[Rezension] 66 gute Gründe, sich keine Katze anzuschaffen (Episodenroman)

© G.H. Manderfeld

Autor: Gloria H. Manderfeld
Verlag: Selbstverlag
Format: broschiert
Seiten: 308
Erschienen: August 2016
ISBN: 978-1537016559
Preis: 11,99 Euro

von: Kris

Sie gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland und sind vor allem in den sozialen Medien präsent, denn wer postet nicht gerne in Facebook oder Twitter die neusten Niedlichkeitsrekorde oder Streiche seiner felligen Hausbewohner? Oder erzählt schräge Anekdoten über das Leben mit ihnen? Gloria H. Manderfeld hat ihre Erlebnisse deshalb in einer Sammlung von kurzen Erzählungen zusammengefasst.

KLAPPENTEXT
Sie möchten sich eine Katze anschaffen?
Oder teilt bereits ein kleiner Felldiktator Ihr Leben?

Dieses Buch zeigt Ihnen in 66 lustigen, traurigen, skurrilen, ernsten und abwechslungsreichen Episoden, wie chaotisch das Leben mit einer oder mehreren Katzen ablaufen kann und welche Erfahrungen man als Katzenbesitzer ganz sicher nicht machen möchte. Kleinere und größere Illustrationen runden das Leseerlebnis ab und machen diesen Episodenroman zu einem idealen Geschenk.

Für Katzenliebhaber und solche, die es noch werden wollen

INHALT
Seit sie denken kann, lebt sie mit Katzen zusammen, in ihrer Jugend, mit der dominanten Mutterkatze Domino, die sich als Mafiapatin ihrer Umgebung erwies und selbst einen großen und gestandenen Hund in seine Schranken verweisen konnte und auch ihre beiden Kinder gut zu erziehen wusste – sei es nun im Benehmen oder bei der Mäusejagd.

Ihre eigenen Katzen sind Nadz und Flash dazu, zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine ist eine Straßenkatze aus Istanbul, die mit einem Jahr in ihre Obhut kam und auf den ersten Blick ängstlich, ruhig und zurückhaltend wirkt, aber bei Tierärzten zu einer aggressiven Kampfkatze werden kann, die nichts und niemanden mehr kennt.

Flash, hyperaktiv und von sonnigem Gemüt scheint eher seinen Verstand irgendwo gelassen zu haben, denn er manövriert sich selbst immer wieder in die skurrilsten Situationen, wie zum Beispiel bei der Wahl seines Schlafplatzes auf einer stark frequentierten Tür, die ihm schließlich auch noch ein gebrochenes Bein einbringt.

MEINE MEINUNG
Ob nun die Liebe zu Kartons, Futter, schlechte Gewohnheiten, die den Dosenöffnern durchaus auch körperlich zu schaffen machen, wenn Katze wieder ihren Kopf durchsetzt, Chaos und der alltägliche Wahnsinn, es gibt viel zu berichten – eigene Erfahrungen mischen sich dabei mit Erzählungen anderer.

Gloria H. Manderfeld erzählt leichtfüßig und verspielt von ihrem Leben mit den Fellnasen, die einerseits viel Freude und Spaß bereiten können, trösten und beschützen, wenn man es gar nicht erwartet und gelegentlich auch für das passende Chaos im Alltag sorgen, indem sie Pläne und Abläufe über den Haufen werden.

Viele der Anekdoten sind vertraut, weil man sie immer und immer wieder hört, andere wieder überraschend neu – wie der einer rolligen Katze mit einem Wattestäbchen Abhilfe zu verschaffen. Zwischendrin fallen auch ernste Worte, die aber nicht mit erhobenem Zeigefinder daherkommen, sondern genau so locker präsentiert werden.

Die Autorin erzählt einfach von ihren Erfahrungen, dies zwar nicht in der angekündigten Form des Episodenromans, der eine etwas chronologischere Vorgehensweise und einen lockeren roten Faden bedingt hätte, sondern eher in einer Sammlung von kleinen Texten, die möglichst abwechslungsreich aneinander gereiht wurden und keiner bestimmten Ordnung folgen. So wird auch das chronologische Lesen nicht langweilig.

Katzenbesitzer werden viele Eigenarten ihrer felligen Tyrannen wiedererkennen und vermutlich oft genug zustimmend nicken, diejenigen, die sich noch nicht dazu entscheiden konnten, sich einen Hausbewohner zuzulegen, bekommen hier Freud und Leid aus erster Hand berichtet und auch einige wichtige Tipps an die Hand.

Die Sammlung ist mit viel Herz und Humor geschrieben, leicht und flüssig zu konsumieren und lässt trotz des Sammelsuriums sehr zufrieden zurück, erfährt man doch als Leser auch zwischen den Zeilen eine ganze Menge von Tricks und Ideen, wie sie kein Sachbuch leisten könnte, vor allem nicht in dieser unterhaltsamen Form.

„66 gute Gründe, sich keine Katze anzuschaffen“, liefert zwar genau das Gegenteil – schafft nämlich die Lust, sich auf das Abenteuer Katze einzulassen, bietet aber auch bei all der augenzwinkernden und liebenswerten Erzählweise genug Wissen und Informationen, die einen die Entscheidung doch noch einmal überdenken lassen. Egal ob man eine Fellnase hat oder nicht – Lesespaß ist auf jeden Fall garantiert, egal ob man nun Dosenöffner ist oder nicht.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Katzen

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