[Rezension] #moonatics (Roman, SF)

© Heyne Verlag

Autor: Arne Ahlert
Verlag: Heyne Verlag
Format: Paperback
Seitenzahl: 574
Erschienen: November 2016
ISBN: 978-3453318144
Preis: 14,99 Euro

von: kris

„Moonatics“ ist der Debütroman des 1968 in Lüneburg geborenen und heute in Berlin-Kreuzberg lebenden Arne Ahlert. Durch seine Arbeit ist er viel in der Welt herumgekommen – etwas, was er mit seinem Helden gemeinsam hat, ebenso wie die Faszination für den Mond.

KLAPPENTEXT
Die nahe Zukunft: Webdesigner Darian Curtis ist ein begeisterter Globetrotter, der schon so gut wie jedes Land der Erde besucht hat. Als er eines Tages ein beträchtliches Vermögen erbt, erfüllt er sich einen lang gehegten Traum: Da die Erde aufgrund des Klimawandels und wachsender Terrorgefahr sowieso kein angenehmer Ort mehr zum Leben ist, besteigt Darian kurzerhand eine Rakete und fliegt zum Mond, um dort drei Wochen entspannt Urlaub zu machen. Es ist der Beginn des größten und verrücktesten Abenteuers seines Lebens, denn auf dem Mond geht die Party erst richtig los …

DAS BUCH
In einer nicht all zu fernen Zukunft haben die Menschen wieder den Sprung zum Mond geschafft, auch wenn die Chinesen diesmal zugeschlagen haben und dafür gesorgt, dass alle anderen nicht mehr so wirklich einen Fuß auf den Erdtrabanten bekommen, gerade die Amerikaner nicht. Und so wird ausgerechnet eine abgelegene Raumstation nun anders genutzt, bietet Privatleuten – die das notwendige Kleingeld haben, nun die Möglichkeit Urlaub in einer sehr ungewöhnlichen Umgebung zu machen und sich besonders zu fühlen.

Manche entdecken auch, dass der Mond die ideale Umgebung ist, um aus dem Trott auszusteigen, dem sie auf der Erde unterworfen waren. Denn dort beginnt das Leben keinen Spaß mehr zu machen, hat der Klimawandel doch den Golfstrom versiegen lassen und wirft langsam aber sicher das Ökosystem aus der Bahn.

Das weiß auch Darian Curtis, der sich bisher als Webdesigner durchs Leben geschlagen hat. Dank einer großzügigen Zuwendung seines unbekannten Vaters kann er es sich jetzt aber erlauben, den Job an den Nagel zu hängen, und sich die Welt anzusehen … oder den Mond. Die Reise in das Hotel Levania wird zu mehr als nur einem angenehmen Abstecher – durch den Kontakt zu anderen Aussteigern beginnt er einen Selbstfindungstrip der ihm die Augen für das öffnet, was er eigentlich wirklich im Leben will.

Aber auch das birgt gewisse Probleme in sich, ist der Ärger, den er auf der Erde hinter sich gelassen zu haben glaubte, doch näher als er denkt.

Im Grunde ist es für diesen Roman fast schon unerheblich wo er genau spielt, auch wenn die Mondumgebung dem ganzen eine besonders verspielte Note und Exotik verleiht. Denn im Grunde geht es hier mehr um die Menschen, die vielen Individualisten und Träumer, denen sein Protagonist Darian begegnet und von denen er sich schließlich mitreißen lässt, weil er auf der Erde ungewollt Schwierigkeiten hat, denen er so am besten entgehen kann.

Aber zunächst erlaubt der Autor erst einmal einen augenzwinkernden Blick auf Mondtourismus wie er einmal sein könnte – eben als Vergnügen für die Reichen und Gelangweilten, denen im Club- und Ressort-Leben auf der Erde langsam der gewisse Kick fehlt und der Spaßfaktor erst auf dem Mond wieder anzuwachsen beginnt. Die Geschichte nimmt bewusst das Verhalten der Wohlhabenden auf die Schippe und scheut sich nicht, einiges dabei ad absurdum zu treiben.

Letztendlich sind des die neuen Hippies, die in der traumartigen Atmosphäre, fernab von den Sorgen und Nöten der sterbenden Erde eine Zuflucht suchen und von einer besseren Zukunft träumen, aber dabei mehr oder weniger die gleichen Fehler begehen, wie sie es in ihrem anderen Leben auch schon getan haben.

Die Geschichte wird mit einem heiteren Unterton erzählt, ruht dabei sehr auf den Figuren und ihren Eigenarten. Der Hintergrund hat keine technische, sondern eher soziale Note – es ist nicht wichtig, wie die Leute auf den Mond kamen oder wie die Habitate funktionieren, sondern eher, was sich daraus für eine Gesellschaft zu entwickeln scheint.

Alles in allem ist die Grundidee sehr nett gemacht, auch der Anfang liest sich ausgezeichnet, nur zum Ende hin beginnt der Roman etwas zu zerfasern, scheint der Autor doch ein wenig den roten Faden zu verlieren, weil er Spannung in das Geschehen zu zwingen versucht, die leider sehr aufgesetzt und manchmal störend wirkt. Das Ende wird dadurch eher unbefriedigend, auch wenn es konsequent scheint. Als nette Dreingabe ist dem Roman übrigens ein Prospekt des Hotels beigefügt, der gleich den richtigen Eindruck verschafft und die Atmosphäre vertieft.

MEIN FAZIT
„Moonatics“ ist durchaus ein Roman voller Ideen und einem anfangs hohen Unterhaltungswert, da die satirischen Momente stimmen, nur zum Ende hin geht dem Buch ein wenig die Puste aus, weil sich die Handlung in einem aufgesetzten Konflikt verfängt, so dass der gute Eindruck deutlich getrübt wird. Hier wären weniger Seiten vermutlich mehr gewesen.

MEINE WERTUNG
3 von 5 Mondsteinen

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