[Rezension] The Black Company #1: Seelenfänger (Roman, Dark Fantasy)

© Mantikore Verlag

Der 1944 geborene Glen Cook ist in den 1980ger Jahren besonders aktiv gewesen. Sein Hauptwerk um „Die Schwarze Schar“ erschien bereits in den 2000er Jahren bei Blanvalet, wurde dann aber nach dem dritten Band eingestellt. Der Manticore-Verlag veröffentlicht die Reihe nun unter dem Titel „The Black Company“ neu und bringt vielleicht auch noch die restlichen beiden Romanen. Im Auftakt „Seelenfänger“ werden jedenfalls die Weichen gestellt.

INHALT
Die „Black Company“ hat einen legendären Ruf unter denen, die Krieg führen wollen und eine erfahrene Truppe brauchen, denn die Söldner sind stark, schnell und ihrem Auftraggeber treu ergeben. Das haben sich die Kämpfer und Magier auf die Fahne geschrieben, die nun in ihrer angestammten Heimat nicht mehr so tun haben.

Deshalb lassen sie sich auch von der „Lady“ anwerben, einer sagenumwobenen Gestalt, die niemand gesehen hat und nun mit ihrer Magie und ihren Lakaien über den Norden herrscht. Nun müssen sie sich nicht nur mit den Rebellen, die sich unter dem Banner der Bruderschaft der Weißen Rose zusammengefunden haben, herumschlagen, sondern auch mit den zehn untereinander zerstrittenen Hexenmeistern, die ihrer Herrin dienen.

Die Schwarze Kompanie soll dabei helfen, die Aufständischen zu besiegen, was nicht gerade einfach ist, denn erstmals wird auch ihre Loyalität in Frage gestellt. Das weil vor allem Croaker zu erzählen, der Feldscher und Chronist der Schar.

MEDIADATEN

…Autor: Glen Cook
…Übersetzung: Andrea Blendl
…Verlag: Mantikore Verlag
…Format: Paperback
…Seiten: 385
…Erschienen: Juli 2015
…ISBN: 978-3945493281
…Preis: 14,95

MEINE MEINUNG
Man merkt schon, das die Romanreihe einiges an Jahren auf dem Buckel hat, denn Glen Cook macht Nägel mit Köpfen und verzichtet auf die heute übliche Gefühlsduselei und den Blick in das Innere der Figuren. Der Ich-Erzähler macht sich zwar auch seine Gedanken, aber das sind kurze Überlegungen, die genau so wie die gesamte Erzählung knapp und abgehackt daher kommen. Der Roman liest sich daher eher wie ein Kriegsbericht, in dem die Ereignisse und Fakten aufgelistet werden, garniert mit ein paar Unterhaltungen der Kameraden.

Nähere Beschreibungen gibt es kaum, auch bleibt der Hintergrund sehr schwammig, erfährt man doch tatsächlich nur das, was auch der Chronist mitbekommt, und das ist durch seine Arbeit nicht unbedingt immer das meiste.

Die Geschichte lebt von actionreichen Kämpfen, der Schilderung des Soldatenlebens und der ein oder anderen Begebenheit, die zum Schmunzeln veranlassen soll. Alles andere wird ein wenig zurückgestellt, so dass gerade die Figuren kein Profil erhalten, einige, so wie der Hauptmann werden noch nicht einmal beschrieben.

Man muss diesen Stil schon mögen, um wirklich mit der Geschichte warm zu werden, gerade weil nur die geradlinige Handlung im Mittelpunkt steht und alles andere pure Nebensache ist. Die Handlung plätschert eher mäßig spannend daher, allein die Tatsache ist spannend, dass der Autor hier nicht nach Gut und Böse trennt, sondern den Leser werten lässt. Immerhin kommt dann nach und nach doch ein wenig Spannung auf, weil sich Croaker und seine Kumpel betrogen fühlen und  deshalb auch mehr über ihre Auftraggeber und deren Geheimnisse heraus finden wollen – immerhin sind sie nicht nur tumbe Draufschläger, sondern haben auch eine Menge Verstand und Erfahrung.

Die Geschichte endet naturgemäß mit vielen offenen Fragen, aber ein Anfang ist gemacht und die ersten Weichen wurden geschickt genug gestellt um neugierig auf mehr zu machen

„Seelenfänger“, der erste Band von „The Black Company“ gibt die Richtung vor – Fantasy-Abenteuer aus der Sicht von Söldner, die einmal nicht auf der Seite des moralisch Guten stehen, sondern eher des Bösen, müssen ihren ehrenhaften Weg in einem Krieg finden, in dem es eigentlich keine Gewinner geben kann.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Seelenfänger

von: Kris

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