[Rezension] Tianxia – Jade, Seide und Blut (Rollenspiel, FATE)

© Uhrwerk Verlag

Mit der Übersetzung von Tianxia – Jade, Seide und Blut übersetzt der Uhrwerk-Verlag ein fernöstliches Wuxia-Setting, wo die SC mit mächtigen Kung Fu-Techniken, von denen nicht mal Jackie Chan zu träumen wagte, zur Wehr setzen können. Das farbige Hardcover im etwa B5-Format kommt mit 250 Seiten für knapp 40 Euro daher und ist für Fate Core zum Bespielen konzipiert.

LAND UND LEUTE
Nach kurzer, allgemeiner Einführung ins Setting, welche eine Mischung aus Wuxia und klassischen Kung Fu geht es mit knapp 40 Seiten Settingbeschreibung los von Shenzhou, einem fiktiven, imperialen Kaiserreich China.  Das Land ist aufgeteilt in neun unterschiedlichen Provinzen und durchzogen von Handelswegen, über die die beiden Waren im Titel, Jade und Seide, gehandelt werden. Eine dieser Provinzen, Jiangzhou, wird näher vorgestellt – dort gibt es zwischen Seidenfluss und Jadestrasse, den Lebensadern der Region, nur wenig Gesetze, das Land hat dafür aber großen Bedarf an Abenteurern: es warten Aufträge großer Handelsketten, Straßen- und Flussräuber, geheimnissvolle Kulte und mystische Kampfschulen. Man muss es aber eher sandboxig mögen und selbst gerne Lücken füllen, es wird eher stichpunkt- oder vielmehr stichthemenartig beschrieben.

Angeschnitten werden auch die drei weiterverbreiteten Religionen, deren weltliches Vorbild auch klar wird: der Legalismus, dem Konfuzianismus nachempfunden, die Jünger Bodhisattvas {Buddhismus} und nach Vorbild des Daoismus die Anhänger des Tao.

WIE IST ES GEREGELT?
Regeltechnisch gibt es nur wenige Änderungen gegenüber Fate Core: mehr Schicksalspunkte garantieren etwas mehr Macht, wichtiger ist jedoch die neue Fähigkeit Chi. Mit ihr kann man eine Art übernatürliche Rüstung erschaffen {als freie Aktion}. Die Spieler stellen in der Regel Wuxia-Kämpfer da, der aus über dreizig Seiten Kampfstile wählen kann, dass sind im Fate-Sprech Sammlungen von Stunts.

Danach geht es um die Spielleitung, welche mit Tipps, Inspirationen, Antagonisten und Abenteuerideen, bevor mit Pfade des Schicksals ein Lifepath-Generator vorgestellt wird. Das ganze schließt mit einer Regelumsetzung für Turbo Fate.

MEDIADATEN

…Autor: Jack Noris
…Übersetzung: Daniel Mayer, Andre Pönitz, Mhaire Stritter
…Cover und Illustrationen: Denise S. Jones
…Karten: Marco Morte
…Verlag: Uhrwerk Verlag
…Format: Hardcover, vollfarbig
…Seiten: 254
…Erschienen: November 2017
…ISBN: 978-3958671126
…Preis: 39,95 EUR

MEIN FAZIT
Fate-typisch wird ein Setting recht schnell erschlossen, wer diese Art mag, die mir auch liegt, wird sehr zufrieden sein, wer eher ein Aneinanderreihen von Details braucht wie z.B. bei Aventurien, dem wird es zu wenig Speck auf den Rippen haben. Für mich fehlt etwas das Alleinstellungsmerkmal, dass so manches andere Fate-Setting hat, andererseits dürfte es schon Wuxia- bzw. Fernost allgemein nicht leicht haben schaut man sich z.B. das ehemals beim gleichen Verlag erschienene Legend of the five Rings an.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Hong Kong-Skorpion-Kicks.

von: Greifenklaue

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