[Rezension] Die dreizehn Gezeichneten (Roman, Fantasy)

© Bastei Lübbe

Judith und Christian Vogt leben heute mit ihren Söhnen in Aachen. Die Buchhändlerin und der Physiker verfassen schon lange Geschichten und Romane miteinander. Sie haben bereits eine eigene Steampunk-Welt entwickelt, die sie nun sogar für das „FATE Core“-Rollenspiel ausbauen. Und mit „Die 13. Gezeichneten“ erscheint das erste ihrer Bücher auch in einem der großen alten Publikumsverlage. Das Buch ist der Auftakt zu der Reihe um „Das Geheimnis der Zeichen“.

INHALT
Sygma hat einen geradezu legendären Ruf weg, denn die Stadt der Handwerker ist nicht nur bekannt für die kunstfertigen Gegenstände, die die Gilden und Zünfte fertigen, sondern auch für die geheimnisvollen magischen Zeichen, mit denen sich nicht nur Dinge formen, sondern auch Menschen kontrollieren lassen. Meister kann nur der werden, der mindestens eines der Zaubersymbole beherrscht.

Über viele Jahre konnte die Stadt ihre Freiheit und Unabhängigkeit bewahren, nun aber ist der Ort von den Truppen des Kaisers Yulian besetzt worden, der den Einheimischen ihre Macht neidet und diese selbst zu erringen versucht.

Während die Besatzung eisern darüber wacht, dass die alte Magie nicht mehr ausgeübt wird und Zuwiderhandlungen streng bestraft, ist man aber auch auf der Suche nach dem Wissen und den sogenannten „Urzeichen“, die es ermöglichen ganze Völker unter geistige Kontrolle zu bringen.

So ist es kein Wunder, dass sich da Widerstand regt und Rebellen im Untergrund planen, sich von den Besatzern zu befreien und Sygma wieder zu dem machen, was es einmal war …

MEDIADATEN

…Reihe: Das Geheimnis der Zeichen, Bd. 1
…Autoren: Judith und Christian Vogt
…Verlag: Bastei Lübbe
…Format: broschiert
…Seiten: 590
…Erschienen: Februar 2018
…ISBN: 978-3404208920
…Preis:  14,00 EUR (eBook: 10,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Die Geschichte wird zunächst einmal aus der Sicht von Dawyd erzählt, einem jungen Mitglied der Fechtergilde, der ziemlich frustriert ist, weil ihn eine bei einem Kampf erlittene Verletzung nicht nur in den Ruin treibt, sondern auch in Schwierigkeiten bringt.

Durch ihn lernt der Leser nach und nach die anderen Personen kennen, die eine größere Rolle spielen werden – diejenigen, die der Rebellion angehören und alles tun, um zu verhindern, dass die Urzeichen in die falschen Hände geraten.

Da die schon lange verschollen sind, beginnt eine Schnitzeljagd durch die Stadt und deren Untergrund. Die Autoren konzentrieren sich bewusst auf diesen Schauplatz, denn er bietet viele Möglichkeiten, um nach und nach in die Geheimnisse der Stadt einzuführen.

Die Geheimpolizei und die Besatzer selbst, bleiben eher schemenhaft. Tatsächlich konzentrieren sich die Intrigenspiele auf die verschiedenen Fraktionen innerhalb der Stadt, denn nicht alle gehen mit den Ideen der Rebellen konform.

Schon bald versammelt sich um Dawyd eine ganze Schar von Protagonisten, die ihre eigenen kleinen Abenteuer erleben, so dass der Fechter selbst etwas ins Hintertreffen gerät, auch wenn sich für ihn die Situation zuspitzt. Wer wichtig wird, bekommt ein wenig mehr Profil und darf auch interessante Charakterzüge entwickeln, Männer wie Frauen agieren erstaunlich gleichberechtigt in dieser Gesellschaft.

Die unterschiedlichen Handlungsebenen sind interessant aufbereitet, man lernt auch die wichtigeren Personen gut kennen und erhält wichtige Hinweise, die den Hintergrund betreffen, allerdings geht das ein wenig zu Lasten der Spannung. Ab und an lockert Action die vielen Gespräche und Beschreibungen auf, erinnert daran, dass ja auch noch eine größere Gefahr wie ein Damoklesschwert über den Helden schwebt, aber alles in allem kommt die Handlung doch nur sehr schwerfällig voran, so dass man schon ein wenig Geduld mitbringen sollte, um sich durch die Mitte zu kämpfen. Auch endet das Buch erstaunlich offen, denn gerade als die Spannung wieder deutlich anzieht, ist das Buch auch schon zu Ende.

Alles in allem hat das Buch genügend interessante Momente, um neugierig auf die Fortsetzung zu machen, ist aber auch keine all zu leichte Lektüre.

„Die 13 Gezeichneten“ sei daher all den Lesern empfohlen, die gut durchdachte Hintergründe und ausgearbeitete Figuren mit Ecken und Kanten mögen, es dann aber auch akzeptieren können, dass die Spannung moderat bleibt und die Handlung eher behäbig voranschreitet. Das Buch ist nichts um es zwischendurch zu lesen, bietet aber den Auftakt zu einer interessanten Reihe, in der manches anders sein könnte, als in der üblichen Fantasy.

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 Zeichen

von: Kris

 

 

 

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