[Rezension] Das Spielmannslied, Der erste Abrantes-Roman (Fantasy)

® Amrun Verlag

Autor: Susanne Pavlovic
Verlag: Amrun Verlag
Format: Paperback
Seiten: 331
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3958692084
Preis: 12,90 Euro

von: Kris

Susanne Pavlovic ist es gelungen, sich mit ihrer „Feuerjäger“-Saga in die Herzen der Fans zu schreiben. Ihr abwechslungsreiches Abenteuer um die Kriegerin Krona und ihre Gefährten schaffte es jedenfalls immer wieder mit Fantasy-Klischees zu brechen und einige Dinge ganz anders anzufassen als üblicherweise.

KLAPPENTEXT
Der junge Spielmann Wolfram von Kürenberg hat ein Problem: Er leidet unter chronischem Lampenfieber und vermasselt jeden Auftritt. Von seinem Lehrmeister entlassen, findet er sich im Fahrwassser der ehemaligen Küchenmagd Krona, die den Kochlöffel gegen das Schwert getauscht hat und von großen Taten träumt. Als schließlich noch der junge Adelige Sindri aus einem Sauerkrautfass steigt, ist Wolfram schnell klar: Er ist der einzige bei dieser Truppe, der Verstand hat – und Lampenfieber ist sein geringstes Problem.

Die Vorgeschichte zum großen Fantasy-Epos „Feuerjäger“ – denn auch große Helden fangen mal klein an.

INHALT
Da ihre Welt aber viel zu schade ist, um nur an einer Stelle beschrieben zu werden, legt sie nun auch noch mit ihren „Abrantes“-Romanen nach in denen vor allem der Spielmann Wolfram von Kürenberg im Mittelpunkt steht. Sein Schicksal ist allerdings auch mit dem von Krona verbunden.

Wolfram ist einer der zahlreichen Spielmänner, die durch die Lande ziehen, auf Burgen und Plätzen Spielen, um sich so den Lebensunterhalt zu verdienen. Inzwischen hat er es geschafft, sich einen gewissen Ruf zu erwerben, aber das war nicht immer so.

Und genau diese Geschichte ist das bewegende Epos, das er diesmal vorträgt, um den Menschen zu gefallen, die ihn diesmal versorgen.

Vor vielen Jahren war er Lehrling bei dem angesehenen Volker von Alzeie, aber nicht in der Lage, die Epen und Dichtungen, die er brav auswendig gelernt hat, auch vor Publikum vorzutragen, was ihm letztendlich das Genick bricht.

Sein Lehrmeister lässt ihn sitzen und ausgerechnet das wilde Küchenmädchen Krona, das nicht immer in ihrer Stellung bleiben will, bringt ihn dazu, es auf eigene Faust zu versuchen und sich von nun an an ihrer Seite durchzuschlagen. Denn immerhin muss er, wenn er ein echter Spielmann sein will, auch eine ganz eigene Geschichte vortragen.

Warum nicht die von dem Mädchen, das Kriegerin werden wollte und sich mit ihm und neuen Freunden schon bald in ein mehr als gefährliches Abenteuer stürzt, das sie beide an den Rand ihrer Kräfte bringen wird, auch wenn sie danach um einige Erfahrungen reicher sind.

MEINE MEINUNG
Wie die „Feuerjäger“-Romane, so spielten auch die Abrantes-Romane in einer klassisch-mittelalterlichen Fantasywelt, in der Magie zwar ihren Platz hat, aber nicht im Mittelpunkt steht, sondern nur sehr bewusst und wenig eingesetzt wird, um ihren Zauber nicht zu zerstören.

Die Autorin bedient sich zwar an vielen der üblichen Klischees, die jeder beim Stichwort „Mittelalter“ vor Augen hat, um den Hintergrund zu beschreiben, dafür kann sie sich durch diesen Kniff bewusst mehr auf die Figuren konzentrieren.

Gerade die wissen zu gefallen, weil sie ganz und gar nichts mit den klassischen Archetypen zu tun haben, sondern ganz eigene Wege gehen. Wolfram ist der junge Spielmann, der zwar mit der Zeit lernen mag, sein Lampenfieber zu überwinden, aber sein Handwerkszeug bleiben nun einmal die Worte und seine Musik, er mutiert im Verlauf des Abenteuers nicht zu einem furchtlosen Recken, sondern darf auch weiterhin das sein, was er vorher schon war.

Auch die junge Krona ist nicht über jeden Zweifel erhaben, denn sie macht noch jede Menge Fehler und muss die ein oder andere Schlappe einstecken. Zudem ist sie noch wesentlich ungestümer und idealistischer, hat ihren Spaß dabei, Kriegerin zu sein. Ihre zynische Seite ist zwar in Ansätzen vorhanden, tritt aber kaum in Erscheinung. Dennoch macht der Einblick in ihre Anfänge einfach Spaß.

Das zieht sich bis zu den Nebenfiguren durch, die alle einen eigenen Charakter erhalten und dadurch unverkennbar werden und zudem immer wieder überraschen, weil sie sich ganz und gar nicht so verhalten, wie man es von ihnen erwarten mag.

Allein der fließende Wechsel zwischen den Rückblicken in Wolframs Vergangenheit mit Krona und der Gegenwart als Spielmann in der Burg, können gelegentlich verwirren, sorgen aber dafür, dass man immer wieder im schnellen Lesen innehält und sich aufs neue von der gut durchdachten Handlung einfangen und fesseln lässt, die viele Erwartungen munter auf den Kopf stellt.

Die Spannung ist immer vorhanden, kleine, geschickt eingewobene Hinweise sorgen dafür, dass man neugierig ist auf das ist, was die Helden nun schon wieder erwartet, denn unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass man als Leser nicht all zu viel voraus ahnen kann.

Wie auch schon bei ihren „Feuerjäger“-Romanen schafft es Susanne Pavlovic auch in „Das Spielmannslied“ klassische Fantasy-Abenteuer neu aufzubereiten und dazu auch noch mit Figuren zu garnieren, die man nicht so schnell vergisst, da sie ganz und gar nicht den üblichen Klischees entsprechen.

MEINE WERTUNG
4,5 von 5 Drachen

 

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