[Rezension] Riyria #5 – Das Fest von Aquesta (Roman, F)

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 440 Seiten
ISBN: 978-3608960150
Preis: 16,95 Euro

von: Kris

Langsam aber sicher wird es ernst in der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan, denn im fünften Band werden bereits ordentlich die Messer gewetzt und die Weichen für das Finale gestellt. Wieder sind die Diebe Hadrian und Royce Mittelpunkt des Geschehens, aber nicht nur sie müssen diesmal um ihr Leben fürchten.

Klappentext:
„Fantasy, die rockt … Michael J. Sullivan schreibt Fantasy-Romane, wie man sie sich wünscht.“ (Daniel Bauerfeld, Abenteuer & Phantastik)

Der Erbe – in den Händen des Feindes.
Die Hochzeit – eine tödliche Falle.
Der Gegner – ein alter Bekannter.

Beim Winterfest will das Neue Imperium seine ganze Macht und Grausamkeit zeigen, doch Hadrian und Royce haben vor, diese Pläne zu durchkreuzen.

Die Story:
Die Anführer der „Kirche Nyphrons“ scheinen am Ziel zu sein, das zumindest glaubt Saldur, das Oberhaupt, der sich selbst zum Regenten über das Neue Imperium ernannt hat, nachdem die angeblich wiedergefundene Erbin Modina nicht ganz bei Verstand zu sein scheint und eher wie ein Schatten durch die Burg läuft.

Deshalb glaubt er leichtes Spiel zu haben, nun da der Magier Esrahaddon tot ist und der wahre Erbe Delgan Gaunt im Kerker sitzt und auf seine Hinrichtung wartet, ebenso wie Arista, die Hexe von Melengar. Sein Plan ist, nun auch noch den Adel durch eine politisch korrekte Heirat auf seine Seite zu bringen.

Doch während die Hochzeit der Imperatorin vorbereitet wird und mit einem Turnier gekrönt werden soll, in dem die tapfersten Ritter des wiedervereinten Reichs miteinander fechten sollen, planen Roye und Hadrian, in die Höhle des Löwen vorzustoßen und die beiden Gefangenen zu befreien. Doch als letzterer erkannt wird, ist guter Rat teuer – und das Angebot Saldurs um so erstaunlicher, denn er will Hadrian, dem letzten der Teslor-Ritter noch eine Chance geben – wenn er dazu bereit ist, während des Turniers einen Mord zu begehen …

Das Setting:
In diesem Band tritt das mittelalterliche Setting noch deutlicher hervor, denn fremde Rassen tauchen gar nicht auf, gerade einmal die Elfen werden kurz erwähnt, die auch noch auf der Welt beheimatet sind oder waren.

Die Geschichte erinnert mehr denn je an „Game of Thrones“ und Konsorten, das merkt man besonders gut an den Hofintrigen, in die ausgerechnet der edle und ritterliche Hadrian verwickelt wird.

Wie immer gilt die Magie eher als Teufelszeug und wird verfolgt. Auf der anderen Seite mehren sich nun aber auch die Anzeichen, dass hinter dem „Erben Nyphrons“ vielleicht doch weitaus mehr steckt als nur eine Blutlinie, denn nicht nur Intrigen toben, sondern auch eine äußere Gefahr droht am Horizont.

Die Charaktere:
Da einige der Charaktere in diesem Band gehandicapt sind, konzentriert sich die Geschichte diesmal wieder mehr auf die Helden, speziell auf Hadrian, der sich erst einmal mit der höfischen Welt herumschlagen muss und so nette Erfahrungen mit allerlei adligem Gezücht macht, dabei aber auch so manche Überraschung erlebt.

Natürlich lässt er sich von der Umgebung nicht korrumpieren. Dafür erhält man auch als Leser mehr Einsicht in die Motive und Gedankengänge der Gegenspieler und erfährt, was im Hintergrund noch alles geplant ist.

Royce auf der anderen Seite darf durch die Hölle gehen, denn auch wenn er einige Erfolge verbuchen kann – so bezahlt er dafür doch teuer – und diesmal ist es sein Freund, der ihn stützen und aufmuntern muss.

Der Autor kehrt ansonsten mehr oder weniger zu bekannten Nebenfiguren zurück und spinnt deren Schicksal weiter, bringt aber auch einige interessante Neuzugänge mit ein, die sich durchaus sehen lassen können, weil sie für angenehme Überraschungen in der Handlung sorgen.

Mein Fazit:
Für den fünften Band gilt noch mehr als für den vierten, dass man die Vorgänger kennen sollte, um die Handlung überhaupt zu verstehen, denn nun beginnt der Autor die einzelnen Fäden miteinander zu verknüpfen und nun endlich die Intrigen, die allerorts gesponnen wurden, wirksam werden zu lassen.

Hadrian ist diesmal der Sympathieträger der Geschichte, der aufrechte Held, der seine Prinzipien mehr denn je lebt und auch bereit dazu ist zu sterben – dadurch wird er noch plastischer als der diesmal in Hintergrund agierende Royce.

Aber wie man sich denken kann – nicht immer passiert das, was man sich ausgerechnet hat, und so manch ein Charakter muss neu umdisponieren. Das ganze wird in eine Handlung gepackt, die reichlich mit Abenteuern um ein Ritterturnier garniert sind und natürlich mit vielen heißgeliebten Klischees aufwartet.Interessant ist die Atmosphäre, die auch weiterhin die verschiedenen Epochen munter miteinander vermischt und so nicht recht einzuordnen ist, was sie ein wenig aus dem Wust anderer Mittelalterszenarien heraus hebt.

Alles in allem kann sich auch „Das Fest von Aquesta“ sehen lassen, denn es gibt es diesmal mehr denn je Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat, und die letztendlich die Geschichte immer wieder neu, spannend und unberechenbar machen, so dass sich das Abenteuer, trotz vieller archetypischer Handlungsmuster und Figuren doch weiterhin sehr unterhaltsam macht und nun auch neugierig auf den nächsten Band.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Dieben

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