[Rezension] Elric – Der Blutthron (Roman)

© Mantikore Verlag

© Mantikore Verlag

Autor: Michael Moorcock
Verlag: Mantikore Verlag
Format: Taschenbuch
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 511
Erschienen: Juli 2016
ISBN: 978-3945493649
Preis: 14,95 Euro

von: Kris

Auch wenn es sein Schöpfer vielleicht erst nicht wahr haben wollte, weil er die Romane um den Albinoprinzen und sein schwarzes Runenschwert aus ganz anderen Beweggründen schrieb – heute ist es unmöglich zu leugnen, dass die Saga um „Elric von Melnibone“ zu den Klassikern der Fantasy gehört.

Was dem einen sein Tolkien war, dem anderen sein Howard, in den 1960ger Jahren gewann der englische Autor das Herz seiner Leser und Leserinnen durch eine neue Art von Held, dessen Stärke auch gleichzeitig seine größte Schwäche war.

Das scheint Moorcock mit seiner Figur und seinem damaligen Roman versöhnt zu haben, dass er den ersten Roman noch einmal überarbeitet und mit Zusatzmaterial versehen auf den Markt brachte.

Beim Mantikore Verlag erscheint diese Sammlung nun als „Elric – Der Blutthron“.

Klappentext:
Der Thron ist sein…
Elric entstammt einem Geschlecht von mächtigen und erbarmungslosen Kriegern. Seit Jahrtausenden herrschen sie über die finsteren Dracheninseln. Einst verliehen ihnen Götter übernatürliche Kräfte, doch nun scheinen die glorreichen Tage seines Herrscherhauses vorüber zu sein. Elric selbst ist schwach. Nur Opiate und Magie halten den blutarmen Prinzen am Leben. Als seine Herrschaft in Gefahr gerät, geht Elric einen schicksalhaften Pakt ein: das magische Schwert „Sturmbringer“ verleiht ihm unvorstellbare Kräfte, doch es verbirgt auch eine dunkle Macht, die mehr und mehr von Elrics Geist in Besitz nimmt…

Elric ist nach Tolkiens „Der Herr der Ringe“ eines der einflussreichsten Werke der fantastischen Literatur. Die Figur des weißblonden, blassen Antihelden inspiriert bis heute Autoren, Spiele- und Filmemacher weltweit.

Der Blutthron ist der erster Band der Elric von Melniboné Fantasy-Saga.
Diese Ausgabe umfasst neben dem ersten Elric-Roman erstmals umfangreiches Zusatzmaterial. Neben dem Vorwort von John Clute und einem Interview mit Michael Moorcock enthält dieser Band eine Kurzgeschichte sowie das Skript zur Graphic Novel, u.v.m. Ein Muss für Fantasy-Fans!

Inhalt:
Der Sohn des Herrschers von Melnibone ist schwach, ein Albino, der sich nur mit Drogen aufrecht und am Leben hält und auch sonst in allem was er tut seinem starken und entschlossenen Cousin Yrkoon unterlegen ist. Selbst bei der langen Queste um Zauberer zu werden, versagt er mehrmals und steht fast vor dem Abgrund.

Dennoch lässt der sterbende Herrscher sein einziges Kind nicht fallen und übergibt ihm den Thron, ahnt er doch, dass Yrkoon zu sehr nach der Macht giert. Der gibt auch nicht auf, als sich Elric als schwach und unentschlossen erweist.

Mit einer List bringt der dunkle Fürst den Albino schließlich dazu, das Land zu verlassen und reißt den Thron an sich. Doch hat er nicht damit gerechnet, dass Elric so einfach aufgibt und ihm die Herrschaft überlässt.

Auch wenn er zunächst verbannt ist, so zieht es ihn doch zurück nach Melnibone, hat er in seiner dunkelsten Stunde doch etwas gefunden, was von nun an sein Leben bestimmen wird, das Schwarze Schwert – die Chaosklinge Sturmbringer. Der so entstandene Bund mit Arioch lässt ihn erneut in den Krieg ziehen, weckt aber auch einen neuen Hunger, den er nicht so einfach stillen kann …

Meine Meinung:
Wer die alte Heyne-Ausgabe kennt, wird merken, dass die Sage nicht so sehr überarbeitet ist, wie gedacht, vermutlich weil der Autor den ehemaligen Charme bewahren will. Dafür aber kann das Zusatzmaterial punkten, das einmal aus Essays über und von Moorcock besteht, die seine eigenen Ansichten, aber auch die Wirkung auf die Fantasy unter die Lupe nehmen.

Interessant sind aber vor allem die zusätzlichen Geschichten, in denen der Leser erst einmal Aubec begegnet, einem legendären Grafen, dessen Vermächtnis aber auch eine – Rolle im eigentlichen Roman spielen wird. Und nicht zuletzt das Skript zu einem Comic, in dem Moorcock schildert, wie die Rivalität zwischen Elric und seinem Cousin eigentlich ihren Anfang nahm – und dass der erst Eindruck, den man von ihm im Ursprungsroman gewinnt, eigentlich völlig täuscht.

Die beiden Verwandten sind die Seiten der gleichen Münze, der eine gefangen in den Traditionen und Vorstellungen seines sterbenden Volkes, der andere neugierig und weltoffen, vielleicht deswegen auch der Bereiter eines neuen Weges.

Die Geschichte hat ihren eigenen Reiz, auch wenn sie natürliche viele Klischees der Sword & Sorcery bedient und die Figuren eher auf ihre archetypischen Wesenszüge reduziert werden. Sie mag zwar auf den ersten Blick oberflächliche Unterhaltung sein, bietet aber auf der anderen Seite auch Einblick in ein Universum, wie es damals noch nicht zu finden war. Mit einem Helden, der so ganz und gar nicht den Klischees entsprach, wenn er auch mittlerweile eine große Zahl an ähnlichen Figuren losgetreten hat.

Auch wenn nur der erste Roman enthalten ist – übrigens mit den klassischen Illustrationen, so kann man sich das Buch doch gönnen, wenn man ein Fan des Albinoprinzen ist – und der süffisanten Art des Autors all das zu demontieren, was Conan und Co. so groß gemacht hat.

„Elric – Der Blutthron“ ist gerade wegen dem Zusatzmaterial eine lohnenswerte Anschaffung für alle Fantasy-Fans, die mehr über den ungewöhnlichen Helden und das rund um ihn entstandene Universum wissen wollen.

Meine Wertung:
4 von 5 Schwertern

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2 Responses to [Rezension] Elric – Der Blutthron (Roman)

  1. Arioch! Arioch! Blut und Seelen für meinen Herren, Arioch!

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