[Rezension] The Man in the High Castle: Das Orakel vom Berge (Hörbuch, SciFi)

© Argon-Verlag

Ich habe es irgendwie geschafft, den Hype um die Amazon-Serie zu verschlafen und so passt es mir gut in den Kram, dass ich mir für den Würfelhelden das Hörbuch genauer anhören durfte. Der klassische Beckenbauer passt hier mit „Schaun mer mal“ absolut nicht, also „Hörn mer mal“!

INHALT
Gesc/hickt gemacht. Der Autor und sein Erzähler geben uns die benötigten Informationen zu Setting und Handlung häppchenweise durch eine Vielzahl an Charakteren. Das ist toll gemacht, verlangt aber einiges an Aufmerksamkeit.

Wie schon „Vaterland“ von Harris“ wird hier vom alternativen Geschichtsverlauf ausgegangen, dass Nazis und Japaner den zweiten Weltkrieg gewonnen haben und nun haben wir es mit einem zweigeteilten Amerika mit dazwischengelagerter Pufferzone zu tun, aber das konntet ihr ja schon oben im Klappentext lesen.

Durch die Augen mehrere Bewohner der japanischen und der neutralen Zone erfahren wir nach und nach mehr über die Hintergrundwelt und ihre Geheimnisse – eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es kaum, oder sie ist viel zu vielschichtig und verwirrend um sie vernünftig wiedergeben zu können. Im Zentrum des Ganzen steht ein Buch, das „Heuschreckenbuch“, das nun wiederum die fiktive Realität schildert, in der die Achsenmächte den Krieg verloren haben. Clever und an einigen Stellen hart an der Grenze zum Wahnsinn.

Überhaupt spielt das Buch viel mit Lese-/Hörgewohnheiten und möglichen Einflüssen von Scheinbarem auf scheinbar Reales. Der kann schon was, dieser Dick. Bermutlich hat der Roman auch nicht ganz von ungefähr den Hugo Award gewonnen…

MEDIADATEN

…Autor: Philip K. Dick
…Sprecher: Richard Barenberg
…Verlag: Argon Verlag 
…Format: MP3-Download (130 Tracks)
…Laufzeit: 8h 59min (ungekürzte Lesung)
…Erschienen: 2017
…ISBN: 978-3-7324-5126-5
…Preis: 20,95 Euro

MEINE MEINUNG
Ausgezeichnet. Mir hat der Erstkontakt mit dem „High Castle“ sehr gut gefallen. Barenberg liest wirklich schön betont, aber nicht zu aufgeregt und gibt sich alle Mühe, den verwirrenden Charakterwust, der einen zu Beginn fast überrollt, etwas erträglich zu gestalten. Aber da kann der arme Kerl nichts für, das liegt an der leicht postmodernen Erzählform des vorgetragenen Romans. Ich habe das Hörbuch beim Joggen gehört, wo man sich recht gut auf die Handlung konzentrieren kann, aber ich kann mir gut vorstellen, dass er wirklich schwierig ist, alles mitzubekommen, wenn man das Teil nebenher beim Putzen oder gar zum Einschlafen hört.

Ist es euch wie möglich, euch wirklich auf das Orakel und seine etwas unpopuläre Grundvoraussetzung und die etwas anstrengende Erzählweise zu konzentrieren, werdet ihr ganz sicher viel Spaß haben.

MEINE WERTUNG
4,25 von 5 gelungene Vaterland-Kopien

von: Moritz

 

 

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