[Rezension] Nacht über Herathis (Roman, Splittermond #1)

© Feder & Schwert

Autor: Anton Weste
Verlag: Feder & Schwert
Format: broschiert
Seiten: 320
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3867622790
Preis: 12,95 Euro

von: Kris

„Splittermond“ ist eines der jüngeren deutschen Rollenspiele, bei denen die Macher neue Wege gehen wollen und neben nicht all zu umfangreichen Regeln auch viel Freiraum für eigene Ideen der Spielergruppen lassen, daher wird die Hintergrundwelt immer Lücken behalten. Aber um sich überhaupt erst einmal einen Eindruck über die Gegebenheiten zu machen, bietet Anton Weste mit seinem Roman „Nacht über Herathis“ einen netten und unterhaltsamen Einstieg in das Szenario.

KLAPPENTEXT
Mord. Für ihre Kunden ist das üblicherweise eine einmalige Sache. Für Dorn und Pitt jedoch, zwei der erfahrensten Meuchler von Herathis, das tägliche Brot. Die Routine wird empfindlich gestört, als durch die Gilde der Langen Messer ein neuer Wind weht. Warum steigt die Zahl der Morde so sprunghaft an und welche Rolle spielen der berühmte Feenmarkt und die Magistratswahl dabei? Die beiden Schattenklingen müssen eine Wahl treffen, die sie eigentlich für längst entschieden hielten: Gold oder Moral? Ein phantastischer Roman aus Lorakis, der Welt des dreifach mit dem deutschen Rollenspielpreis ausgezeichneten Rollenspiels Splittermond.

INHALT
Dorn und Pitt sind die erfahrensten Meuchler der Stadt Herathis und wissen, wie sie die Aufträge ihrer Kunden zielgerecht und sauber ausführen, ohne sonderlich viel Spuren zu hinterlassen. Ob nun Rivalen oder Tyrannen, sie verstehen ihr Handwerk, auch wenn es sie manchmal so gut wie auf den Richtblock bringt.

Dann aber müssen sie feststellen, dass in den letzten Monaten in ihrer Heimatstadt die Zahl der Morde immer mehr ansteigt. Eine „Gilde der langen Messer“ scheint es darauf anzulegen, ihnen Konkurrenz und Ärger zu machen

Das wollen sich die beiden natürlich nicht gefallen lassen und machen sich daran, mehr herauszufinden, nur um dann festzustellen, dass sie in ein Wespennest stechen und Kräfte auf sich aufmerksam machen, denen auch sie nicht gewachsen sein könnten.

Und schließlich gilt es, sich zwischen der Ganovenehre, den geschworenen Eiden und dem eigenen Gewissen zu entscheiden, als sie dem wahren Grund für alles auf die Spur kommen.

MEINE MEINUNG
Anton Weste erfindet das Genre natürlich nicht neu, sondern greift derzeit in der Fantasy beliebte Themen und Archetypen auf. Natürlich sind seine Meuchler auch bewusst als Helden angelegt und bringen mehr oder weniger die Leute um, die wirklich Dreck am Stecken haben.

Das macht es auch leicht, sich mit ihnen zu identifizieren und ihrem Weg zu folgen. Außerdem hat man gleich auch eine feste Vorstellung von den Figuren, nicht anders sieht es bei ihrem Umfeld aus. Die vielen Klischees erleichtern den Einstieg ungemein, auch wenn die Figuren dadurch nicht unbedingt so sehr an Tiefe gewinnen und sich nur durch die ein oder andere Macke von den Archetypen abheben, die sie verkörpern.

Der Handlung kommt es aber zugute, so bleibt dem Autoren viel mehr Raum, um die Intrigen zu springen und die Handlungsstränge sauber zu führen, um sie am Ende zufriedenstellend miteinander zu verknüpfen. Fragen bleiben nämlich keine offen und das gibt dem Buch auch einen sehr runden Abschluss.

Man merkt dem Autor seine große Erfahrung beim Entwickeln von Szenarien an, denn er lässt auch den Hintergrund mit all seinen neuen Völkern und Rassen, der Mythologie und den Göttern einfließen. Die Beschreibungen fließen in den Text ein und erzeugen Atmosphäre, sie wirken nicht aufgesetzt sondern illustrieren oft auch Motive und Verhaltensweise der Charaktere.

Das einzige, was man vermisse dürfte ist letztendlich eine Karte, um sich eine Vorstellung von der Stadt und ihrer Umgebung zu machen.

Ansonsten aber werden auch Leser, die „Splittermond“ noch nicht kennen, keine Schwierigkeiten haben, in die Geschichte einzutauchen, denn es wird das erklärt, was man wissen muss und die Handlung ist so gestrickt, dass man das ein oder andere für Fans interessante Teil auch getrost überlesen kann, um dennoch zurecht zu kommen.

Damit ist „Nacht über Herathis“ ein solider Fantasy-Roman für die Welt des Rollenspiels „Splittermond“ an dessen kurzweiliger Handlung auch diejenigen Spaß haben können, die letzteres noch nicht kennen, aber nach spannenden Abenteuern mit zwielichtigen Helden suchen

MEINE WERTUNG
4 von 5 Meuchlern

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