[Rezension] War of Gods – Krieger des Nordens (Roman, Fantasy, Neuauflage)

© Mantikore Verlag

Der Mantikore-Verlag hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit guten Neuauflagen in schicken Gewändern hervorgehoben. Nun nimmt man sich nach „Hammer oft he North“ den nächsten „Viking“-Werk zur Brust, nämlich „War of Gods“ von Poul William Anderson. Dieser Name sollte bei vielen Lesern die Lesefreude steigern, schließlich handelt es sich bei dem 1926 in Pennsylvania, USA geborenen Autor um einen mehrfachen HUGO- und NEBULA-Awards Gewinner. Außerdem war Anderson Präsident der „Science Fiction and Fantasy Writers of America“ und prägte so nicht nur als Autor die Genre-Geschehnisse. Leider war seine Zeit im Jahr 2001 abgelaufen – aber seit der RPC-Germany 2018 kann man sein Schaffen beim Mantikore-Verlag genießen.

INHALT
Gram, seines Zeichens König von Dänemark herrscht glorreich. Nicht nur sein Volk empfindet das so, sondern teils auch die Machtinhaber der Nachbarstaaten. Dies bringt Unmut und Hassgefühle mit sich, so das Gram auch nur eine kurze Herrschaft beschert ist, denn der Schwedenkönig trachtet nach Expansion.

In seinen letzten Stunden hat Gram allerdings dafür gesorgt das seinen beiden Söhnen nichts passiert. So verschafft er Gudrom, seinem älteren Sohn, einen Unterschlupf in der Stadt und dem Säugling Hadding einen Unterschlupf den niemand vermuten würde. Grams Gemahlin, nach und nach in die Enge getrieben, biedert sich als letzten Ausweg denjenigen an, welcher für ihre missliche Lage verantwortlich scheint. Das geht so weit, das sie sogar dessen Gemahlin wird.

Was keiner ahnt, ist das Hadding bei den Riesen Unterschlupf findet und dort von zwei Riesen aufgezogen wird, welche Gram sehr verbunden waren. So mausert sich der Säugling, durch die harte Schule der Riesen, zu einem kräftigen Jüngling.

Über die Jahre hinweg werden Hadding‘s Fortschritte von engen Gefolgsleuten Gram‘s überprüft. Als Hadding nun zum jungen Mann herangewachsen ist, soll er seine erste Reise zu den Gefolgsleuten antreten.

Was Hadding dann erwartet stellt sein Leben, diesmal bewusst, erneut auf den Kopf. Es endet darin das Hadding sein Thronerbrecht beanspruchen will und dadurch die Machtverhältnisse im Land auf den Kopf zu stellen droht.

Schnell geht es in die ersten Abenteuer, welche Hadding zeigen, dass er sich auf seine Landsleute verlassen kann. Diese sind am Anfang meist erstarrt, sieht Hadding doch seinem jungen Vater sehr ähnlich. Doch wenn der erst Schock überwunden ist, werden alte Schwüre aufgefrischt und es geht gemeinsam gegen den Feind.

Allerdings ist Haddings Weg nicht so einfach wie er sich das gedacht hat. So ist sein Weg mit Blut und Leichen gepflastert. Aber Hadding scheint einen großen Vorteil zu haben, welcher ihm erst nach und nach bewusst wird, denn eines Tages trifft er auf einen merkwürdigen einäugigen Wanderer. Dieser taucht ab diesem Zeitpunkt immer dann auf, wenn Hadding bis zum Hals im Dreck steckt. Welches Ziel Dieser verfolgt ist dem rechtmäßigen Dänenkönig aber nicht recht klar.

MEDIADATEN

Autor: Poul William Anderson
…Übersetzung: Andrea Blendl
…Verlag: Mantikore Verlag
…Originaltitel: War of the Gods
…Format: Taschenbuch
…Seiten: 421
…Erschienen: 2018
…ISBN: 978-3961880157
…Preis: 14,95 EUR (Alternative eBook: 9,99 EUR)

MEINE MEINUNG
„Alles, was dieses Buch macht, ist eine Geschichte zu erzählen“, so steht es im Nachwort und trifft den Nagel mit dem Thorhammer voll auf den Kopf. Poul Anderson schnappt sich die Hadding Saga, nimmt einige Teile aus der Edda und fügt einiges historisches hinzu, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit oder Realismus erfüllen zu wollen. Dies ist auch gar nicht schlimm, denn „War of Gods – Krieger des Nordens“ ist ein phantastischer Unterhaltungsroman.

Ja ich gebe zu, ich habe einige Kapitel gebraucht, bis ich mit den ganzen Namen und Ortsbezeichnungen usw. eingegroovt hatte und diese nicht mehr als Lesebremse empfand. Aber jetzt nach Ende des Werkes ist das vollkommen ok, schließlich sind wir bei den Nordmännern.

Was Anderson hier in 35.Kapteln zwischen die Buchdeckel geschrieben hat, sucht ein wenig seines Gleichen, schließlich umfasst die Geschichte die Dauer eines Gottgleichen Leben, von der Geburt, übers Heranwachsen, die ersten Eroberungen, Machtausübungen bis hin zum Verrat. Dabei schafft es Anderson, obwohl manche Ereignisse nur kurz abgehandelt werden, nicht gehetzt oder getrieben zu schreiben. Da ist es ein Wonne zu merken, dass man nun wieder ein Jahr in einem Satz hinter sich gebracht hat. Anderson setzt gekonnt an der richtigen Stelle eine längere Szenenverweildauer ein sorgte so dafür, dass mein Kopfkino stets was zu tun hatte.

Die Charaktere und das Setting sind ausreichend detailliert beschrieben und machen, wenn man sich darauf einlässt, wirklich Spaß und verlangen im Anschluss eindeutig nach mehr.

Auch die Neuübersetzung die der Mantikore-Verlag hier vorstellt ist gelungen und ich finde das, genau wie das Cover sehr gelungen.

Für mich ein paar tolle Lesestunden! Ich freue mich schon auf die nächsten Anderson-Werke, welche der Verlag bereits angekündigt hat.

MEINE WERTUNG
4,25 von 5 Nordmänner

von: Würfelheld

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