[Rezension] Das Licht von Duino – Götterdämmerung #3

Autor: Frank W. Haubold
Verlag: Atlantis Verlag
Format: broschiert
Seitenzahl: 447 Seiten
Erschienen: 2014
Genre: Science Fiction
ISBN: 978-3-86402-274-6
Preis: 14,90 Euro

von: Moritz

Alter Schwede, die ersten beiden Bände waren ja schon harte Kost für absolute Liebhaber, aber der abschließende Teil der Trilogie hat noch deutlich mehr Seiten…

Klappentext:
Jenseits der bewohnten Welten, im Grauen Land, drohen tödliche Gefahren. Doch Raymond Farr und seine Gefährten sind fest entschlossen, die Suche nach der verschollenen Mannschaft der Nemesis fortzusetzen. Noch ahnen sie nichts von der gewaltigen Streitmacht des Feindes, die nur ein Ziel kennt: die Vernichtung der Föderation. Aber auch die Menschen finden Verbündete wie den Dichter Rilke oder den zwielichtigen Mr. Morrison, dessen Rolle sich erst nach und nach offenbart. Selbst aus der Zukunft versuchen Rückkehrer Einfluss zu nehmen und die sich anbahnende Katastrophe doch noch zu verhindern. Und auch die Odyssee der Hemera geht weiter und führt direkt in das Herz der Finsternis, wo sich das Schicksal der Menschheit entscheidet …

Inhalt:
Tja. „Zum Inhalt“. Wie soll ich da einem solchen Roman gerecht werden, ohne ihn einfach komplett abzutippen. Ich versuche mal eine halbwegs knappe Zusammenfassung des Inhalts – aber zuvor muss ich mal das Lektorat/Korrektorat ganz dick loben! In diesem Bereich gibt es absolut nix zu beanstanden – etwas, das heute einfach viel zu selten vorkommt.

Okay, hier mein unzureichender Versuch. Und ich bitte meine Ehrlichkeit zu honorieren, denn ich könnte euch auch erzählen, dass ich einfach nicht zu viel spoilern möchte. Die Menschheit wird von einem zuerst unbekannten Gegner bedroht und in ursprünglich 4 wichtigen und etlichen kleineren Handlungssträngen spitzt sich alles auf ein großes Finale zu. Wichtige Rollen kommen dabei vor allem den Schwestern Ailin und Yuna zu, deren dritte Halbschwester Katua die Regentin der feindlichen Macht ist, wobei sie vom Dämon Narduk unterstützt wird. Eben jener Narduk spielt dann wiederum eine wichtige Rolle auf einer höher angesiedelten Ebene, von der der Leser erst etwa 50 Seiten vor Ende der Trilogie endgültig erfährt.

An Ailins Seite treffen wir John an, ebenso wie seine „verlässliche“ Butler-KI James und die Veränderung dieser Kombination fand ich insgesamt am interessantesten – noch deutlich mehr als die Entwicklung der eigentlichen Helden der ersten beiden Teile Ray und Miriam, die auch endlich wieder vereint werden.

Immer wichtiger wird der mysteriöse Jim Morrison-Klon, der scheinbar gänzlich außerhalb jeglicher Konventionen und Naturgesetze handelt und seine völlig eigene Agenda verfolgt. Ähnlichnebulös bleibt der deutsche Dichter Rilke, dessen literarische Schöpfungen in einem gewissen Rahmen Form annehmen können.

Handlungstechnisch gibt es Mongolen-Angriffe, Nazi-Wissenschaftler, Klonstädte, Superwaffen, plötzlich auftauchende Diners, einen Weltenbaum, Zeitreisen, Sexszenen und schlussendlich einen Messias, der förmlich nach einem vierten Teil schreit.

… ihr merkt schon, hier ist so viel los, dass es wirklich schwer ist, den Überblick zu behalten und immer zu wissen, wer gerade welche Rolle spielt.

Meine Meinung:
Definitiv ein tolles Buch, aber für meinen einfachen Verstand kommt doch alles mit ein paar Mysterien und Meta-Ebenen zu viel daher. Und als wenn alle merkwürdigen Dinge, die so im Hintergrund die Geschichte vorantreiben, nicht schon genug wären, kommen hier mal auf knapp 20 Seiten noch Zeitreisen und aus unserem Internet entstandene eigenständig intelligente KIs dazu. Auch Rilke und Jim Morrison kriegen wieder ihre Screentime, sowie ganz kurz vor Schluss eine Gruppe von „Spielern“, die scheinbar bisher die komplette Handlung vorangetrieben haben, aber die dennoch nicht die mächtigsten Wesen vor Ort sind. Heidewitzka, Herr Kapitän. Haubold feuert wieder aus allen Rohren, da ist es nur folgerichtig, dass er einige Treffer landet und ein paar Ziele verfehlt.

Auf jeden Fall ein postmodernes Feuerwerk, das irgendwo zwischen Space Opera, Fantasy, Philosophiebuch und gaaaaanz selten Hard Sci-Fi hin- und herwirbelt. Hört sich diese Kurzbeschreibung gut an, legt euch die Trilogie zu – bekommt ihr jetzt schon Kopfschmerzen, lasst besser die Finger weg.

Meine Wertung:
3,5 von 5 Würfel

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