[Rezension] Design Town (Kartenspiel)

© Pegasus Spiele

Autor: Chih-Fan Chen
Verlag: Pegasus Spiele
Spielmotivation: Strategie
Spieler: 1-4
Spieldauer: 30-60 Minuten
Alter: 10+
EAN: 4250231709364
Preis: ca. 12 Euro

von: kris

Wer möchte nicht ab und zu Dörfer und Städte planen und auch aufbauen? Würden der Wunsch oder das Interesse nicht daran bestehen, hätten sich Spieledesigner wohl nie daran gesetzt, entsprechendes zu erschaffen, in welcher Form auch immer. Die bekannteste Computervariante ist dabei wohl „Sim City“, eine Stadtbausimulation, die schon zu Zeiten des seligen DOS für Unterhaltung und so manchen spannenden Abend sorgte, weil auch Katastrophen für Aufregung sorgten.

BOXTEXT
In Design Town, dem verdrehten Stadtbau-Kartenspiel, seid ihr die frisch gewählten Bürgermeister einer herrlichen Kleinstadt. Für eure Amtszeit habt ihr euch große Ziele gesetzt: Ihr wollt eure Stadt ausbauen und gedeihen lassen, um im Wettstreit mit den anderen Bürgermeistern dieses Landes zu bestehen! Ruhm und Ehre (und die Wiederwahl) erwarten euch. Doch Vorsicht: Wachst ihr zu rücksichtslos, macht sich der Unmut der Bürger breit und eurem Handeln wird schnell der Riegel vorgeschoben …

SPIELIDEE
Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Bürgermeister, die ihre kleine Stadt zu einer blühenden Metropole aufbauen wollen, immer darum bemüht, die Bürger zufrieden zu halten und dabei alle Möglichkeiten auszuspielen, die sie haben.

Dabei kommt es nur auf die eigene Vorausschau und das entsprechende Feingefühl an, die richtigen Karten auszuspielen und entsprechen in der Hand zu haben. Anstelle von Würfelglück sorgt eine zufällige Mischung der Karten auf der Hand und den Ablagestapeln, die immer wieder neue Situationen schaffen.

AUSSTATTUNG
Neben 108 Karten befindet sich nur die Spielanleitung in der Box. Die Karten sind stabil, wenn auch nicht knickfest und doppelseitig bedruckt. Sie dürften den meisten Spielern durch ihre angenehme Größe gut in der Hand liegen.

SPIELREGELN
Eine vierseitige Spielregel gibt Auskunft über die verschiedenen Karten und wie man mit ihnen umgeht. Beispiele und Bilder erläutern die knappen Erklärungen und helfen dabei, besser zu verstehen, was eigentlich gefordert wird.

Vier Übersichtskarten, die den Spielablauf zusammenfassen erlauben es den Spielern nicht immer nachschauen zu müssen, wenn sie den Spielmechanismus erst einmal verstanden haben und umzusetzen wissen.

SPIELABLAUF
Teilnehmen können 2-4 Spieler es ist auch eine Solovariante möglich. Zu Spielbeginn werden die Karten erst einmal nach Gebäudearten auseinander sortiert und die entsprechenden Stapel der zentralen Auslage abgelegt.

Jeder Spieler erhält zu Beginn vier Gebäudekarten (der Rest der Karten wandert in den Ablagestapel, sofern weniger als vier Spieler teilnehmen), eine davon muss auf jeden Fall ein Wohnblock sein.

Sie nehmen sich dann von den Stapeln der zentralen Auslage jeweils eine Karte und mischen sie in ihrem Deck sorgfältig durch. Wichtig dabei ist, beim Mischen nicht hinzuschauen, und so ein Gespür für die Lage der Karten zu erhalten, denn das könnte den Spielspaß mindern. Das Deck sollte in der Hand gehalten werden, so dass die anderen nicht sehen können, was man in der Hand hält.

Das Spiel ist in zwei Phasen aufgeteilt, In der Spielphase legt der Spieler die oberste Karte seines Decks vor sich aus und handelt die Effekte der Karte ab, das heißt er führt die dabei angegebenen Aktionen aus, stellt fest, wie viele er Siegpunkte, er hat, oder wie hoch sein Vermögen ist. Auch der Unmut, das heißt die Zufriedenheit der Bürger spielt eine Rolle, denn bei drei und mehr muss er sofort seinen Spielzug beenden.

Danach entscheidet er, ob er weitere Karten ausspielt oder aber in die Bauphase übergeht, bei der er weitere Karten aus der Zentralen Ablage kaufen kann, um sein Dorf auszubauen, aufzuwerten oder zu entwickeln. Am Ende des Zuges muss festgestellt werden ob man bereits gewonnen hat, oder nicht – die Karten landen auf jeden Fall am Ende auf dem persönlichen Ablagestapel des Spielers, den er gefächert vor sich liegen haben sollte. rst danach ist der nächste Spieler an der Reihe, der die gleichen Aktionen durchzuführen hat.

Das geht so lange weiter, bis das Spielziel erreicht ist. Gewonnen hat, wer entweder acht oder mehr Siegpunkte hat, oder wer mindestens einen Supermarkt vor sich liegen hat und es schaffte mehr als 18 Karten auszuspielen.

MEINE MEINUNG
„Design Town“ ist ein Spiel, das sehr viel Konzentration und Nachdenken fordert, gerade am Anfang ist es nicht leicht, die Symbole auf der Karte zu lesen und richtig zu deuten. Daher raten die Spielemacher auch dazu, bei den ersten Proberunden die komplizierteren Gebäudekarten außen vor zu lassen und alles in Ruhe durchzugehen.

Danach mag es zwar leichter sein, die einzelnen Schritte durchzuführen, aber letztendlich fehlt das Gefühl für die erbaute Stadt, weil die Karten, die man bereits ausgespielt hat, bei jedem Zug in der eigenen Ablage verschwinden und so einfach der Überblick über das fehlt, was man eigentlich geschaffen hat.

Die Grundidee ist nett gemeint, kann aber letztendlich nicht wirklich überzeugen, denn letztendlich bleibt nichts, was man sich vorstellen kann, alles geschieht mehr oder weniger in der Theorie und ist nach ein paar Malen durchexerziert. Allein die unterschiedliche Lage der Karten im eigenen Deck kann für Abwechslung sorgen.

Auch fehlt das gesellige Miteinander, da hier jeder leider auf sich allein gestellt ist, und diejenigen ins Hintertreffen geraten, die sich nicht ganz so gut konzentrieren können oder denen noch die entsprechende Vorausschau fehlt. Auch können die Spielzüge eines Spielers unter Umständen viel zu lange dauern, so dass sich die anderen langweilen.

Ob Kinder ihren Spaß an der Sache haben, sei dahin gestellt. Die Regel ist einfach genug, dass sie auch schon Zehnjährige verstehen können, der Spielspaß könnte aber leiden, da der Ablauf doch recht langweilig ist und die Rechnerei überwiegt.

Letztendlich mag es interessant sein, um für ausgefuchste Spieler Wartezeiten zu überbrücken, ist überall mit hinnehmbar, da man hier nicht viel Material hat und bietet zumindest für eine Weile Abwechslung – für einen kompletten Spielabend ist das Kartenspiel aber definitiv nichts.

„Design Town“ ist kein Kartenspiel, dass man über einen ganzen Abend spielen kann, wohl aber eine nett umgesetzte Idee für diejenigen, die gerne auf Logik und Strategie setzen und etwas zur Überbrückung brauchen. Da die Spielvariationen gering sind und man mehr rechnen muss als Spaß haben kann, verliert es schnell seinen Reiz.

MEINE WERTUNG
3 von 5 Städte

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