[Rezension] Kalion #2: Die dunkle Wunde (Roman, Fantasy)

® Peripaneta

Autor: Aleš Pickar
Verlag: Verlag Periplaneta/Edition Drachenfliege
Format: Klappbroschur
Seiten: 326
Erschienen: Juni 2017
ISBN: 978-3959960427
Preis: 14,90 Euro

von: Kris

Aleš Pickar startete mit „Die Lautlose Woge“ seine „Kalion“-Trilogie. In diesem Roman drehte sich alles mehr oder weniger um den geschlagenen Feldherrn Gellen und die Kriegerin Nelei. In „Die dunkle Wunde tauchen die beiden aber so gut wie gar nicht auf, da sich der Autor anderen Figuren und Handlungsorten zuwendet, die zuvor nur angerissen wurden.

KLAPPENTEXT
Unter dem gebrochenen Glanz des Stillen Mahners am Firmament dräut großes Unheil.

Denn die Peleori schlagen die Kriegstrommeln – was niemand so recht ernst nehmen will. Das Volk vergnügt sich weiterhin sorglos in Arenen und Freudenhäusern, nur ein zierliches Mädchen, dem die Göttin Niobe erschienen ist, predigt Enthaltsamkeit.

Die eigensinnige Prinzessin Linederion trifft nach langer Reise auf ihren Bräutigam, allerdings ist der Herrscher des Ostreichs anders als erwartet. Währenddessen treibt Tausende Meilen entfernt die Schwägerin des Königs Belkar ihre umstürzlerischen Pläne voran. Doch alle Mächtigen des rauen Kontinents Neroê entsenden in diesen Zeiten heimlich Spitzel, Assassine und Legaten. Wer kann es da wagen, zwischen ehrlicher Hingabe und eilfertiger Dienstbeflissenheit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden …

Aleš Pickar erschafft mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.

Die dunkle Wunde ist der zweite Teil einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman, der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

INALT
Es brodelt auf dem Kontinent und die Zeichen stehen auf Sturm. Intrigen an mehreren Fürstenhöfen lassen die Ahnung aufkommen, dass ein weiterer Krieg droht. Prinzessin Linederion, auch Lin-Lin genannt erreicht nun ihr Ziel, ist sie doch mehr oder weniger an den Herrscher des Ostreichs verschachert worden. Doch der alte Mann ist anders als erwartet und ihre Hochzeitsnacht lässt sie fast verzweifeln, denn sie ist nun mehr in einem Netz von Intrigen gefangen, aus dem es noch weniger Entkommen zu geben scheint als aus dem Zuhause.

Sie hofft zwar, dass ihr Vater und ihr Bruder ihr helfen werden, aber Zuhause scheinen ebenfalls diejenigen Oberhand zu gewinnen, die schon eine ganze Zeit hinter den Kulissen daran arbeiten, dass ihre Pläne endlich Erfolg haben können, so wie die Schwägerin des Königs Belkar.

Und als wäre das nicht genug taucht bei den Gorkonen und Peleri das junge Mädchen Empala auf, dass im Namen der Göttin Niobe von Keuschheit und Enthaltsamkeit spricht und eine Abkehr von den alten lästerlichen Sitten fordert. Doch kann man ihnen trauen.

MEINE MEINUNG
Anders als im ersten Band löst sich die Geschichte diesmal davon, auch Geschichtsbuch zu sein und viel erklären zu müssen. Statt dessen gibt der Autor den Intrigen mehr Raum und sorgt dafür, dass diese sich langsam aber sicher entfalten können. Vor allem Prinzessin Lin-Lin, die bisher eher im goldenen Käfig gelebt hat, bekommt dies in aller Härte zu spüren und muss in ihrer neuen Heimat beweisen, aus welchem Holz sie wirklich geschnitzt ist.

Denn hier ist sie die Fremde ihr Ehemann mehr oder weniger verrückt und sein ältester Sohn fest entschlossen, das Reich zu retten, koste es auch Menschenleben. Nicht anders halten es die Intriganten an anderer Stelle.

Langsam aber sicher entwickelt sich so das Drama, die Weichen für die großen Konflikte im kommenden Band werden gestellt.

Allein die Tatsache, dass die beiden Helden des vorhergehenden Bandes nur noch eine Nebenrolle spielen stößt etwas sauer auf, muss man sich doch jetzt an eine Vielzahl anderer Charaktere gewöhnen, die leider nicht das Profil erreichen, das die beiden schon haben.

Die Handlung lässt keine Wünsche offen – sie bietet jede Menge Action und Intrigen, die für Spannung sorgen und ein düsteres Ambiente schaffen, gepaart mit ruhigen Momenten, in denen die Helden und Schurken auch etwas zum Nachdenken kommen, aber ihnen fehlt letztendlich die Farbe um wirklich in lange in Erinnerung zu bleiben.

Das ist allerdings schon der einzige Knackpunkt an der Geschichte, die ansonsten kurzweiliges Lesevergnügen verspricht, und es dennoch schafft, die Fäden aus dem ersten Band aufzunehmen und dort weiter zu spinnen, wo es notwendig ist. Längen gibt es tatsächlich keine, die Handlung ist abwechslungsreich genug

„Die dunkle Wunde“ spinnt die „Kalion“-Trilogie angemessen weiter, auch wenn der ein oder andere Leser es sicher bedauern wird, dass das Schicksal von Gellen oder Nelei erst einmal nicht weiter gesponnen wird und die anderen Figuren sie nicht wirklich ersetzen können. Spannend und intrigenreich ist der Mittelband aber trotzdem und stellt die Weichen schon für das Finale, dasdadurch um so interessanter werden könnte.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Göttern

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