[Rezension] Lost Souls (Roman, Horrorthriller)

© Knaur

Auch wenn Thomas Finn eigentlich Volkswirtschaft studierte, zog es ihn doch immer mehr zum Schreiben hin, sei es als Schriftsteller, Journalist oder Drehbuchautor. Lange Jahre war er auch Chefredakteur der Zeitschrift „Nautilus“. Mit „Lost Souls“ legt er nun einen Horror-Thriller vor, der es in sich hat, basiert er doch nicht nur auf einer auch in der Welt bekannten Legende.

INHALT
In Hameln, der Stadt des Rattenfängers, gehen seltsame Dinge vor sich. Bei Bauarbeiten in einer alten Kirche wurde ein Bauarbeiter getötet, allerdings starb er nicht durch einen Unfalls, sondern wie es aussieht, durch unzählige Rattenbisse. Holt etwa der mittelalterliche Fluch die Stadt wieder ein?

Die Stadtoberen schieben das weit von sich, bitten aber die Archäologin Jessika Raapke, sich die Sache genauer anzusehen, da bei den ganzen Ausschachtungen auch noch ein uralter Sarkophag beschädigt wurde, der ebenso unerklärliche Inschriften trägt und auch noch einige verborgene Schätze enthüllt.

Die junge Frau, die gerade erst mit ihrer Adoptivtochter  Leonie in die Nähe gezogen ist, macht sich an die Arbeit und stellt fest, wie sehr sich historische Wahrheit und auch Legende miteinander vermischt haben. Und natürlich will sie als Wissenschaftlerin auch nicht an das Wirken übersinnlicher Mächte glauben, aber leider wird sie schon bald eines besseren belehrt, denn das ihr anvertraute Mädchen verschwindet spurlos.

MEDIADATEN

…Autor: Thomas Finn
…Verlag: Knaur TB
…Format: broschiert
…Seiten: 526
…Erschienen: April 2018
…ISBN: 978-3426521762
…Preis: 9,99 EUR

MEINE MEINUNG
Sicherlich erfindet Thomas Finn das Rad nicht neu, denn viele Elemente, die er in seine Geschichte einfließen lässt, sind Klassiker des Genres, sei es nun das gruslige Spukhaus, in das die Heldin mit ihrer Tochter einzieht, die Umstände, unter denen ein Bauarbeiter und andere Leute im Verlauf der Handlung sterben.

Aber er macht etwas aus den ihm gegebenen Möglichkeiten. Die Handlung ist geschickt aufgebaut, jede Szene macht Sinn und enthält kleine Hinweise, die sich zum Ende hin zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Die Figuren folgen tatsächlich einem roten faden und eiern nicht nur ziellos durch den Mittelteil des Romans, wie es auch schon ab und zu einmal passieren kann, stattdessen lassen sie sich schon einmal in die Irre führen und geraten dadurch in Gefahr, was für zusätzliche Spannung sorgt.

Auch die Figuren sind glaubwürdig und vorstellbar gestaltet. Man hat schon das Gefühl, Jessika und die anderen könnten aus dem eigenen Umfeld stammen, da sie Ecken und Kanten haben und eben nicht all zu perfekt wirken. Das sorgt für zusätzliche Spannung.

Außerdem hat der Autor ausgezeichnet recherchiert, denn er stellt nicht nur einige wenige Aspekte der Sage in den Mittelpunkt seines Romans und lässt dann nur noch seine Phantasie spielen. Tatsächlich verbindet er die nur all zu bekannten Mythen um Hameln auch mit der historischen Wirklichkeit und lässt den Leser so glauben, dass vielleicht doch mehr an der „Rattenfänger“-Sage sein könnte als nur eine nette Geschichte. Ein wenig weckt er sogar das Interesse, sich selbst alles genauer anzusehen.

Die Schockeffekte sind ebenfalls nicht aufgesetzt, sondern Momente, in denen die Handlung vorangetrieben wird, oder die passende Gruselatmosphäre braucht.

Damit ist „Lost Souls“ ein durchweg spannender und unterhaltsamer Horror-Roman, der dem alten Thema des Rattenfängers neue Seiten abgewinnt und in eine interessante Handlung packt, die immer wieder mit neuen Enthüllungen in den Bann zu schlagen weiß. Wer diese Art von Geschichten mag, wird sicherlich nicht daneben greifen.

MEINE WERTUNG
4,5 von 5 Ratten

von: Kris

 

 

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