[Rezension] Komet – Der Einschlag (Roman, Science Fiction)

© Mantikore Verlag

Larry Niven und Jerry Pournelle hatten bereits jeder einige erfolgreiche Romane veröffentlicht, als sie sich dazu entschieden, ein Gemeinschaftswerk zu verfassen, in dem sie ein nicht unmögliches Szenario durchspielten, 1977 erschien „Lucifer‘s Hammer“, der bereits 1980 unter diesem nur leicht eingedeutschten Titel auch hierzulande erschien und doch einige Jahre brauchte, um das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken.

INHALT
Zwei Hobbyastronomen entdecken einen bisher noch nicht da gewesenen Kometen, der sich auf die Erde zubewegt. Dieser Fund wird von der Fachwelt analysiert und bestaunt. Doch nachdem der Ruhm anfängt zu verblassen bleibt eine andere Gewissheit, denn die Wissenschaftler errechnen, dass genau dieser Fund in nicht all zu ferner Zukunft, schon in wenigen Monaten auf der Erde einschlagen wird.

Zwar überlegt man, was man dagegen tun kann, kommt aber nicht wirklich zu einem Entschluss, außer dem, die Bevölkerung so lange wie möglich im Unklaren zu lassen, um eine Massenpanik zu verhindern. Und als die Informationen doch durchsickern kann man nicht mehr tun, als die Notfallpläne zu veröffentlichen.

Dann, als das bisher undenkbare passiert, stehen die Zivilisationen vor einem Kollaps. Der Komet schlägt in den Atlantik ein und löst eine ganze Reihe von Katastrophen aus: Tsunamis, Wirbelstürme und einen atomaren Winter.

Ganz unterschiedliche Menschen kämpfen jetzt um ihr Überleben. Vor wenigen Monaten war für sie alles noch in Ordnung und sie erfreuten sich eines angenehmen Lebens, aber nun ist es damit vorbei, und vergessen, was sie früher einmal waren.

MEDIADATEN

…Autoren: Larry Niven,
…Übersetzung: Andrea Blendl
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: broschiert
…Seiten: 768
…Erschienen: 2017
…ISBN: 978-3945493977
…Preis: 14,95 EUR

MEINE MEINUNG
„Komet – Der Einschlag“ wird heute als Klassiker bezeichnet, und in gewissem Sinne ist er das auch. Denn das Szenario, dass die beiden Autoren hier entwerfen ist noch immer vorstellbar und realistisch, auch wenn sich die Gegebenheiten und die Technik natürlich in den letzten vierzig Jahren geändert haben.

Minutiös werden hier auf unzähligen Handlungsebenen verschiedene Figuren vorgestellt, die allerdings nicht tiefer gehend charakterisiert werden, weil sie im Prinzip nur für Aspekte der Katastrophe benötigt werden und damit dem Geschehen untergeordnet sind.

Es ist erstaunlich, zu lesen, wie viel Technik noch nach den Klimakatastrophen, Erdbeben und Überschwemmungen funktioniert, auch wenn die Zivilisation halbwegs zusammengebrochen ist. Aber das liegt auch daran, dass gerade die Vernetzung und die Feinelektronik noch nicht so fortgeschritten war. Vielleicht war es damals von Vorteil, das viele Maschinen und Motoren damals noch robust und „für die Ewigkeit gebaut“ waren, etwas, was heute nicht mehr so ganz der Fall ist.

Viel interessanter sind die vielen kleinen Einzelschicksale. Die Autoren konzentrieren sich dabei allerdings mehr auf die amerikanische Seite der Katastrophe und graben natürlich viele der Werte aus, die immer noch hochgehalten werden – egal ob Soldaten oder Zivilisten, der Pionier- und Siedlergeist scheint wieder durchzubrechen.

Das lässt die Geschichte gelegentlich pathetisch wirken, auch wenn sie sich meistens damit zurückhält und eher die Solidarität der Menschen untereinander betont. Immerhin arbeiten zumindest im All Russen und Amerikaner Hand in Hand, als die Katastrophe passiert ist.

Der Roman verlangt allerdings auch einiges an Durchhaltevermögen und Geduld, zieht er sich doch stellenweise ziemlich durch die vielen Alltagsschilderungen, gerade am Anfang und die vielen Schauplätze. Action und Spannung sollte man nicht erwarten, denn letztendlich steht die Schilderung der Katastrophe im Vordergrund, nicht aber der Kampf gegen das Unvermeidliche.

„Komet – Der Einschlag“ ist alles in allem ein interessanter Blick in ein mögliches Szenario, bei dem man schon merkt, wie genau sich die Autoren Gedanken über die Auswirkungen einer solchen Katastrophe gemacht haben. Gleichzeitig versprüht der Klassiker aber auch Retro-Charme, weil man sehr genau merkt, dass er mit dem Wissen und dem Umfeld eines lange vergangenen Jahrzehnts verfasst wurde, in dem einiges doch noch anders war als heute – gerade die technischen Entwicklungen.

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 Helden

von: Kris

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