[Rezension] Der Sprawl: Grundregelwerk (Rollenspiel, Science Fiction)

© Uhrwerk Verlag

Als in den 1990ger Jahren der Cyberpunk auch Deutschland erreichten und Romane von William Gibson und anderen Erfolge verzeichneten und viele Fans fanden, adaptieren nur wenige Rollenspiele das Setting, Vorreiter war „Shadowrun“, garnierte das ganze aber auch noch mit einem gehörigen Schuss Fantasy und blieb oft doch recht harmlos, was entsprechende Konsequenzen angeht.

Genau das will jetzt „Der Sprawl“ anders machen. Denn hier soll die dreckige und verlogene Welt des Cyberpunk richtig zur Geltung kommen und Assoziationen an die Romane und Filmklassiker wie „Blade Runner“ wecken.

INHALT
In einer Welt der Nahen Zukunft beherrscht das Netz alles. Wer überleben will, muss zu einem willenlosen Sklaven der Konzerne werden, einem Konsumzombie, oder er taucht ein in eine Welt der Dunkelheit und Schatten, in der es keine Sicherheit gibt, dafür aber Freiheit. Und in der man nur überleben kann, wenn man ein harter Hund mit eben so coolen und zu allem entschlossenen Freunden wird.

Ob nun als Hacker oder Killer, als Jäger, Ermittler und Informationssammler, es liegt an dir, wie gut du dich hälst, wenn du in die Sicherheitssysteme eines Großkonzerns einbrichst, um Daten zu stehlen oder ihm zu schaden. Du kannst dich aber auch durch die schmutzigen Gassen der Vergnügungsviertel bewegen, um deine Zielperson zu erledigen oder zu stellen.

Hauptsache, das Geld stimmt und dein Auftraggeber verrät dich nicht. Doch letztendlich ist nur eines sicher, du bist und bleibst ein reines Werkzeug, das seinen Job professionell erledigt oder von der Bildfläche verschwindet, wenn du nichts mehr taugst …

MEDIADATEN

…Autoren: Hamish Cameron, Lillian Cohen-Moore
…Illustrationen: David M. Wright, Toma Feizo Gas
…Übersetzung: Carsten Damm
…Verlag: Proindie / Ardens Ludere / Uhrwerk Verlag
…Format: Hardcover
…Seiten: 304
…Erschienen: Februar 2018
…ISBN: 978-3958671195
…Preis: 39,95 EUR

MEINE MEINUNG
Man merkt sehr schnell, in welche Richtung das „Pem & Paper“-Rollenspiel geht. Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Figuren, die auch oft die Titelhelden der entsprechenden Filme und Romane stellen. Sie sind Hacker und Killer, Ermittler und Soldaten, die im Untergrund agieren, mal für einen kriminellen Auftraggeber, dann aber vielleicht auch für einen der Großkonzerne, die ihren Rivalen eines auswischen wollen.

Die Autoren setzen bewusst auf ein schmutziges und düsteres Szenario, wie man es auch aus den entsprechenden Romanen und Filmen kennt. Es ist ein Fehler anderen zu vertrauen, aber ab und zu muss man doch einmal im Team zusammenarbeiten, um einen Auftrag zu erledigen, denn keiner ist in der Lage alles zu leisten, was von Nöten ist.

Das Regelbuch hat einen sehr klassischen Aufbau. Zunächst werden der Hintergrund und die grundlegenden Regeln vorgestellt, danach geht es zur Charakterentwicklung und Auswahl der Fähigkeiten und Kenntnisse, die man haben muss und so fort. Auch Tipps für den Spielleiter und erste Szenario-Ideen dürfen nicht fehlen, damit der Einstieg einfacher wird.

Bemerkenswert ist daran, dass das System sehr auf die Interaktion zwischen Spielern und dem Spielleiter, hier auch SysOp genannt, setzt. Der genaue Hintergrund wird gemeinsam entwickelt, speziell die Konzerne, deren Interessen aufeinander treffen oder die bekämpft werden sollen. Alle sollen sich und ihre Ideen einbringen, damit man daraus einen spannenden Hintergrund entwickeln

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 Netzherrscher

von: Kris

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