[Rezension] Equinox: Setting-Handbuch (Rollenspiel)

© Uhrwerk Verlag

Autor: Carsten Damm, Eike-Christian Bertram, Chatt Booth, Lars Heitmann, Angus McNicholl, Jason U. Wallace, Hank Woon
Übersetzung: Benjamin Plaga
Verlag: Pro Indie / Uhrwerk-Verlag
Format: Gebunden, quadratisches Hardcover
Seitenzahl: 252
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3958670617
Preis: 34,95 Euro

von: Kris

Das Setting-Handbuch zu „Equinox“ ist Teil eines internationalen, wenn auch von Deutschland aus geleiteten Projekts, das zunächst wohl nur über eine Plattform und einen Indie-Verlag erschien erschien, dann aber auch von Verlagen aufgegriffen wurde. Hierzulande nahm sich der Uhrwerk-Verlag der Print-Form an.

KLAPPENTEXT:
In der dunklen Nacht einer fernen Zukunft treiben die Trümmer einer zerbrochenen Erde durch die kalte Leere des Alls. Die Schatten der Vergangenheit scheinen vertrieben und die dunklen Wolken am Horizont der Menschheit von uns selbst gemacht. Seit dem Großen Dimkrieg, in welchem die Erde ihre Zerstörung fand, sind die Menschen rastlos, in der Leere verstreut, ihrer Wiege beraubt. Das Sol System ist zum letzten sicheren Versteck für Vaganten geworden, ausgestoßene Rebellen, die sich gegen die unterdrückende Macht des Konsortiums stellen―einer faschistischen Regierung, die über die Reste der Erde und ihrer Kolonien herrscht.

Wahre Freiheit findet man nur zwischen den Sternen, so die Stimmen des Galaktischen Untergrunds.

Für sie ist der Krieg noch nicht vorbei.

Er hat gerade erst begonnen.

Equinox ist ein Fantasy-Setting in einer fernen, vom Krieg verwüsteten Zukunft voller fantastischer Action, beängstigenden Intrigen und mystischer Mächte.

ZUM BUCH:
In einer fernen Zukunft, in gut 30.000 Jahren haben die Menschen den Weltraum erobert und unzählige Kolonien in anderen Sonnensystemen errichtet. Das gelang ihnen allerdings nicht durch technische Entwicklungen in der interstellaren Raumfahrt, sondern durch das Erstarken magischer Energie, die ein neues Zeitalter einleitete und es den Anwendern erlaubte, entsprechende Schiffe, Stationen und Maschinen zu entwickeln.

Die sogenannte Dim-Technologie ist noch heute im Gebrauch, wenngleich sich erwiesen hat, dass sie einen gewissen Preis forderte. Denn das hemmungslose Verwenden der Magie lockte auch die sogenannten Dämonen an, Wesenheiten, die Magie und Menschen gleichermaßen fraßen und verdarben.

Das führte zu einer Katastrophe, von der sich die Menschheit, die sich inzwischen in viele andere Rassen weiterentwickelt hat, nur langsam wieder erholt. Gerade das Sonnensystem, das zu den stärksten Magiezonen gehört ist nicht mehr das, was es einmal war und die Erde besteht nur noch aus Trümmern und Staub.

Mächtige Konzerne und nun das Konsortium versuchen nun das, was verblieben ist, an sich zu reißen und damit die restlichen Planeten zu kontrollieren, indem sie die Bewohner in Angst vor den Dämonen und den verdorbenen Zonen stellen und alle Magieanwender, die sogenannten Mystiker, sich registrieren und der Allgemeinheit dienen müssen.

Aber natürlich kann man sich denken, dass es auch immer diejenigen gibt, die sich nicht kontrollieren und missbrauchen lassen wollen. Diese Mystiker gehen in den Untergrund, in die grauen Zonen des Illegalen, werden oftmals zu Gaunern und Schmugglern. Doch genau sie tragen den Keim in sich, der den freien Willen bewahrt und das Los der Menschen noch einmal wenden können.

Braucht die Welt noch ein weiteres Rollenspielsystem? Das mag man sich wirklich fragen, wenn man das Handbuch in den Händen hält. Und wie außergewöhnlich ist dieses Setting wirklich? Die Macher waren immerhin so klug, den Hintergrund ihres Rollenspiels von den Regeln zu trennen und gerade in diesem Handbuch Anregungen zu geben, wenn man die Welt von „Equinox“ seinem bevorzugten System anpasst.

Die Beschreibungen versuchen das Szenario zum Leben zu erwecken, dass sich irgendwo zwischen Fantasy, epischer Science Fiction im Stil von Star Wars mit deutlichen Anlehnungen an Shadowrun bewegt.

Die verschiedenen im Universum aktiven Rassen, ihre Heimatwelten und auch die wichtigsten Schauplätze werden ausführlich vorgestellt, ebenso wie die Entstehung dieser Welten, das magische Gefüge, das alles zusammenhält und nicht zuletzt auch ihre verschiedenen Nutzer. Man erhält hier einen gewissen Einblick in die Charakterklassen.

Werte und ausführliche Erklärungen sucht man allerdings vergebens und das ist auch ein gewisser Knackpunkt an der ganzen Sache. Alles wird anhand von Primärtexten vorgestellt, sprich, Auszügen aus alten Büchern, Erzählungen von Charakteren und so fort. Die Informationen muss man sich zur besseren Aufbereitung also aus den kleinen Blöcken zusammenklauben und hat sie nicht wirklich auf einen Blick.

Das ist etwas, was einiges an Mehrarbeit bedeutet, wenn man das Setting auch noch seinen eigenen Regeln anpassen will, etwas, was vielleicht nicht wirklich jeder auf sich nehmen will, zumal die Texte zum Teil auch Gegendarstellungen und Gerüchte enthalten.

Die Vorgeschichte ist auch so umfangreich, dass man schon einiges im Kopf behalten muss, gerade als Spielleiter, da viele Elemente auch in der Zeit der Spieler relevant sind und Auswirkungen haben könnten.

Immerhin haben sich die Macher einiges an Gedanken gemacht, ein interessantes Magiesystem erfunden, das die bekannten Versatzstücke anderer Universen ganz neu zusammen stellt und durchaus Spaß macht, gerade wenn man bei jeder Anwendung in Gefahr läuft, sich mit Dämonen anzulegen oder selbst korrumpiert wird. Nur ist auch hier die Umsetzung zwar atmosphärisch geschildert aber nicht immer einfach zu verstehen.

Wie man sich vermutlich denken kann, sollten die Spieler alle mehr oder weniger aus den Reihen derjenigen kommen, die sich der Diktatur des Konsortiums nicht unterordnen und so durchzuschlagen versuchen, beziehungsweise rebellieren. Das kann unter Umständen die Bandbreite der möglichen Geschichten etwas einschränken.

Alles in allem wollen die Autoren eine ganze Menge und beschreiben ihre Welt auch mit sehr viel Liebe, vergessen dabei aber eines, dass gerade die Spielleiter auch damit arbeiten müssen und durch die Aufteilung Mühe haben, wichtige Informationen auf einen Blick nachschlagen zu können.

Auch werden nur sparsam Illustrationen eingesetzt, so dass man sich manche der neuen Rassen und Orte gar nicht so recht vorstellen können – auch eine umfassendere Karte des Sonnensystems und der Gateway-Station wäre ganz brauchbar gewesen. So muss man doch sehr viel selbst zuarbeiten, so dass man sich sehr genau überlegen muss, ob man sich das antun will.

MEIN FAZIT:
„Equinox: Setting-Handbuch“ ist nur dann eine sinnvolle Anlage, wenn man in den durchaus ideenreichen Hintergrund eintauchen will und bereit ist, die entsprechende Arbeit in die Adaption zu investieren. Denn es kostet einiges an Zeit, sich einzulesen und dadurch zu wissen, wo die wichtigen Informationen zu finden sind.

MEINE WERTUNG:
3,25 von 5 Genremixe

 

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