[Rezension] Die Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf # 2 (Groschenheft, Steampunk)

© Mia Steingräber

Die kreativen Köpfe hinter „Eis und Dampf“ einer Rollenspielhintergrundwelt im Gewand des Steampunk, haben sich dazu entschlossen, nicht nur Romane und Anthologien heraus zu geben, sondern auch den Geist der Zeit in einem liebevoll gestalteten Pulp-Heftchen wieder aufleben zu lassen. So präsentieren sie nun schon die zweite Ausgabe von „Die Grüne Fee“ und bieten im modernen Stil genau die Geschichten, die Leser vermutlich auch schon im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an den Kiosken vorgefunden habe – abenteuerliche und phantastische Erzählungen, die nicht frei von Übertreibungen und Klischees sind.

INHALT
So darf etwa Norpan, der Held einer Groschenromanserie nun auch noch der Silbernen Königin begegnen, einer Frau, die durch die Verfolger ihres Vaters aus ihren eigentlichen Leben gerissen wurde und nun eine konsequente Entscheidung treffen muss, die weitreichende Folgen hat. „In Frij und Friedlichkeit“ spielen Familiengeheimnisse und -intrigen eine wichtige Rolle, während „Negrellas Opfer“ in die dampfenden Dschungel entführt und die „Catanga“-Saga hochdramatisch weiter führt.

Auch der „Schabernack mit Toten“, lässt zwei bereits bekannte Helden wieder auftreten, denn diesmal müssen sich Konrad und Abel auf ihrer Wanderung mit weiteren unangenehmen bis gefährlichen Begebenheiten herumschlagen und froh darüber sein, dass sie am Ende mit dem Leben davon kommen.

„Seine tote Lordschaft“ fordert zudem die Kombinationsgabe eines bekannten Meisterdetektivs heraus, Sherlock Holmes ist natürlich nicht aus der Ruhe zu bringen, als sich die Ereignisse überschlagen.

MEDIADATEN

…Herausgeber: Mia Steingräber, Tobias Rafael Junge, Judith und Christian Vogt
…Verlag: Selfpublishing
…Format: Groschenheft, A5
…Seiten: 84
…Erschienen: September 2017
…ISSN 2509-4556
…Preis:  4,99 EUR

MEINE MEINUNG
Mit sehr viel Liebe zu der Zeit, die ihre phantastische Welt eigentlich widerspiegelt, haben die Herausgeber, ihre Autoren und Künstler das kleine Heft gestaltet, das tatsächlich ein wenig an die alten Groschenheftromane und Pulp-Magazine erinnert

Bis zu den bewusst reißerisch gestalteten und altertümlich klingenden Anzeigen hin wurde bei der optischen Gestaltung her auf eine stimmige Atmosphäre geachtet und dabei auch bis zu einem gewissen Grad die „Political-Correctness“ außer Acht gelassen, gerade wenn es darum geht, sich möglichst reißerisch zu präsentieren.

Die Geschichten spielen genüsslich mit den Klischees, die man aus dieser Zeit kennt und folgen klassischen Handlungsmustern, besitzen aber dennoch einen ganz eigenen Flair und Reiz, wiel sie in den Bann schlagen, oft mit Abenteuerlust und Dramatik, dann aber auch wieder mit einem Augenzwinkern in den Bann ziehen.

Und obwohl einige der Erzählungen bereits Fortsetzungen sind, so kann man sie auch ohne Vorkenntnisse lesen und genießen, wird allenfalls neugierig auf das ebenfalls noch erhältliche erste Heft. Wirklich kennen muss man dieses aber tatsächlich nicht.

Jede Geschichte ist illustriert, Mia Steingräber hat sich die Zeit genommen, diese – mit Ausnahme von einen oder zweien – mit mindestens einer aufwändigen und im realistischen Stil gehaltenen Zeichnung zu versehen, um so den Helden ein Gesicht zu geben und damit den Leser noch mehr zu begeistern und an die Figuren zu binden.

Heraus kommt eine bunte Sammlung, die im Inhalt wie auch in der Gestaltung keine Fehler macht – denn man fühlt sich bei der Lektüre tatsächlich wie jemand aus der Welt von „Eis und Dampf“, der nur auf diesem Wege spannende und exotische Abenteuer erleben kann. Die Mission wird damit also voll und ganz erfüllt.

Wer ein Faible für Geschichten aus der großen Ära der „Groschenheftchen“ hat und dazu noch das Steampunk-Ambiente schätzte, das in der Welt von „Eis und Dampf“ zu finden ist, der sollte „Die Grüne Fee“ auch in der zweiten Ausgabe nicht verpassen, denn diese bietet neben ausgezeichneten Texten und Bildern auch noch das passende Ambiente.

MEINE WERTUNG
4 von 5 dampfende Abenteuer

von: Kris

 

2 Kommentare zu „[Rezension] Die Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf # 2 (Groschenheft, Steampunk)“

  1. Ich stand auf der SPIEL kurz davor, mir beide Ausgaben zu kaufen, aber mich hat die verwendete Schriftart etwas abgeschreckt. Aber wenn ich das Fazit der Rezi so lese, werde ich wohl doch noch bei nächster Gelegenheit zugreifen.

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