[Rezension] Das Todes-Labyrinth – Götterdämmerung #2 (Roman, SF)

Autor: Frank W. Haubold
Verlag: Atlantis Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 275
Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-86402-121-3
Preis: 13,90 Euro

von: Moritz

Die Götterdämmerungs-Reihe geht weiter – und dieses Mal geben sich Rilke und Jim Morrison die Ehre…

Klappentext:
Auf der Suche nach der verschollenen Nemesis erhalten Kommandant Raymond Farr und seine Gefährten unverhofft Unterstützung von den wehrhaften Sikhanern, einer humanoiden Spezies, die seit dem Großen Krieg ein Nomadendasein führt.

Während die Hemera tief in Feindesland ihre Feuertaufe besteht, nehmen die mysteriösen AngelsKontakt zu dem Dichter Rilke auf, der in einem von der Außenwelt abgeschirmten Refugium außergewöhnliche Fähigkeiten entwickelt hat. Doch auch ihre Gegenspieler bleiben nicht untätig, und so mehren sich die Anzeichen für einen Konflikt, der nicht nur den Bestand der Föderation, sondern das gesamte Gebäude der Weltenordnung bedroht …

Zum Inhalt:
Puh! Zum Abschluss des vorhergehenden Bandes gab es eine amtliche Explosion und Ray Parrs Freundin ist mit ihrer Mannschaft noch irgendwo unterwegs – so rüstet der rüstige Ex-Militär eine Expedition aus, um sie zu finden. Neben dieser Haupthandlung gibt es noch etliche Nebenhandlungen, über die man als Leser wirklich nur bei absolut konzentriertem Lesen die Übersicht behalten kann. Mein persönlicher Favorit – Parrs Kumpel Johnny Varley – spielt scheinbar eine wichtige Rolle, als er mit seiner mysteriösen Geliebten und dem KI-Butler James durchbrennt. Leider verläuft diese Aktion irgendwann noch in der ersten Hälfte des Romans im Nirvana und man wartet erfolglos darauf, dass es wieder aufgenommen wird.

Ganz nebenbei gibt es immer mal wieder kurze Szenen mit einem Dichter, Rilke, dessen Geschichten und Gedichte scheinbar Einfluss auf die Realität haben – kein Wunder, dass er einen absolut klassischen deus ex machina-Moment auf dem Präsentierteller gereicht bekommt.

… und wem Rilke in einer Sci-Fi-Oper noch nicht reicht, der bekommt es auch noch mit Jim Morrison zu tun, der mit seiner Freundin auf einem Eidechsenraumschiff durch die Gegend fliegt und gegen Ende auch noch einen großen (Sex-)Auftritt bekommt.

Hat man das gerade verkraftet, schwirren „Libellen“ (scheinbar Hubschrauber) mit lautem Wagner-Gedröhne auf die Hemera nieder.
Hört sich durchgeknallt an und das ist es zweifellos auch. Gebt den Autoren von Deep Space Nine ein paar LSD-Papers, alle Asimov- und Lem-Romane und erlaubt ihnen die Handlung ihrer Geschichte ausufern zu lassen, dann bekommt ihr etwas wie das hier. Liest sich wirklich toll, lässt einen aber oft kopfschüttelnd zurück (was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss).
Schlussendlich lässt einen das allerletzte Kapitel komplett an der Erzählung und seiner eigenen Lese-Erfahrung zweifeln, aber solche Rahmenhandlungen sind ja in der Postmoderne nicht sehr ungewöhnlich. Dennoch erschreckend, dass ich auch nach zwei Bänden nicht die geringste Ahnung habe, woran ich hier bin und wohin die Erzählung zielt. Drückt mir die Daumen, dass der dritte Band eine Erleuchtung und zufriedenstellende Erklärungen bietet…

Meine Meinung:
Puh! Man mag es als Kunst ansehen, aber mir persönlich sind stringenter erzählte Handlungen einfach lieber. So gibt es hier zu viele Handlungsfäden, die nicht oder nur sehr unsauber zusammengefügt werden und Personen, die nicht sonderlich sauber ausgearbeitet sind. Auf der Plus-Seite allerdings haben wir tolle Einfälle, philosophie-„nahe“ Gedankengänge und mit Ray Farr einen wirklich sympathischen Haupt-Helden. Immerhin bleibt bei den unklaren Handlungssträngen die Hoffnung auf den dritten Band der Reihe – den nehme ich mir direkt mal zur Brust.

Meine Wertung:
3,5 von 5 Paul Austers im Weltraum

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