[Rezension] Feuerstimmern (Roman)

Autor: Christoph Hardebusch
Verlag: Piper Fantasy
Genre: Fantasy
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 490 Seiten
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3492703734
Preis: 14,99 Euro

von: Kris

Christoph Hardebusch ist einer der Autoren, die sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends auf dem deutschen Markt haben etablieren können. Mit „Feuerstimmen“ wagt der studierte Anglistiker und Medienwissenschaftler nun ein Experiment. Zusammen mit Dennis Schunke hat er die Geschichte um Magie, Drachen und Barden entwickelt, um sie zu einem Medienevent zu machen, denn die Vocal-Metal-Band „Van Canto“ hat quasi den Soundtrack zum Buch verfasst, so dass die einzelnen Kapitel eng mit den entsprechenden Liedern verknüpft sind und einander beeinflusst haben.

Klappentext:
Mit dem preisgekrönten Roman »Die Trolle« und der Reihe um die »Sturmwelten« schrieb sich Christoph Hardebusch an die Spitze der deutschsprachigen Fantasy. Mit »Feuerstimmen« führt er alle Fans in eine neue Welt: Seit einer Ewigkeit lag der Schrecken in den Tiefen der Meere verborgen und war von den Menschen fast vergessen. Doch nun ist der fünfte Drache, ein allmächtiges Geschöpf der Finsternis, erwacht. Und er will etwas zu Ende bringen, das ihm vor Jahrhunderten nicht gelungen war: die Welt zu unterjochen. Im Verborgenen wächst die Macht des Drachen, und die Menschen erkennen erst spät, dass sie mehr und mehr zum Spielball der Dunkelheit werden. Während die junge Königin Elena alles versucht, um ihr Volk zu schützen, erfährt der Barde Aidan, dass er eine ganz besondere Gabe besitzt, die im Kampf gegen den Drachen die entscheidende Rolle spielen könnte – den Gesang der Magie …

Zum Inhalt:
Zusammen mit seinem älteren Kollegen und Freund Revus zieht der Barde Aidan durchs Land. Auch wenn er die Leute begeistert und sich seine Taschen immer füllen, er nicht fürchten muss, ohne weibliche Gesellschaft zu bleiben, wenn ihm danach ist, so hält es ihn doch seit langem nicht mehr an einem Ort.

Derweil bekommen die „Gesegneten Inseln“ immer mehr Schwierigkeiten, denn die Magie beginnt verrückt zu spielen und zu verderben. Schließlich bleibt der jungen Königin Elena nichts anderes übrig, als aufzubrechen und bei einem Orakel fern ihrer Heimat um Rat zu fragen, damit diese noch zu retten ist. Gemeinsam mit ihrer Leibwächterin bricht sie auf und muss sich schon bald so mancher Gefahr stellen.

Dabei lernt sie auch Aidan und Revus kennen, die mehr oder weniger freiwillig zu ihren Weggefährten werden. Denn gerade ersterer spürt immer deutlich, dass sich in den Tiefen der Welt etwas zu rühren beginnt, von dem die Geschichtenerzähler und Sänger nur mit einem Schauder berichten: Der fünfte Drache ist nicht so besiegt und vergessen, wie alle dachten, denn die Zeichen mehren sich, dass seine Rückkehr droht.

Und nun bedarf es mutiger Herzen und magischer Stimmen, um ihn zu bezwingen.

Meine Meinung:
Die Handlung bedient sich eines epischen Themas – der Rettung der Welt durch eine kleine Schar unvollkommener Helden, die durch diese Aufgabe erst lernen, ihre wahren Stärken und Schwächen zu erkennen und die Schatten der eigenen Vergangenheit zu überwinden. Doch auch wenn Christoph Hardebusch darauf achtet, bei den Figuren zu bleiben, kommt der Leser diesen doch nicht wirklich nahe.

Elena, Aidan und auch die anderen wichtigeren Figuren wirken trotz der feinen Charakterisierung dem Leser ein wenig fremd. Man mag sie zwar, hat aber nicht das Gefühl, es mit lebenden und atmenden Menschen zu tun, sondern eher mit Wesen, die einen ganz bestimmten Archetypus erfüllen.

Die Geschichte ist relativ simpel gestrickt. Die Suche nach dem Orakel und die damit verbundenen Gefahren dienen dazu, die Figuren einander nahe zu bringen und zu einem Team zu machen – auch erfahren die Helden so, wie gefährlich und machtvoll ihr Gegner ist. Um so verbissener kämpfen sie dann, um die Welt zu retten.

Auch wenn man die CD nicht kennt, so spürt man doch die Musik hinter seinen Worten, die Lieder, die das begleiten mögen. Epische Bilder erwachen im Kopf und bieten all die feinen Klischees, die diesen Typus der High Fantasy so vorstellbar machen. Inhaltlich sollte man deshalb keine großen Überraschungen erwarten, denn der Autor bricht nur selten aus den vorgegebenen Handlungsmustern aus.

Alles in allem scheint das Experimente von Buchseite aus gelungen – die Geschichte strömt die Musik aus, die ein Abenteuer mit Barden und Liedern haben sollte, auch wenn Leser mit höheren Ansprüchen wahrscheinlich über die schlichte Zeichnung der Figuren und des Inhalts enttäuscht sein werden.

„Feuerstimmmen“ ist ein „High Fantasy“-Roman mit einer epischen Geschichte, die genau dem Anspruch gerecht wird, die sie haben sollte: Die Stimmgewalt und Musik auszustrahlen, die vermutlich auch das begleitende Album „Voices of Fire“ von „Van Canto“ haben wird.

Meine Wertung:
3,5 von 5 Feuerstimmern

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