[Rezension] Das Licht hinter den Wolken

Autor: Oliver Plaschka
Verlag:
Hobbit Presse / Klett-Cotta
Format: A5, gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 686
Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-608-93916-3
Preis: 24,95 Euro

von: Moritz

Sieht vom Umschlag her schonmal nach schöner Fantasy aus deutschen Landen aus. Hoffentlich halten die knapp 700 Seiten, was das Äußere verspricht. Aber ihr wisst ja – Don’t judge a book by its cover.

Klappentext:
Das war der letzte Regenbogen, den ich jemals gemacht habe.
Die Magie scheint die Welt verlassen zu haben. Ein neuer Kaiser sitzt auf dem Thron und jagt die letzten Überlebenden der alten Völker bis an die Grenzen der Welt. Auch die junge April und der Söldner Janner sind auf der Flucht und treffen dabei auf den uralten Zauberer Sarik …

Inhalt:
Eine toll konstruierte (und – nebenbei gesagt – ausgezeichnet lektorierte) Geschichte, um zwei (bis vier) Hauptpersonen, die ihre eigenen Ziele verfolgen und deren Handlungsstränge sich immer weiter miteinander verweben, während der Leser gleichzeitig immer mehr über die Welt und ihre großen und kleinen Geheimnisse erfährt.

Das große Plus dieses Romans besteht darin, dass es ein wirklich gutes Gleichgewicht zwischen Charakterzeichnung, raffiniert komponierter Erzählung und interessantem Hintergrund gibt.

An Charakteren haben wir in der Hauptsache die junge April, die irgendwie so ganz anders ist als ihre Umgebung und die direkt zu Beginn den Tod ihres Vaters zu „verkraften“ hat. Dann gibt es den jungen Söldner Janner – auch er mit nicht ganz geklärtem familiärem Hintergrund. Cassiopeia, die Senatorentochter muss sich mit einer komplett neuen Lebenssituation anfreunden und der Magier Sarik ist der letzte seiner Art und muss feststellen, dass die Magie fast komplett aus der Welt verschwunden ist. Aus eben jenen Lebenswegen in Kombination mit einer fantastischen, wenn auch magiearmen Welt, ergibt sich nun fast organisch eine interessante Handlung, die immer mal wieder Umwege nimmt und sich auch ab und an etwas verliert, die aber schlussendlich immer wieder auf ein Ziel zusteuert.

Meine Meinung:
Mensch. Ein deutscher Fantasy-Autor, den ich gar nicht so recht auf dem Schirm hatte und der wirklich was draufhat – dass ich das auf meine alten Tage noch erleben darf… Die Geschichte von April, Janner, Cassiopeia und Sarik ist wirklich ungemein vielschichtig und gleichzeitig schön erzählt. Der mäandernde Aufbau mit vielen Nebensträngen und eigenartigen Wendungen ebenso wie der angenehm unaufdringliche Schreibstil erinnern etwas an Patrick Rothfuss, wobei der diesen etwas faselnden, märchenhaften, sich selbst ablenkenden Ton einen Tacken besser draufhat.

Meine Wertung:
4 von 5 deutsche Rotfüße.

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