[Rezension] Codenames (Spiel des Jahres 2016, Kritikerpreis)

Autor: Vlaada Chvatil
Hersteller: Heidelberger / CGE
Alter: 10+
Spieldauer: 15 Minuten
Anzahl Spieler: 2-8
EAN: 4-015566-033481
Preis: ca. 15 Euro

von: Moritz

Der heißeste Shit des Jahres und der Absahner beim „Spiel des Jahres 2016“. Ob meine Spieler und ich das auch so sehen…

Boxtext:
Nur die Geheimdienstchefs kennen die Identitäten ihrer Agenten. Aus Gründen der Geheimhaltung dürfen sie jedoch nur Hinweise auf die gesuchten Codenamen geben, die ihre Ermittler dann deuten müssen. Das Team, das in Teamarbeit als erstes alle Codenames gefunden hat, gewinnt.

Ausgezeichnet als Spiel des Jahres 2016

Die Geheimdienstchefs geben ihren Teams abwechselnd Hinweise, die aus einem einzigen Wort bestehen. Ein Hinweis kann sich auf mehrere Wortkarten auf dem Tisch beziehen. Die Ermittler versuchen zu erraten, welche (Code-)Wörter ihr Geheimdienstchef gemeint hat. Sobald ein Ermittler eine Wortkarte berührt, enthüllt der Geheimdienstchef deren geheime Identität (blau, rot, neutral, Attentäter). Ist es eine Karte des eigenen Teams, dürfen die Ermittler weiterraten. Andernfalls ist das andere Team am Zug – beim Attentäter hat man sogar sofort verloren. Das Team, das als erstes alle seine Agenten findet, gewinnt.

Gewinnen ist nicht so wichtig. Hauptsache, der Hinweis war richtig!

Die Aufmachung:
Offenkundig geht es um Agenten, die einander das Leben schwer machen müssen. Die Geheimdienstchefs zweier Team kennen die Identitäten ihrer Agenten. Aufgabe ist es, zuerst Kontakt zu allen Agenten aufzunehmen.

Bei meiner kurzen Regelerklärung gleich wird man sehen, dass das Thema nicht sonderlich viel mit dem eigentlichen Spiel zu tun hat und so sehr ich Vlaada liebe, diese Verbindung dürfte für ein dermaßen gehyptes Spiel gerne einen Tacken enger sein.

Unabhängig von dieser Kritik gibt sich das Material alle Mühe, designmäßig den Agentengedanken möglichst gut zu transportieren. Das gilt sowohl für die Box als auch die Papp-Plättchen der Teams, mit denen die Begriffe abgedeckt werden, als auch für die Box. Die Anleitung und die Wortkärtchen dürften allerdings sehr gerne etwas mehr nach Agententhriller aussehen, die sind mir einfach zu „neutral“ – auch die Sanduhr hätte man vielleicht noch etwas pimpen können.
Die Anleitung ist auf jeden Fall gut geschrieben und schon beim ersten Lesen absolut verständlich.

Die Regeln:
Mal wieder ein Spiel mit extrem einfachen Regeln. In der Tischmitte liegen 5 mal 5 Kärtchen mit Substantiven. Zwei Teams spielen gegeneinander. Ein Spieler eines jeden Teams beschreibt seinen Leuten mit einzelnen Wörtern und einer Zahl Begriffe, die auf dem Tisch liegen. Welche seine Leute erraten müssen, welche sie nicht erraten sollten und vor allem welchen Begriff sie keinesfalls erraten dürfen (den Attentäter, der das Spiel sofort beendet), kann er auf einer Karte ablesen. Das Team, das zuerst alle seien Begriffe gefunden hat ohne unterwegs den Attentäter zu erwischen, gewinnt.
Fertig.

Okay, es gibt noch Feinheiten wie unbeteiligte Zuschauer, den Doppelagenten, den das beginnende Team mit ins Spiel nehmen muss, um die Chancen auszugleichen und Ähnliches, aber das Grundprinzip ist einfach aber genial. Ich muss meinem Team einen Oberbegriff angeben, der möglichst viele unserer Teams umfasst, gefolgt von der Anzahl der zu suchenden Begriffe. Dabei muss man aber höllisch aufpassen, denn man kann noch so stolz sein, dass man „Kater, Maus, Kapuzineräffchen und Makake“ mit „TIER (4)“ beschreibt, aber wenn sich dann unter den 25 Begriffen noch irgendwo ein Hamster versteckt, hat man ein großes Problem und das Zittern beginnt, dass die Mitspieler den possierlichen Nager ebenfalls übersehen – und ich kann euch versichern: Dieser dämliche Hamster ist garantiert das erste Vieh, was genannt werden wird.
Es macht wirklich großen Spaß möglichst clevere Kombinationen zu finden, um die Nase bei der großen Agentenhatz vorne zu haben, wohingegen mir der ratende Part eher weniger Spaß macht.

Mein Fazit:
Echt schwer. Das Spiel hat eine wirklich tolle Grundidee und macht auch Spaß, aber so richtig hat es bei mir bisher in noch keiner Gruppe gerockt und ich finde auch die Verbindung aus Thema und Spiel eher an den Haaren herbeigezogen – so lasst mich also die eine kleine Regel von der Ausnahme sein, dass einfach jeder dieses Spiel lieben muss.

Es ist immer noch ein ausgezeichnetes Spiel, das lässt sich gar nicht wegdiskutieren.

Meine Wertung:
3,75 von 5 Würfel

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