[Rezension] Ork Saga – Zwei Brüder (Comic)

Autor: Michael Peinkofer, Jan Bratenstein, Peter Snejbjerg, Lars Björstrup
Verlag: Cross Cult
Format: gebunden
Seitenzahl: 48
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86425-673-8
Preis: 14,95 Euro

von: Moritz

Hey, ein Comic zu einer der wenigen Fantasy-Reihen, die ich nicht gelesen habe. Die perfekte Möglichkeit, diese Wissenslücke mit möglichst wenig Aufwand zu schließen.

Klappentext:
Helden wider Willen. Balbok und Rammar, zwei Orkbrüder, machen sich auf, um, nun ja … die Welt zu retten. Natürlich nicht mit Absicht. Denn eigentlich sind sie gerade nur glücklich darüber, eine Schlacht überlebt zu haben, aber unglücklich, dass sie einen Auftrag nicht erfüllen konnten und zur Strafe von ihrem Häuptling auf eine Mission geschickt werden, die einem Todesurteil gleichkommt. Um sich aus dem Schlamassel wieder herauszuwinden, lassen sie sich auf einen Pakt mit dem Zauberer Rurak ein. Ausgerechnet mit einem Zauberer …

Bei dieser actiongeladenen Mischung aus ungewolltem Heldenmut und humoristischen Scharmützeln bleibt garantiert kein Auge trocken.

Michael Peinkofer erfand die unfreiwilligen Helden für den Fantasyroman DIE RÜCKKEHR DER ORKS (Piper, 2006). Weil die Saga um die beiden Orkbrüder Balbok und Rammar so viel Anklang fand, ist es an der Zeit, ihnen auch grafisch Leben einzuhauchen. Für die künstlerische Umsetzung konnte der dänische Starzeichner Peter Snejbjerg (THE BOOKS OF MAGIC, STARMAN, LIGHT BRIGADE) gewonnen werden.

Zum Inhalt:
Tja, der Inhalt lässt sich wirklich kurz zusammenfassen: Zwei Orkbrüder, Balbok und Rammar, überleben eine Schlacht, aber es gelingt ihnen nicht, den Kopf ihres Anführers zurück zu ihrem Stamm zu bringen. Sie erhalten allerdings eine zweite Chance, ihn noch in ihren Besitz zu bringen, was ihnen nur gelingt, wenn sie ihn den Gnomen wieder abjagen, bevor der Blutmond am Himmel steht. Dazu müssen sie sich Richtung Norden wenden und mit dem uralten Zauberer Rurak anlegen.

Nebenbei gibt es noch eine Rahmenhandlung von einer gelangweilten Elfen-Hohepriesterin, die die Ork-gegen-Gnome-Handlung umschließt, aber ohne die Romane zu kennen, kann der unbedarfte Leser da noch nicht viel herauslesen. Warten wir mal den nächsten Band ab.

Neben der Handlung spielen natürlich bei einem Comic immer noch die Illustrationen eine wichtige Rolle und gerade in dem Bereich bin ich wirklich sehr angetan von den zwei Brüdern. Vor allem die Gnome haben ganz klar eine starke Verwandtschaft zu den Golarion-Kobolden, die ich sehr schätze. Insgesamt sind die Zeichnungen nicht zurückhaltend, was Gewaltdarstellung angeht, und so fliegt gerne mal der eine oder andere Kopf in einer Blutfontäne durch’s Bild, es gibt etliche „Swacks“, „Spllshs“, Rrrrrgggrrrrrglls“, „Bomps“ oder Naaaaaaaahs“. Insgesamt ist die Stimmung des Comics eher düster und blutig und hier kommen wir zur einzigen Kleinigkeit, die ich kritisch anmerken möchte, da sie mir persönlich etwas aufgestoßen ist. Denn bei all dem Gore, den man hier geboten bekommt, sind die beiden Helden auf eine komische Art überzeichnet und sollen vielleicht als „comic relief“ dienen, was aber bei mir überhaupt nicht funktioniert. Klar. Sie sind die Helden und dürfen auffallen. Klar, sie sind etwas trottelig. Ich kann also nachvollziehen, warum sie so gezeichnet sind wie sie gezeichnet sind, aber ich habe da echt Probleme mit. Ich hätte hier lieber normal aussehende muskulöse Orkkrieger – vielleicht mit coolen Waffen oder Helmen oder sonstwas, um sie von Otto-Normalork abzugrenzen und schnell erkennbar zu machen.

Als Cliffhanger dient ein epischer Kampf mit einem riesigen Skorpion, in dem sich erstmals die „Standarte Ruraks“ bewähren könnte. Hoffen wir für unsere beiden Helden, dass die bis Ende des Jahres ihre Wirksamkeit behält.

Meine Meinung:
Ein wirklich ausgezeichnet erzählter und schön gezeichneter Comic. Mein einziges kleines Problem besteht in der oben schon geschilderten Diskrepanz zwischen knallhartem Kopf-ab-Comic und den beiden eher wie Witzfiguren aussehenden Helden der Geschichte.
Ansonsten besteht das einzig große Problem mit dieser Comic-Reihe darin, dass jetzt Mitte April ist und der nächste Band erst „Ende 2016“ erscheinen soll.
Ganz im Ernst. Bisher kann ich eine volle Lese-Empfehlung aussprechen.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Spannungsfelder zwischen Action und Komik.

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