[Rezension] Die Mission (Roman, SF)

Verlag: Heyne Verlag
Autor: Ann Leckie
Reihe: Die Maschinen-Universum #2
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 481
Erschienen: Feb. 2016
ISBN: 978-3453316935
Preis: 14,99 Euro

von: Würfelheld

„Die Maschinen“ der erste Teil aus dem Maschinen-Universum sorgte für Aufsehen, als dieser den HUGO-Award und einige weiter SF Auszeichnungen, in 2014/2015, gewonnen hatte. Scheinbar unerwartet und somit Grund genug das erschaffene Universum mit weiteren Leben zu erfüllen. Somit ist es Zeit die Nase zwischen die Buchdeckel zu stecken und zu schauen ob der zweite Teil da weitermacht wo der erste endete.

Klappentext:
Über Tausende von Sternsystemen erstreckt sich das mächtige Imperium der Radchaai – doch es ist in sich gespalten und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Breq, die Maschinenintelligenz des interstellaren Kriegsschiffs Gerechtigkeit der Torren, ist die Einzige, die den Zerfall noch aufhalten kann. Das Schiff wurde vor Jahrhunderten vollständig zerstört, und nur Breq, die Maschinenintelligenz im Körper einer Frau, hat überlebt. Nun wird sie von Anaander Mianaai, der totalitären Herrscherin der Radch, formell adoptiert, zur Flottenkapitänin ernannt und ins Athoek-System beordert. Dort haben die Gegner der Herrscherin zwei Tore für den interstellaren Schiffsverkehr zerstört und das System von seiner Versorgung abgeschnitten. Über Jahrtausende hinweg haben die Radch riesige Bereiche der Galaxis annektiert und sich viele Feinde gemacht. Vor allem aber wird das Reich der Radch aus seinem Inneren bedroht, denn seine Herrscherin Anaander Mianaai ist in Tausende von geklonten Körpern gespalten. Jetzt ist ein heimtückischer Kampf zwischen zwei Fraktionen ihrer multiplen Existenz ausgebrochen, der das ganze Imperium bedroht – und es gibt nur eine Person, die Anaander Mianaai mehr fürchtet als sich selbst: Breq …

Zum Inhalt:
Breq, die Künstliche Schiffsintelligenz aus „Die Maschinen“ hat ihre Lebenshülle gezwungermaßen gewechselt und steckt nun in einer beklemmenden, für sich kleinen, humanoiden Form. Sie hat zwar noch ihr, über ihre Dienstzeit, erlangtes Wissen und auch einige ihrer Schifferrungenschaften, aber ihr derzeitiger Zustand ist eine Qual und sie kann diesen einfach nicht akzeptieren, wobei sie es einfach hinnimmt, denn es ist der einzige Weg nicht zu enden.

Da Breq mit Herrscherin Mianaai Probleme hat, wird sie in ein anderes Systems versetzt. Als ob dies noch nicht genug nach Strafe erscheint, erhält sie auch nicht ihr Wunschschiffscrew, sondern mehr oder minder eine Frischlingscrew, welche mit alten Hasen, die in letzter Zeit rebelliert hatten, gespickt ist. Diese sorgt bei Breq direkt für einigen Unmut, welchen sie auch aufgrund ihrer Geschichte, direkt und ohne Umschweife, an einigen Untergebenen auslässt.

Als Breq und deren Crew im Zielsystem ankommt, geraten diese schnell zwischen die Fronten von Bürgerkrieg und den begleitenden politischen Intrigen. Der Sumpf ist so tief, das Breq dermaßen in einen Strudel gerissen wird, der seines gleichen sucht und welcher sie von ihren eigenen Problem ablenkt, bzw. sie von ihrem eigen Zielen, entfernt.

Mehr kann man fast nicht schreiben ohne euch zu Spoilern.

Meine Meinung:
Ann Leckie hat mit „Die Maschinen“, dem ersten Band dieser Trilogie, für Aufsehen gesorgt und dies nicht nur durchs Absahnen der ganzen Preise und Auszeichnung. Somit war ich schon auf die hier vorliegende Fortsetzung sehr gespannt.

Allerdings steckte ich, fast so schnell wie Breq, in einer Space Opera, die an Beschleunigung vermissen ließ und das lag nicht nur an der fehlenden Storyentwicklung sondern auch an der doch für dieses Genre unüblichen „femininen“ Sprache, die auch bei der Übersetzung gnadenlos durchgezogen wird, was für die Übersetzung spricht, aber etwas Eingroovezeit verlangt.

Allerdings besticht Ann Leckie in diesem Werk erneut durch einen Minimalismus, welcher seines gleichen sucht, leider wird dieser nicht konsequent durchgezogen und so verliert sie sich in mancher Detailtiefe, die der Storyweiterführung einfach nicht dienlich sind. Wenn man dann aber weiß wie man diesen Detailwahn zu nehmen hat, wirkt der andereseits gebotene Minimalismus fürs Kopfkino ehr belebend. So entwickelten sich bei mir direkt einige Sidekicks, eigne Storyideen und Charakterzeichnungen.

Wer also mal was abseits vom Üblichen lesen möchte, ist hier genau richtig. Wer aber nicht auf Experimente steht sollte lieber auf andere Bücher zurpckgreifen.

Meine Wertung:
3,75 von 5 Schiffscomputer

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