[Rezension] MEZOLITH (Comic)

Autor: Ben Haggarty, Adam Brockbank
Verlag: Cross Cult
Format: gebunden
Seitenzahl: 96
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86425-988-3
Preis: 25 Euro

von: Moritz

Wieder ein brandneuer Comic aus dem Hause Cross Cult … diesmal etwas mehr mysteriös angehaucht, dafür etwas wenige Fantasy.

Klappentext:
Vor über 10.000 Jahren lebte der Stamm der Kansa an der östlichen Küste des Großbritanniens des Steinzeitalters. Dort lauerten überall Gefahren. Jede Jahreszeit wurde von neuen Abenteuern begleitet, jede Jagd brachte ihre Risiken mit sich und die düsteren Zusammenkünfte mit benachbarten Stämmen waren eine gefürchtete Bedrohung. Poika, ein Junge der sich auf der Schwelle zum Mannesalter befindet, muss nun der Weisheit seiner Stammesältesten vertrauen und durch die Rituale auf dem Weg zum Erwachsensein gehen, um seinen Platz innerhalb dieses Stammes zu finden.

MEZOLITH, der Debüt-Comic von Ben Haggarty, einem weltbekannten Performance Storyteller, ist eine Geschichte für ältere Kinder sowie Erwachsene. Angesiedelt in der Region um das heutige Yorkshire, noch bevor Großbritannien eine Insel war, sind die Geschichten des täglichen Überlebens eines Stammes eng verwoben mit den ältesten Mythen und Legenden der Menschheit. Basierend auf detaillierter archäologischer Forschung ist dieses Buch gefüllt mit Abenteuern, Horrorgeschichten, Magie sowie Träumen und Albträumen.
Mit beeindruckendem Artwork von Adam Brockbank, der als Storyboardzeichner, Production-Designer und Illustrator u. a. an diversen Marvel- Comicverfilmungen, Harry Potter-Filmen und dem neuesten Star Wars-Blockbuster mitarbeitete.

Zum Inhalt:
Episodenhaft schildert Geschichtenerzähler Ben Haggerty den Alltag und die Mythen eines Steinzeit-Stammes.
Insgesamt umfasst der (hoffentlich) erste Band (einer langen Reihe) insgesamt sieben Geschichten: Stierjagd, Urga, Grenzen, Schwanenbraut, Raben, Vermisst und Hände. Wie von Cross Cult gewohnt, gibt es neben den Erzählungen immer noch etwas Meta-Material, wie in diesem Fall ein interessantes Interview mit Autor und Zeichner, sowie zwei kurze Biografien.
Die gesamte Geschichtensammlung wird umrahmt von einem tollen Landschaftsbild vom Dorf und seiner Umgebung zuerst bei Tag und dann bei Nacht – jedes Kapitel wird eingeleitet von einer fast komplett schwarzen Doppelseite, die immer nur ein angedeutetes Symbol und den Titel enthält.

Verbindendes Element der Geschichten ist der Junge Poika, durch dessen Augen wir die Welt entdecken dürfen. Und so erlebt man eine Jagd, fieberhafte Träume und Grenzstreitigkeiten mit dem Eulenstamm inklusive dem Ursprung der Wilhelm Tell-Sage oder lässt sich Geschichten über den alten Vanha und seine Schwanenbraut erzählen. Der Band endet mit dem Poikas Initiationsritus und ich hoffe sehr, dass seine Geschichte nicht dort endet…

Meine Meinung:
Wirklich gut recherchiert, eindrucksvoll erzählt und toll gezeichnet. Besonders beeindruckend für uns „moderne Menschen“ ist die Tatsache, wie eng hier Realität und Mythos beieinander liegen, ja, wie sie immer wieder miteinander verschmelzen.
Erinnert sehr an die eisige Variante der Geschichten der australischen Ureinwohner und macht neugierig auf mehr.

Meine Wertung:
4 von 5 Dreamtime Stories der Aboriginals

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