende ist die Wahrheit eine ganz andere als sie vermutet haben, aber nicht minder erschütternd.

Natürlich versucht der Autor die Geschichte mit Action aufzupeppen, sein Anliegen ist aber im Grunde ein ganz anderes: Er zeigt, wie sich die Besatzung einer Weltraumarche durch die Einflüsse aus dem All verändern kann und erzählt bewusst aus deren Sichtweise, um nicht all zu viel auf einmal zu verraten. Leider bewahrt er auch eine gewisse Distanz zu den Charakteren, dass man nicht so wirklich mit ihnen mitfiebern mag und auch nur wenig Entwicklung in ihrem Denken erkennen kann, als die Welt der Helden aus den Fugen gerät.

Man merkt dem Roman allerdings auch sein Alter an, nicht nur was die Rollenklischees betrifft, auch die Beschreibung der Technik und der Gesellschaftsformen hat etwas Antiquiertes an sich. Manches wirkt auch angestaubt, sorgt aber zugleich für eine interessante Atmosphäre. Die Geschichte selbst findet einen vorläufigen Abschluss, endet aber so offen, dass man durchaus noch eine Fortsetzung anhängen könnte.

Ob „Starship – Verloren im Weltraum“ das Prädikat „Klassiker“ verdient, muss wohl jeder Leser selbst entscheiden, denn was dem einen bereits zu langweilig und unglaubwürdig sein könnte, wirkt auf den anderen faszinierend und interessant, gerade weil es wie aus einer anderen Zeit und Welt stammt.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Fremden

von: Kris

 

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