[Rezension} Willkommen in Night Vale (Roman, Fantasy)

© Klett-Cotta

Autor: Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Verlag: Hobbit Presse, Klett-Cotta
Format: A5, gebunden,
Seiten: 378
Erschienen: 03.2016
ISBN: 978-3608961379
Preis: 19,95 Euro

von: Moritz

Yeah, nach einiger Zeit komme ich endlich zu dieser Lektüre. Bin gespannt.

KLAPPENTEXT
Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut.

Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat …

»Möglicherweise das beste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.« Patrick Rothfuss

ZUM INHALT
Ich möchte direkt mal an das Testimonial von dem von mir sehr verehrten Pat Rothfuss anschließen und ihm ein bestimmtes „Vielleicht!“ entgegenschmettern. Kann sein, dass du in den letzten Jahren nichts Besseres gelesen hast, aber ich bin leider nicht so ein harter Knochen wie du, Pat! Ich habe – obwohl mich der Klappentext echt angefixt hat – nach rund 120 Seiten die Lektüre aufgeben müssen. Ich habe im Studium alles von Paul Auster gelesen und fand es gut, ich habe von Shea/Wilson die Illuminatus-Trilogie bei völliger geistiger Gesundheit überstanden und wahnsinnig Spaß daran gehabt, aber jetzt, im gesetzten Alter von 43 Jahren, habe ich einfach nicht mehr die Energie für einen solch postmodern (im besten Sinne der 70 er und 80er) daherkommenden Roman. Ja, der Zettel mit der Aufschrift ist voll mysteriös, Jackie ist eine sehr interessante Person und alleine schon der Catch „alleinerziehende Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers“ macht mich auf einen Roman heiß wie Frittenfett, aber ich war leider nicht auf die nächste Seite gespannt wie ein Flitzebogen, sondern habe mich echt durchgequält – und das ist ja nicht der Sinn der Sache.

Wenn ihr also geistig jünger und reger geblieben seid als ich, so solltet ihr euch auf jeden Fall den Night Vale-Roman zulegen, denn er befindet sich irgendwo in der Schnittmenge aus der City of Glass-Trilogie von Paul Auster und Twin Peaks garniert mit einem Schuss Akte X.

Mein größtes Problem ist, dass ich nicht einmal genau den Finger darauf legen kann, was mich so gestört hat, ich fürchte einfach, dass bei mir die Spannung „Was geschieht im nächsten Satz? Im nächsten Abschnitt? Auf der nächsten Seite? …?“ schnell einer gewissen Mühe weichen musste, dem Gesamten zu folgen.

Vielleicht geht ihr ja auch klüger als ich vor und zieht euch erst einmal einige Folgen des Podcasts rein, auf dem der Roman basiert: http://www.welcometonightvale.com/ Schaden kann es mal nichts.

MEINE MEINUNG
Verdammte Axt und eine große Entschuldigung an alle Fans des Podcasts und des Romans, an den Verlag, die Macher und ihre Großmütter, aber mir war das ganz ehrlich zu anstrengend. Erst zum zweiten Mal in meiner Rezensentenkarriere musste ich eine Lektüre frühzeitig aufgeben und kann es nicht einmal dem Roman ankreiden.

In der Endbewertung halbiere ich mal die Punkte – und zwar gebe ich persönlich, als jemand, dem diese Art der Lektüre bei fehlendem Hintergrund viel zu anstrengend ist, 1,0 Punkte und für das, was Buch und vertonter Hintergrund so können satte 5 Punkte, was dann noch zu einem versöhnlichen Endergebnis von 3 Punkten führt. Aber es sei nochmal darauf hingewiesen – die Hintergrundwelt ist interessant, der Roman ist gut geschrieben und gut aufgebaut, ich hatte einfach nicht die Energie ihn zu lesen und habe mich einfacherer Lektüre zugewandt. Wertet das mal als Minuspunkt für mich, nicht für den Roman.

Ich fasse nochmal zusammen: Ausgezeichneter Roman, schlechter Leser!

MEINE WERTUNG
3 von 5 von der Rutsche gefallene Paul Austers

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2 Responses to [Rezension} Willkommen in Night Vale (Roman, Fantasy)

  1. Timberwere sagt:

    Au-hah. Ich mag den Nightvale-Podcast ganz gerne, eben weil er so schräg ist und ich da gelegentlich Inspiration für Itras By zu finden hoffe, aber den Roman werde ich mir wohl eher vorsichtig anschauen. Vielleicht gibt es ja irgnedwo eine Leseprobe zum Reinschnuppern.

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