[Rezension] Children of Blood and Bone: Goldener Zorn (Roman, Afrikanische Mythologie, Fantasy)

© Fischer fjb

Die 1993 geborene Tomi Adeyemi ist eine Amerikanerin mit nigerianischen Wurzeln. Nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium in Harvard widmet sie sich ganz der westafrikanischen Kultur und Mythologie, von der sie auch viel in ihr Romandebüt hat einfließen lassen. „Goldener Zorn“ ist allerdings auch der Auftakt ihrer Trilogie „Children of Blood and Bone“.

INHALT
Ein machthungriger König zerstörte die magische Welt, in die Zelie hinein geboren wurde. Mit sechs Jahren musste sie miterleben, wie ihre Mutter, eine begnadete Seelenfängerin einfach ermordet und zur Abschreckung hingerichtet wurde, zusammen mit anderen, die ihre Gaben zum Wohle des Dorfes eingesetzt hatten. In jeder Nacht versiegte auch die Magie, und alles wurde anders.

Seither leben die Divine in Angst vor den Soldaten des Herrschers, werden als „Maden“ bezeichnet und voller Willkür misshandelt, gerade wenn die Gefahr besteht, dass noch einmal jemand seine Macht entfesseln könnte.

Als sie zur jungen Frau herangewachsen ist, erfährt Zelie, das es noch eine Hoffnung gibt, die Magie wieder zu erwecken und damit den König zu besiegen. Durch ein besonderes Ritual zur Sonnenwende kann die Kraft zu den Menschen zurück kehren und der König besiegt werden.

Zusammen mit ihrem Bruder lässt sich Zelie auf das Wagnis ein und stellt sich den kommenden Herausforderungen, zu denen auch der Prinz des Landes gehört, der auf ihre Fährte angesetzt wird, um sich zu bewähren.

MEDIADATEN

…Autor: Tomi Adeyemi
…Übersetzung: Andrea Fischer
…Verlag: Fischer fjb
…Reihe: Children of Blood and Bone, Band 1
…Format: gebunden
…Seiten: 623
…Erschienen: Juni 2018
…ISBN: 978-3841440297
…Preis:  18,99 EUR (eBook: 14,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Eigentlich ist „Goldener Zorn“ ein klassisches Fantasy-Abenteuer mit allem was dazu gehört. Wir haben den schurkischen König, der wie jeder Ursupator um seinen Thron fürchtet und die Gefahren auszuschalten versucht und dabei keine Grausamkeit scheut. Auf der anderen Seite steht die mutige junge Frau, die durch das Schicksal und den Verlust ihrer Mutter um so entschlossener ist, etwas gegen die Ungerechtigkeit gegenüber ihrem Volk zu unternehmen.

Dazu kommen treue Gefährten, die auf dem Weg zur Erfüllung der Prophezeiung, die über allem hängt, an ihrer Seite stehen und jeder seine eigene Aufgabe bekommt, in der er glänzen und der Heldin den Weg bereiten darf.

Und um die ganze Geschichte zu würzen ist dann da auch noch der Prinz, der zunächst seinem Vaer gerecht zu werden versucht, dann aber erkennen muss, dass seine Aufgabe eine ganz andere ist, ebenso wie sein Schicksal.

Die Hauptfiguren sind leicht zu erkennen, gut und böse ausgezeichnet voneinander zu trennen, so dass es auch in der Handlung nicht wirklich eine Überraschung gibt und der Roman inhaltlich durchschnittlich bliebe, wäre da nicht das Setting.

Denn hier hat die Autorin tatsächlich etwas Neues geschaffen, einen Hintergrund, der zwar in groben Zügen vertraut ist, dann aber auch wieder exotisch genug, um in den Bann zu schlagen und mit Mythen und Legenden zu faszinieren. Das Ambiente ist stimmig und sehr intensiv. Genau so wie die Schilderungen von Ausgrenzung und Rassismus.

Allerdings wird dem Leser erst im kämpferischen Nachwort der Autorin bewusst, auf was sie in ihrer Geschichte immer wieder anspielt – die alltäglichen Ungerechtigkeiten, die Afro-Amerikaner in ihrem Land und dem alltäglichen Leben zu spüren bekommen. Aber das kann man leider auch viel zu leicht überlesen, scheinen doch die Gedanken und Gefühle der Figuren wichtiger zu sein, inklusive der unvermeidlichen Romanzen, die in so einem Roman nicht fehlen dürfen.

Zurück bleibt ein zwiespältiger Eindruck.

Auf der einen Seite bietet die Autorin einen faszinierenden Hintergrund und eine ungewohnte Mythologie, die man so selten genug zu lesen bekommt, auf der anderen Seite versucht sie erst gar nicht aus den Fantasy-Klischees auszubrechen und bietet Charaktere, die sich meistens so verhalten, wie man es von ihnen erwartet.

Die Spannung ist moderat, immerhin ist die Geschichte flüssig genug geschrieben, um Längen zu vermeiden. Genrefans werden bedingt ihren Spaß haben, vor allem wenn sie bereit sind, die üblichen Wendungen zu überlesen, die mit einer Liebesgeschichte einhergehen.

„Goldener Zorn“, der erste Band von „Children of Blood and Bone“ hat ein interessantes und schon ausgebautes Setting krankt aber ein wenig an der Durchschnittlichkeit seiner Handlung und seiner Figuren, die sich leider all zu sehr nach den Klischees richten, die heute in Romanen für junge Fantasy-Leser üblich sind.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Maden

von: Kris

 

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