[Rezension] Liminale Personae

Autorin: Alessandra Ress
Verlag: Amrun Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 108
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3958692015
Preis: 6,90 Euro

von: kris

Alessandra Ress bearbeitet in ihrer Novelle „Liminale Personae“ ein derzeit sehr beliebtes Thema – das Erwachsenwerden einer junge Frau in einer dystopischen Endzeitgesellschaft, in der sie
letztendlich ihren Platz finden muss.

Klappentext:
„Wir wollen eure Freiheit nicht!“
Jahrzehnte nach einer verheerenden Zombie-Epidemie. Die Zivilisation, wie wir sie kannten, ist zerstört, die wenigen Überlebenden haben sich
in kleine Siedlungen zurückgezogen. Eine Gruppe junger Menschen stellt das vorherrschende Gesellschaftsmodell der „Stadt“ in Frage und wird
verbannt. Unter ihnen auch Nihile, die vor die Wahl gestellt wird, in welcher Umgebung sie leben möchte – Wildnis, eine scheinbare Demokratie
oder eine monarchistische Regierung?

Wie individuell kann man sein, wo wird der Individualismus zu Egoismus?
Und wie ideal darf man denken, wenn man überleben möchte?

Ein Coming of Age-Roman mit phantastischem Hintergrund.

Inhalt:
Eine Epidemie, die Menschen in lebende Tote verwandelte, zwang die letzten Überlebenden sich auf eine einsame Insel zurückzuziehen. Dort versuchen sie in einer massiv abgeschotteten Stadt zu überleben Für Sicherheit und Ordnung sorgen die sogenannten „Gesichtslosen“, die als Rat herrschen, unterstützt von den ebenso schattenhaften Wächtern.

Das sie Demonstrationen und Aufstände der jungen Generation nicht dulden bekommt Nihile mit einigen anderen schmerzhaft zu spüren, denn sie wird verhaftet und ohne Kleidung und Hilfsmittel in der Wildnis ausgesetzt.

Dort muss sie versuchen zu überleben, es sei denn, sie will schon von Anfang an aufgeben und sterben. Hoffnung gibt ein Dorf, das von einer Königin beherrscht wird, aber ist das wirklich auf Dauer die richtige Zuflucht für Nihile und ihre Freundin, die erstmals mehr über die Vergangenheit erfahren?

Meine Meinung:
Der Verlag bezeichnet die Novelle als „Coming of Age“-Geschichte und das ist sie tatsächlich auch. Denn Nihile wird durch ihre Erfahrungen tatsächlich erwachsen und muss sich von den Träumen und Ideen der Jugend verabschieden, wenn sie das nicht verlieren will, was ihr wichtig ist.

Das bleibt natürlich nicht ganz ohne Spuren, denn in der Wildnis bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Zähne zusammen zu beißen und sich durchzukämpfen, im Dorf werden ihre Vorstellungen erneut auf die Probe gestellt, denn ausgerechnet die Königin öffnet ihr zwar die Augen, zeigt ihr aber auch, dass andere Wege nicht immer die besseren sind.

Dabei ist die Andeutung, dass die Menschheit durch einen Zombievirus ausgerottet wurde, eher nebensächlich, denn in der Geschichte kommt kein einziger lebender Toter vor, kein Monster, das es zu massakrieren gilt.

Hat man diese Pille erst einmal geschluckt und akzeptiert das Szenario als solches, bekommt man eine Geschichte geboren, die durchaus zum Nachdenken anregt. Gerade die Heldin durchbricht das Schema, weil sie am Ende etwas tut, was man nicht unbedingt von ihr erwartet hat.

Der Rest der Figuren bleibt dann doch eher blass. Sie dienen dazu, der Heldin vor Augen zu führen, dass das Leben in Freiheit nicht unbedingt eines ist, und man auch hier schmerzhafte Entscheidungen treffen muss.

Trotz der Kürze erscheint die Geschichte rund und in sich geschlossen. Die Autorin besitzt einen
flüssigen, lebhaften Stil, der weder stockt, noch Längen aufweist

Alles in allem ist „Liminale Personae“ eine interessante Mischung aus Dystopie- und „Coming of Age“-Roman, der trotz seiner Kürze eine runde Geschichte erzählt und dabei interessante gesellschaftskritische Aspekte aufwirft.

Meine Wertung:
3 von 5 Zombies

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