[Rezension] Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt (Roman)

Autor: Oliver Plaschka
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 274 Seiten
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3940036339

von: Kors

Oliver Plaschka hat schon recht, wenn er sagt, dass Kurzgeschichten und Anthologien in Deutschland eher ein Schattendasein führen und dass dies früher ein wenig anders war. Deshalb sind die Kleinverlage zu loben, die das Genre immer noch pflegen und sich nicht von den Verkaufszahlen frustrieren lassen. So präsentiert der Autor in „Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“, eine Sammlung von bereits erschienenen und fünf neuen Erzählungen.

Klappentext:
Fantastische Geschichten aus Vergangenheit und Zukunft, den fernen Winkeln der Welt und vom Ende aller Tage.
Ein Dieb auf der Flucht im Orient Express.
Eine Mission ins strahlende Zentrum der Galaxis.
Ein Wasserspeier auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Die letzten Tage der Menschheit in den Weiten der Antarktis …

Vierzehn Reisen hinaus in die Ferne jenseits des Horizonts und hinab in die Tiefen der Seele. Dieser Band vereint Oliver Plaschkas gesammelte Kurzgeschichten in neuer Überarbeitung mit zahlreichen Erstveröffentlichungen. Außerdem dürfen sich Leser seiner Romane auf ein Wiedersehen mit Figuren aus London, Paris und Fairwater freuen.

Zum Inhalt:
„Der Heimkehrer“ entführt eine Familie in die Mojave Wüste, wo sie überraschend stranden. Doch ausgerechnet dieses Erlebnis bringt einen älteren Mann wieder zurück zu seiner Tochter und seinem Schwiegersohn, weil er so gezwungen ist, eine qualvolle Reise noch einmal zu durchleben und sich so seinen Dämonen zu stellen.

„Ruthie“ entführt in die ferne Zukunft und auf eine ferne Welt, könnte aber auch ohne Probleme hier spielen. Ein Obdachloser lernt einen alten Mann kennen, der einem Traum nachzuhängen scheint und doch nur jeden Tag aufs Neue erlebt, weil sein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert.

„Die Frau, der Magier, seine Katze und deren Geheimnis“ nutzt die Gelegenheit, die Romane „Der Magier von Montparnasse“ und „Fairwater“ miteinander zu verbinden und daher einige Fragen zu beantworten, die bezüglich einer Figur in den Romanen offen blieben.
„Die Grenze“ ist ein ödes Gebiet, in die sich ganz spezielle Söldner mit ihren Geiseln zurückziehen, um dem Zugriff der Armee zu entgehen, doch können sie ihrem Schicksal wirklich entkommen, oder spielen sie nicht schon längst anderen in die Hände?

Auch „Das öde Land“ entführt in eine Welt, in der einige Menschen – so klug sie auch sein mögen – schon bald erkennen, dass der Untergang nicht mehr aufzuhalten ist, nachdem sie ihn mit ihren eigenen Maßnahmen in die Wege geleitet haben …

Dies sind nur einige der insgesamt vierzehn Geschichten von Oliver Plaschka. Diese haben, so verschieden sie auch sein mögen, alle eine Besonderheit – man muss sich Zeit für sie nehmen, um die Worte wirken zu lassen, um die Bilder, die dahinter stehen, zu erfassen.

Glaubt man, sie schnell überfliegen zu können, so fragt man sich schnell, was man da eigentlich liest und wie da überhaupt Spannung im Spiel sein kann. Viele Szenarien beginnen nämlich sehr alltäglich … scheinen unserer modernen Welt enger verbunden zu sein als alles andere und nichts Phantastisches zu enthalten.

Die Magie liegt aber in den Worten, in den Zusammenhängen, die sich nur dann erschließen, wenn man bereit ist, in die Erzählungen einzutauchen und sich ihnen zu öffnen. Dann gibt es Aha-Momente und auch das Kopfkino beginnt anzulaufen.
Dabei bewegt der Autor sich zumeist in Szenarien, die eng mit unserer Welt verbunden sind. Man merkt nur an kleinen Details, dass man sich in der fernen Zukunft oder auf einer anderen Welt befindet. Fantasy, Horror und Science Fiction fließen dabei nahtlos ineinander.

Der Natur der Kurzgeschichten ist es geschuldet, dass die handelnden Figuren dann doch eher blass bleiben und oft auch Archetypen verkörpern. Denn im Mittelpunkt stehen tatsächlich die Aussage oder die Stimmung, die der Autor erwecken will, die Menschen sind nur die Handlungselemente, die das erreichen. Einzige Ausnahme sind vermutlich die Charaktere, die mittlerweile zu Allgemeingut geworden sind, so wie Sherlock Holmes, oder aber die aus Plaschkas eigenen Romanen bekannten Gestalten.

Mein Fazit:
Alles in allem bietet „Das öde Land und andere Geschichten“ gute und stimmungsvolle Unterhaltung für alle etwas anspruchsvolleren Leser, die sich die Zeit nehmen können und wollen, um so besonders gut in sie einzutauchen, damit die Erzählungen ihren ganzen phantastischen Zauber auch entfalten können. Denn für schnellen Genuss ist diese Sammlung nicht gedacht!

Meine Wertung:
3,5 von 5 Ländern

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